Logopädie Praxis Kosmos
← Zur Suche
Sprache / Stimme Arzt / Ärztin Erwachsene

SP9 – Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Sprach-/Sprechstörungen nach OP der Sprech-/Stimmorgane (Laryngektomie, Zungenresektion)

Fachliche Beschreibung – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Sprach- und Sprechstörungen nach operativen Eingriffen oder Erkrankungen der Sprech- und Stimmorgane, z.B. nach Laryngektomie, Zungenresektion oder bei orofazialer Muskeldystrophie. Einschluss des Erlernens von Ersatzstimmen.

Allgemeinverständlich – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Wenn der Kehlkopf wegen einer Krebserkrankung komplett entfernt werden muss (Laryngektomie), verliert der Patient seine natürliche Stimme. Die Logopädie hilft dabei, eine Ersatzstimme zu entwickeln – zum Beispiel durch die Ösophagusstimme oder eine elektronische Sprechhilfe. Nach einer Zungenresektion muss das Sprechen und Schlucken neu erlernt werden.

Zugeordnete ICD-10-Codes – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Verordnung – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Heilmittel Sprachtherapie (30, 45 oder 60 Min), Stimmtherapie (30, 45 oder 60 Min)
Höchstmenge je VO 10
Orient. Behandlungsmenge 30
Frequenzempfehlung 1–3x wöchentlich
Frequenz-Detail 1-3x/Woche. In der Initialphase nach OP intensiver.
Kombinierbar mit SC, SF

Verordnungsbeispiel – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Heilmittelbereich Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie
Indikationsschlüssel SP9
Leitsymptomatik SP9a
Diagnose Z.n. Laryngektomie bei Larynx-Ca
ICD-10 C32.9
Therapiebedarf Sprachtherapie 60 Min.
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2x wöchentlich

Leitsymptomatiken – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

SP9a Schädigung der Sprechmotorik und/oder Artikulationsfunktionen nach OP

Verlust oder Einschränkung der Sprech- und Stimmfunktion nach operativer Entfernung oder Teilentfernung von Kehlkopf, Zunge oder anderen Sprechorganen.

Typische Therapieziele:
  • Erlernen einer Ersatzstimme
  • Verbesserung der Artikulation nach Resektion
  • Anpassung elektronischer Sprechhilfen

Diagnostik – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Eingangsdiagnostik (Arzt) – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

  • Organbefund
  • Lupen-laryngoskopischer Befund
  • Stimmstatus

Weiterführende Diagnostik – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

  • Videostroboskopie
  • Stimmfeldmessung

Logopädische Testverfahren – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Test Zweck Zeitpunkt
Stimmfeldmessung Messung Stimmumfang (sofern Reststimme vorhanden) Post-OP
Verständlichkeitsrating Einschätzung der Sprechverständlichkeit Verlauf

Therapieverfahren – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Ösophagussprache mittel

Patient lernt, Luft in die Speiseröhre aufzunehmen und kontrolliert wieder abzugeben.

Geeignet für: Nach Laryngektomie

Stimmprothesen-Training hoch

Training der Nutzung einer implantierten Stimmprothese (Shunt-Ventil).

Geeignet für: Laryngektomie mit Stimmprothese

Elektronische Sprechhilfe mittel

Training mit externem Vibrator (Servox o.ä.) als Stimmersatz.

Geeignet für: Wenn Ösophagussprache nicht möglich

Prognose – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Die meisten Patienten können eine funktionale Ersatzkommunikation erlernen. Stimmprothesen bieten die natürlichste Klangqualität. Ösophagussprache erfordert mehr Übung.

Typische Therapiedauer: 30 Einheiten, oft darüber hinaus

Einflussfaktoren – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

  • Art und Ausmaß der OP
  • Zustand der verbliebenen Strukturen
  • Bestrahlung
  • Motivation

Red Flags – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Verschlucken oder Aspiration nach Kopf-Hals-OP Dringend zum Arzt

Gleichzeitige SC-Verordnung prüfen.

Fallbeispiel – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Titel: Herr W., 58 Jahre – Z.n. Laryngektomie bei Larynx-Ca

Text: Herr W. erhält nach totaler Laryngektomie eine Stimmprothese. Die Logopädie beginnt 2 Wochen nach OP. Nach 20 Einheiten kann er mit der Stimmprothese verständlich kommunizieren.

Häufige Verordnungsfehler – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

  • SP9 statt SF bei kombinierter Stimm- und Sprechstörung nach Kopf-Hals-OP

Extrabudgetär – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Hinweis Extrabudgetär:

C32.x und C01/C02/C10-Codes sind als BVB bei bösartigen Neubildungen des Kopf-Hals-Bereichs extrabudgetär über die SF-Zuordnung.

Kosten & Kostenübernahme – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV):

Die Kosten der Logopädie werden bei vorliegender Heilmittelverordnung von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Erwachsene leisten eine gesetzliche Zuzahlung. Eine Befreiung ist bei Erreichen der Belastungsgrenze möglich.

Private Krankenversicherung (PKV):

Die Kostenübernahme ist tarifabhängig. Bitte klären Sie vor Therapiebeginn die Erstattung mit Ihrer Versicherung und der behandelnden Praxis.

Verwandte Diagnosegruppen – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Häufige Fragen (FAQ) – SP9 Störungen der Sprache und des Sprechens bei Erkrankungen der Stimm- und Sprechorgane

Kann ich nach einer Kehlkopfentfernung wieder sprechen?

Ja. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Stimmprothese, Ösophagussprache oder elektronische Sprechhilfe. Die Logopädie hilft beim Erlernen.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

← Zur Suche

Die hier enthaltenen medizinischen Informationen wurden sorgfältig recherchiert und orientieren sich an der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie an AWMF-Leitlinien. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Die exakte Beurteilung hängt immer vom Einzelfall und dem klinischen Kontext ab. Prüfen Sie im Zweifel nochmals selbst anhand der offiziellen Quellen.

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung für Schäden übernommen, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA.