Logopädische Beschreibung – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
C07 (Bösartige Neubildung: Parotis): Bösartige Neubildung der Ohrspeicheldrüse (Parotis). Wegen der Nähe zum Gesichtsnerv kann eine Operation eine Fazialisparese mit gestörtem Lippenschluss und Artikulation nach sich ziehen. Logopädisch relevant sind eine orale Dysphagie, bei Parotisbeteiligung Artikulations- und Lippenschlussstörungen sowie strahlenbedingte Mundtrockenheit mit erschwertem Schlucken. Die Therapie begleitet die onkologische Behandlung.
Typische Störungsbilder – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Schluckstörung, oft verstärkt durch strahlenbedingte Mundtrockenheit.
Gesichtslähmung mit Folgen für Aussprache, Mundschluss und orale Nahrungsaufnahme.
Xerostomie erschwert Bolusbildung und Schlucken.
Bei Krebs der Ohrspeicheldrüse (Parotis) können Operation und Bestrahlung das Schlucken und durch eine mögliche Gesichtslähmung auch die Aussprache beeinträchtigen. Logopädie unterstützt gezielt.
Logopädische Relevanz – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
| Häufigkeit | in spezialisierten und klinischen Settings regelmäßig |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Erwachsene mit Kopf-Hals-Tumor vor, während und nach onkologischer Behandlung. |
| Bedeutung | Kopf-Hals-Tumor / Hirntumor → Schlucken/Stimme/Sprache |
Typische logopädische Symptome – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
- Dysphagie (SC)
- Stimmstörung nach Laryngektomie/Bestrahlung (ST1)
- Dysarthrie (SP6)
Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:
Verordnungshinweis – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Tumorcode als Hauptdiagnose + korrekte DG. Bei seltenen Lokalisationen ggf. Freitext-Begründung.
Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept, wenn die Diagnosegruppe (ST1, SC) und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet sind. Bei Kopf-Hals-Tumoren ist die logopädische Behandlung in der Regel klar indiziert (postoperativ, unter/nach Bestrahlung). Kassen akzeptieren diese Codes in der Regel als plausibel.
Als Nebendiagnose: Ja
Verordnung & Praxistipps – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Typische Erstverordnung – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
| Diagnosegruppe | SC |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SCa |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Hausbesuch | Ggf. bei eingeschränkter Mobilität |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Ja |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
- C07 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
- Schlucktherapie erst spät verordnet, obwohl bereits präoperativ und unter Bestrahlung sinnvoll
Tipps für Ärzt*innen – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
- C07 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog. Als ätiologischer Hauptcode mit passender Diagnosegruppe verordnungsfähig. Logopädie früh, idealerweise schon prätherapeutisch, einbinden.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
- Logopädie hilft, nach Operation oder Bestrahlung sicher zu schlucken und verständlich zu sprechen. Ein früher Beginn verbessert die Ergebnisse.
Therapieverlauf – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Therapiebeginn: Prä- und postoperativ, sowie begleitend zur Bestrahlung
Setting: Stationär, Reha, ambulant
Frequenz: Ambulant 1-2x pro Woche
Besonderheiten: Bei Parotis-OP enge Abstimmung mit Physiotherapie wegen der Fazialisbeteiligung.
Therapieinhalte – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
- Schlucktherapie und Speichel- bzw. Xerostomiemanagement
- Übungen für Lippenschluss, Gesichtsmuskulatur und Artikulation
- Beratung zu Kostanpassung
Diagnostik – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Erstdiagnostik – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Klinische Schluckuntersuchung, ggf. FEES | Aspirationsrisiko und sichere Kostform bestimmen | Prä- und postoperativ |
| Befund von Artikulation, Resonanz und Stimme | Sprech- und Stimmfunktion erfassen | Erstkontakt |
Verlaufsdiagnostik – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Reevaluation von Schlucken und Verständlichkeit | Kost steigern, Therapie anpassen | Im Verlauf, v.a. nach Bestrahlung |
Red Flags – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Aspirationszeichen, Nahrungskarenz und instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.
Strahlenfolgen wie Fibrose oder Trismus früh adressieren, ärztlich abklären.
Prognose – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Mit logopädischer Begleitung lassen sich Schlucken und Verständlichkeit oft deutlich verbessern. Der Verlauf hängt stark von Lokalisation, Ausmaß der Behandlung und Strahlenfolgen ab.
Einflussfaktoren – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
- Tumorlokalisation und Stadium
- Art der Operation und Rekonstruktion
- Bestrahlung und ihre Folgen (Mundtrockenheit, Fibrose, Trismus)
- Therapiebeginn
- Allgemeinzustand
- Fazialisbeteiligung
Verwandte Codes – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Differentialdiagnosen – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Weitere Codes der Diagnosegruppe SC – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Häufige Fragen – C07 Bösartige Neubildung: Parotis
Kann nach einer Speicheldrüsen-OP eine Gesichtslähmung auftreten?
Bei Operationen an der Ohrspeicheldrüse ist das möglich, weil der Gesichtsnerv dort verläuft. Logopädie übt dann Lippenschluss, Aussprache und sicheres Essen.
Kann man Ohrspeicheldrüsenkrebs auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?
C07 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SC) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.