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Bedingt verordnungsfähig

D82.1 – DiGeorge-Syndrom

D82.1 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: D82.1 Logopädie, DiGeorge-Syndrom Logopädie, Syndrom Sprachentwicklung Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Genetische Syndrome mit Sprach-/Schluck-/Stimmbeteiligung

Therapieziele am Entwicklungsniveau ausrichten, interdisziplinär arbeiten. Velopharyngeale Insuffizienz beachten.

Logopädische Beschreibung – D82.1 DiGeorge-Syndrom

D82.1 (DiGeorge-Syndrom): Mikrodeletionssyndrom (22q11), häufig mit Gaumenfehlbildung bzw. velopharyngealer Insuffizienz, Herzfehler und Immundefekt. Logopädisch stehen eine Sprachentwicklungsstörung, häufig Artikulations- und Fütterprobleme sowie eine velopharyngeale Insuffizienz mit näselndem Klang im Vordergrund. Die Therapie ist langfristig angelegt und eng mit Frühförderung und weiteren Fachrichtungen abgestimmt.

Typische Störungsbilder – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Sprachentwicklungsstörung SP1 häufig

Verzögerte Sprache und eingeschränktes Sprachverständnis.

Velopharyngeale Insuffizienz und Rhinophonie SF typisch

Näselnder Klang und nasaler Luftaustritt, auch ohne sichtbare Spalte.

Artikulationsstörung SP3 häufig

Undeutliche Aussprache, oft bei muskulärer Hypotonie.

Fütter- und Schluckstörung SC v.a. im Säuglingsalter

Erschwertes Trinken und Essen, oft bei niedrigem Muskeltonus.

Einfach erklärt:

Bei DiGeorge-Syndrom ist die Sprachentwicklung oft verzögert, dazu kommen häufig Aussprache- und Essprobleme und ein näselnder Stimmklang. Logopädie fördert Sprache, Aussprache, Schlucken und Resonanz.

Logopädische Relevanz – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Häufigkeit selten
Patient*innengruppe Kinder mit genetischem bzw. Fehlbildungssyndrom.
Bedeutung VPI/Rhinophonie/Sprachentwicklung

Typische logopädische Symptome – D82.1 DiGeorge-Syndrom

  • Sprachentwicklungsstörung (SP1)
  • VPI/Rhinophonie (SF)
  • Dysphagie (SC)
  • Dysarthrie (SP6)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

SP1 Abgeleitet & verifiziert

HMK: SP1 bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

SF Abgeleitet & verifiziert

HMK: SF bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

SC Abgeleitet & verifiziert

HMK: SC bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

SP6 Praxisempfehlung

Klinisch möglich bei Genetische Syndrome mit Sprach-/Schluck-/Stimmbeteiligung.

Verordnungshinweis – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Syndrom-Code als Hauptdiagnose + korrekte DG.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode. Genetische Syndrome mit bekannter Sprach-/Schluckbeteiligung werden in der Regel akzeptiert. Bei sehr seltenen Syndromen Begleitbrief empfohlen.

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Typische Erstverordnung – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1a
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Bei Säuglingen ggf. sinnvoll
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – D82.1 DiGeorge-Syndrom

  • D82.1 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Nur der Syndrom-Code verwendet, ohne die konkrete logopädische Indikation

Tipps für Ärzt*innen – D82.1 DiGeorge-Syndrom

  • D82.1: Die konkrete Sprach-, Sprech-, Schluck- bzw. Resonanzstörung über die passende Diagnosegruppe (SP1, SP3, SC bzw. SF) verordnen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – D82.1 DiGeorge-Syndrom

  • Logopädie unterstützt Sprache, Aussprache und Essen. Wichtig ist, dass die konkrete Indikation benannt wird.

Therapieverlauf – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Therapiebeginn: Früh, im Säuglingsalter bei Fütterproblemen, dann sprachentwicklungsbegleitend

Setting: Ambulant, mit Frühförderung und Fachärzten

Frequenz: Meist 1-2x pro Woche, langfristig

Besonderheiten: Therapieziele am individuellen Entwicklungsniveau ausrichten, interdisziplinär arbeiten.

Therapieinhalte – D82.1 DiGeorge-Syndrom

  • Förderung von Sprache, Wortschatz und Verständnis
  • Artikulations- und Mundmotoriktherapie
  • Fütter- und Schluckunterstützung bei Säuglingen
  • Resonanztherapie bei velopharyngealer Insuffizienz
  • Elternberatung

Diagnostik – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Erstdiagnostik – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Test Zweck Zeitpunkt
Sprach-, Sprech- und Schluckdiagnostik Entwicklungsstand und Funktionen erfassen Zu Therapiebeginn, bei Säuglingen früh
Beobachtung der Ess- und Trinksituation Füttern und Schlucksicherheit beurteilen Bei Fütterproblemen

Verlaufsdiagnostik – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation Entwicklung und Funktion dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Husten, Verschlucken, feuchte Atmung oder Atempausen beim Füttern Zeitnah ärztlich

Aspirationsgefahr, instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.

Gewichtsabnahme oder ausbleibendes Gedeihen Sofort ärztlich

Gedeihstörung, pädiatrische Versorgung vorrangig.

Prognose – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Logopädie verbessert Kommunikation, Aussprache und Schlucken entsprechend dem individuellen Niveau. Der Verlauf hängt vom Syndrom und von der Förderung ab.

Einflussfaktoren – D82.1 DiGeorge-Syndrom

  • Art und Schwere des Syndroms
  • Begleiterkrankungen
  • Förderbeginn
  • Einbezug des Umfelds

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Differentialdiagnosen – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP1 – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Häufige Fragen – D82.1 DiGeorge-Syndrom

Warum näseln Kinder mit DiGeorge-Syndrom oft?

Beim 22q11-Syndrom ist das Gaumensegel häufig unzureichend, auch ohne sichtbare Spalte. Logopädie behandelt die Resonanz und die Sprache, oft mit HNO und MKG-Chirurgie.

Kann man DiGeorge-Syndrom auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

D82.1 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP1) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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