Logopädie Praxis Kosmos
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Stimme / Sprechen Arzt / Ärztin Erwachsene

SF – Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Rhinophonie (Näseln), z.B. bei LKGS, Gaumensegelparesen, velopharyngealer Insuffizienz

Fachliche Beschreibung – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Störungen der Stimm- und Sprechfunktion (Rhinophonie), z.B. infolge von Rhinophonia aperta, clausa oder mixta, velopharyngealer Insuffizienz, peripherer oder zentraler Gaumensegelparesen, Gaumensegeldefekten (z.B. nach Tumoren, nach OP) oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Leitsymptome: dumpfer, farbloser, nasaler Stimmklang, verwaschene Sprache, Entstellung von Vokalen und Konsonanten, Hyperfunktion der Kehlkopf- und Zungenmuskulatur.

Allgemeinverständlich – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Bei SF/Rhinophonie klingt die Stimme nasal ('näselnd'). Das kann durch zu viel oder zu wenig Luftstrom durch die Nase beim Sprechen entstehen. Häufige Ursachen sind Gaumenspalten, Gaumensegellähmungen oder Defekte nach Operationen. Die Therapie verbessert den Stimmklang und die Deutlichkeit des Sprechens.

Zugeordnete ICD-10-Codes – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Verordnung – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Heilmittel Sprech- und Stimmtherapie (30, 45 oder 60 Min)
Höchstmenge je VO 10
Orient. Behandlungsmenge 20
Frequenzempfehlung 1–3x wöchentlich
Frequenz-Detail 1-3x/Woche. In der Akutphase nach OP intensiver.
Kombinierbar mit SC, SP9

Verordnungsbeispiel – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Heilmittelbereich Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie
Indikationsschlüssel SF
Leitsymptomatik SFb
Diagnose Sprech- und Schluckstörung nach Oropharynx-Ca-Resektion
ICD-10 C10.9
Therapiebedarf Sprechtherapie 60 Min.
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 3x wöchentlich

Leitsymptomatiken – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

SFa Schädigung des Stimmklangs

z.B. dumpfer, farbloser Stimmklang; zu starke oder zu schwache Nasenresonanz bis hin zur nasalen Regurgitation.

Typische Therapieziele:
  • Verbesserung bzw. Normalisierung des Stimmklangs
  • Reduktion der pathologischen Nasalität
SFb Schädigung der Sprechfunktion mit Störung der Artikulation

z.B. verwaschene Sprache, Entstellung von Vokalen und Konsonanten bis hin zur Unkenntlichkeit.

Typische Therapieziele:
  • Verbesserung der Artikulationsgenauigkeit
  • Normalisierung der Sprechverständlichkeit
SFc Schädigung der Sprechfunktion infolge einer Hyperfunktion der Kehlkopf-/Zungenmuskulatur

Kompensatorische Überanstrengung der Kehlkopf- und Zungenmuskulatur mit Stimmveränderungen und Atemstörungen.

Typische Therapieziele:
  • Abbau der kompensatorischen Hyperfunktion
  • Normalisierung des Muskeltonus im Kehlkopf-/Zungenbereich
  • Verbesserung der Atemstörungen

Diagnostik – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Eingangsdiagnostik (Arzt) – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

  • Organbefund
  • Lupen-laryngoskopischer Befund
  • Stimmstatus
  • Schluckdiagnostik (FEES/VFSS)

Weiterführende Diagnostik – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

  • Videostroboskopie
  • Videoendoskopie
  • Videofluoroskopie

Logopädische Testverfahren – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Test Zweck Zeitpunkt
FEES Endoskopische Schluckdiagnostik Post-OP
Stimmfeldmessung Stimmumfang Post-OP

Therapieverfahren – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Multimodale Rehabilitation mittel

Kombinierte Behandlung von Stimme, Sprechen und Schlucken in integrierten Therapieeinheiten.

Geeignet für: Komplexe Kopf-Hals-Tumor-Nachsorge

Prognose – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Stark abhängig von Art und Ausmaß der OP sowie Bestrahlung. Frühe und intensive Therapie verbessert das Outcome.

Typische Therapiedauer: 30+ Einheiten

Einflussfaktoren – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

  • Ausmaß der Resektion
  • Bestrahlung/Chemotherapie
  • Ernährungszustand
  • Motivation

Red Flags – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Zunehmende Schluckprobleme nach Bestrahlung Zeitnah zum Arzt

Strahlenfibrose kann Schlucken verschlechtern. SC-Verordnung prüfen.

Fallbeispiel – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Titel: Herr S., 63 Jahre – Z.n. Oropharynx-Ca mit Resektion

Text: Herr S. hat nach Teilresektion des Oropharynx und Bestrahlung Schwierigkeiten mit Sprechen und Schlucken. Logopädie 3x/Woche kombiniert alle drei Bereiche. Nach 30 Einheiten: verständliche Sprache und sichere Ernährung mit weicher Kost.

Häufige Verordnungsfehler – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

  • SF bei LKG-Spalten-Rhinophonie – korrekt ist SP8
  • Fehlende gleichzeitige SC-Verordnung bei Schluckstörung nach Kopf-Hals-OP
  • Zu niedrige Behandlungsmenge – SF-Patienten haben oft komplexen Bedarf

Extrabudgetär – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Hinweis Extrabudgetär:

Bösartige Neubildungen (C-Codes) bei SF sind als BVB extrabudgetär (längstens 1 Jahr nach Akutereignis, bei bösartigen Neubildungen nach OP/Radiatio über LY-Zuordnung). Q37.x-Codes (Gaumenspalte mit Lippenspalte) bei SF sind LHB. Q87.0 bei SF ist LHB.

Kosten & Kostenübernahme – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV):

Die Kosten der Logopädie werden bei vorliegender Heilmittelverordnung von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Erwachsene leisten eine gesetzliche Zuzahlung. Eine Befreiung ist bei Erreichen der Belastungsgrenze möglich.

Private Krankenversicherung (PKV):

Die Kostenübernahme ist tarifabhängig. Bitte klären Sie vor Therapiebeginn die Erstattung mit Ihrer Versicherung und der behandelnden Praxis.

Verwandte Diagnosegruppen – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Häufige Fragen (FAQ) – SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktion; Rhinophonie

Brauche ich nach einer Kopf-Hals-Tumor-OP Logopädie?

In den allermeisten Fällen ja. Stimme, Sprechen und Schlucken können betroffen sein. Frühzeitiger Therapiebeginn verbessert das Ergebnis deutlich.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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