Logopädische Beschreibung – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
D33.1 (Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell): Gutartige Neubildung des Gehirns. Bei Lage im Kleinhirn oder Hirnstamm stehen Dysarthrie, nach Operation in der hinteren Schädelgrube ein zerebellärer Mutismus und eine Dysphagie im Vordergrund. Tumor, Operation, Bestrahlung und Ödem beeinflussen Sprache, Sprechen, Schlucken und Kognition. Die Therapie richtet sich nach Lokalisation und Verlauf.
Typische Störungsbilder – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Verwaschenes, mühsames Sprechen.
Vorübergehender Sprechverlust nach Operation in der hinteren Schädelgrube.
Schluckstörung mit hoher Aspirationsgefahr.
Ein gutartiger Hirntumor kann je nach Lage Sprache, Sprechen, Schlucken oder das Denken beeinträchtigen. Logopädie behandelt die betroffenen Funktionen.
Logopädische Relevanz – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
| Häufigkeit | in spezialisierten und klinischen Settings regelmäßig |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Betroffene mit Hirntumor vor und nach Operation oder Bestrahlung, Erwachsene und Kinder. |
| Bedeutung | Gutartige Tumoren → Stimme/Schlucken/Sprache |
Typische logopädische Symptome – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
- Dysphagie (SC)
- Stimmstörung nach Laryngektomie/Bestrahlung (ST1/ST2)
- Dysarthrie (SP6)
- Aphasie bei Hirntumor (SP5)
Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:
Verordnungshinweis – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Tumorcode als Hauptdiagnose + korrekte DG. Bei seltenen Lokalisationen ggf. Freitext-Begründung.
Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept, wenn die Diagnosegruppe (ST1, SC) und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet sind. Bei Kopf-Hals-Tumoren ist die logopädische Behandlung in der Regel klar indiziert (postoperativ, unter/nach Bestrahlung). Kassen akzeptieren diese Codes in der Regel als plausibel.
Als Nebendiagnose: Ja
Verordnung & Praxistipps – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Typische Erstverordnung – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
| Diagnosegruppe | SP6 |
|---|---|
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Hausbesuch | Ggf. bei eingeschränkter Mobilität |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Nein |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
- D33.1 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
- Schluckstörung bei Hirnstammnähe nicht beachtet
Tipps für Ärzt*innen – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
- D33.1: Logopädie je nach Lokalisation über SP6, Schlucken und Kognition mitbeurteilen.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
- Logopädie hilft bei Sprach-, Sprech- und Schluckproblemen nach einem Hirntumor.
Therapieverlauf – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Therapiebeginn: Prä- und postoperativ, in Akut- und Rehaphase
Setting: Stationär, Reha, ambulant
Frequenz: In Akut/Reha hochfrequent, ambulant 1-3x pro Woche
Besonderheiten: Enge Abstimmung mit Neurochirurgie und Neurologie. Symptome können sich durch Ödem oder Bestrahlung verändern.
Therapieinhalte – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
- Aphasie- bzw. Dysarthrietherapie je nach Lokalisation
- Dysphagiemanagement mit Aspirationsschutz
- Bei zerebellärem Mutismus Begleitung der Sprechwiederanbahnung
- Kognitiv-kommunikative Therapie bei Bedarf
Diagnostik – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Erstdiagnostik – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Aphasie-, Dysarthrie- und kognitiv-kommunikative Diagnostik | Art und Schwere erfassen | Sobald kooperationsfähig |
| Klinische Schluckuntersuchung, ggf. FEES | Aspirationsrisiko bestimmen | Früh |
Verlaufsdiagnostik – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Reevaluation | Erholung dokumentieren | Engmaschig |
Red Flags – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Aspirationszeichen, Schluckdiagnostik veranlassen.
Sofortige ärztliche Abklärung.
Prognose – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Gutartige Hirntumoren haben nach Behandlung oft eine günstige Prognose. Logopädie verbessert betroffene Funktionen, ein zerebellärer Mutismus bildet sich meist zurück.
Einflussfaktoren – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
- Lokalisation und Ausdehnung
- Art der Behandlung
- Vollständigkeit der Entfernung
- Therapiebeginn
- Allgemeinzustand
Verwandte Codes – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Differentialdiagnosen – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Weitere Codes der Diagnosegruppe SC – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Häufige Fragen – D33.1 Gutartige Neubildung: Gehirn, infratentoriell
Was ist zerebellärer Mutismus?
Manche Patienten, vor allem Kinder, sprechen nach einer Operation in der hinteren Schädelgrube vorübergehend nicht. Logopädie begleitet die schrittweise Rückkehr der Sprache.
Kann man gutartiger Hirntumor (Kleinhirn/Hirnstamm) auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?
D33.1 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP6) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.