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Sprache / Sprechen Arzt / Ärztin Kinder und Jugendliche

SP7 – Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Sprach-/Sprechstörung bei Zerebralparese, frühkindlichem Hirnschaden

Fachliche Beschreibung – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Kombination aus Sprachentwicklungsstörung und motorischer Sprechstörung auf Basis frühkindlicher Hirnschädigung. Umfasst alle Zerebralparese-Typen, Schädel-Hirn-Traumata in der Kindheit, hypoxische Hirnschäden.

Allgemeinverständlich – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Bei Kindern mit Zerebralparese oder anderen frühkindlichen Hirnschäden sind Sprechen und Sprache oft gleichzeitig betroffen. Das Kind hat sowohl Schwierigkeiten, Muskeln für das Sprechen zu koordinieren (Dysarthrie), als auch die Sprache selbst zu entwickeln. Logopädie arbeitet hier an beiden Ebenen gleichzeitig und unterstützt auch alternative Kommunikationswege (z.B. Bildkarten, Kommunikationshilfen).

Zugeordnete ICD-10-Codes – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Verordnung – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Heilmittel Sprachtherapie (30, 45 oder 60 Min), Sprechtherapie (30, 45 oder 60 Min)
Höchstmenge je VO 10
Orient. Behandlungsmenge 60
Frequenzempfehlung 1–3x wöchentlich
Frequenz-Detail 1-3x/Woche. Langzeittherapie. Therapiepausen zur Konsolidierung sinnvoll.
Kombinierbar mit SC

Verordnungsbeispiel – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Heilmittelbereich Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie
Indikationsschlüssel SP7
Leitsymptomatik SP7c
Diagnose Dysarthrie bei ICP
ICD-10 G80.1
Therapiebedarf Sprechtherapie 45 Min.
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2x wöchentlich

Leitsymptomatiken – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

SP7a Schädigung der rezeptiven Sprachfunktionen

Rezeptive Sprachstörung auf Basis frühkindlicher Hirnschädigung.

Typische Therapieziele:
  • Aufbau Sprachverständnis
  • Erweiterung rezeptiver Wortschatz
SP7b Schädigung der expressiven Sprachfunktionen

Expressive Sprachstörung bei frühkindlichem Hirnschaden.

Typische Therapieziele:
  • Aufbau expressiver Sprache
  • UK-Einführung wenn nötig
SP7c Schädigung der Sprechmotorik

Motorische Sprechstörung (Dysarthrie) bei Zerebralparese.

Typische Therapieziele:
  • Verbesserung Mundmotorik
  • Verbesserung Verständlichkeit

Diagnostik – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Eingangsdiagnostik (Arzt) – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

  • Organbefund
  • Tonaudiogramm
  • Sprachstatus
  • Neuropädiatrischer Befund

Weiterführende Diagnostik – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

  • Entwicklungsdiagnostik
  • Neuropsychologische Tests
  • Sprachanalyse

Logopädische Testverfahren – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Test Zweck Zeitpunkt
PDSS Sprachentwicklungsdiagnostik Erstdiagnostik

Therapieverfahren – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Castillo Morales mittel

Orofaziale Regulationstherapie bei muskulärer Hypotonie.

Geeignet für: Kinder mit ICP, Down-Syndrom

Castillo Morales

UK-Einführung und -Begleitung hoch

Systematische Einführung unterstützter Kommunikation.

Geeignet für: Kinder mit schwerer expressiver Störung

ISAAC-Empfehlungen

Prognose – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Langzeittherapie. Fortschritte möglich, aber Geschwindigkeit und Ausmaß stark abhängig von Schweregrad der Hirnschädigung.

Typische Therapiedauer: Langzeittherapie über Jahre. LHB bei Zerebralparese.

Einflussfaktoren – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

  • Schweregrad der Zerebralparese (GMFCS-Level)
  • Kognitive Fähigkeiten
  • Begleitende Hörstörung
  • Familiäre Unterstützung

Red Flags – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Plötzliche Verschlechterung von Sprache oder Schlucken bei bekannter ICP Zeitnah zum Neuropädiater

Kann auf Komplikation hindeuten (Epilepsie, sekundäre Schädigung).

Fallbeispiel – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Titel: Lukas, 4 Jahre – spastische Diparese (G80.1)

Text: Lukas hat eine spastische Zerebralparese. Er versteht Sprache gut, kann aber wegen der Spastik kaum verständlich sprechen. Die Therapie kombiniert Mundmotorik-Training mit UK-Einführung. Lukas nutzt einen Talker im Kindergarten.

Häufige Verordnungsfehler – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

  • Zu geringe Behandlungsmenge – bei Zerebralparese ist langfristiger Bedarf fast immer gegeben
  • Nur SP6 oder nur SP1 statt SP7 bei eindeutiger frühkindlicher Hirnschädigung

Extrabudgetär – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Hinweis Extrabudgetär:

SP7 existiert als Indikationsschlüssel im Heilmittelkatalog, aber NICHT als eigene Diagnosegruppe in Anlage 2. Die G80.x-Codes sind über SP1/SP2/SP6/SC als LHB extrabudgetär. SP7 kann daher praktisch immer als LHB verordnet werden.

Kosten & Kostenübernahme – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV):

Die Kosten der Logopädie werden bei vorliegender Heilmittelverordnung von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Erwachsene leisten eine gesetzliche Zuzahlung. Eine Befreiung ist bei Erreichen der Belastungsgrenze möglich.

Private Krankenversicherung (PKV):

Die Kostenübernahme ist tarifabhängig. Bitte klären Sie vor Therapiebeginn die Erstattung mit Ihrer Versicherung und der behandelnden Praxis.

Verwandte Diagnosegruppen – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Häufige Fragen (FAQ) – SP7 Störungen der Sprache und des Sprechens bei kindlicher Zerebralparese und anderen frühkindlichen Hirnschäden

Bekommt mein Kind mit Zerebralparese dauerhaft Logopädie?

In den meisten Fällen ja. Zerebralparese ist als langfristiger Heilmittelbedarf (LHB) anerkannt. Die Verordnung ist dauerhaft extrabudgetär.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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