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Bedingt verordnungsfähig

E76.1 – Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

E76.1 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: E76.1 Logopädie, Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter) Logopädie, Speichererkrankung Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen (ergänzend)

Fortschreitende Erkrankung. Erhalt von Kommunikation und Schlucksicherheit, Angehörige einbeziehen.

Logopädische Beschreibung – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

E76.1 (Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)): Fortschreitende lysosomale Speichererkrankung (Hunter-Syndrom). Es handelt sich um eine fortschreitende Speichererkrankung, die im Verlauf zu zunehmendem Verlust von Sprache, Sprechen und sicherem Schlucken führt. Typisch sind eine vergrößerte Zunge und enge Atemwege. Logopädie zielt auf Erhalt von Kommunikation und sicherem Schlucken sowie auf Beratung der Angehörigen, im Spätstadium palliativ ausgerichtet.

Typische Störungsbilder – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Progrediente Sprach- und Kommunikationsstörung SP1 im Verlauf zunehmend

Zunehmender Verlust sprachlicher und kommunikativer Fähigkeiten.

Makroglossie und Atemwegsbeteiligung SC typisch

Vergrößerte Zunge und enge Atemwege erschweren Schlucken, Stimme und Aussprache.

Dysphagie SC im Verlauf

Schluckstörung mit Aspirationsrisiko, zunehmend.

Dysarthrie SP6 häufig

Verwaschenes Sprechen.

Einfach erklärt:

Bei Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter) gehen Fähigkeiten mit der Zeit verloren, auch Sprache und Schlucken. Logopädie hilft, Kommunikation und sicheres Schlucken so lange wie möglich zu erhalten, und unterstützt die Familie.

Logopädische Relevanz – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Häufigkeit sehr selten
Patient*innengruppe Kinder bzw. Betroffene mit fortschreitender Speichererkrankung.
Bedeutung Stimmstörung/Sprach-/Schluckstörung

Typische logopädische Symptome – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

  • Stimmstörung bei Schilddrüsen-OP (ST1)
  • Dysphagie (SC)
  • Sprachentwicklungsstörung bei Stoffwechselerkrankung (SP1)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

ST1 Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von ST1 für E76.1 (Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen (ergänzend)). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

SC Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SC für E76.1 (Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen (ergänzend)). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

SP1 Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SP1 für E76.1 (Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen (ergänzend)). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

Verordnungshinweis – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Stoffwechsel-Code als Hauptdiagnose + korrekte DG.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode wenn die Stoffwechselerkrankung zu logopädisch behandelbarer Symptomatik führt.

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Typische Erstverordnung – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1a
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Ggf. sinnvoll
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

  • E76.1 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Schluckstörung im Verlauf nicht früh genug adressiert

Tipps für Ärzt*innen – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

  • E76.1: Logopädie über SP1 bzw. SC, Schwerpunkt Erhalt von Kommunikation und Schlucksicherheit, Angehörige einbeziehen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

  • Logopädie hilft, Verständigung und sicheres Schlucken zu erhalten, und unterstützt die Familie.

Therapieverlauf – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Therapiebeginn: Sobald Sprach-, Sprech- oder Schluckprobleme auftreten

Setting: Ambulant, Hausbesuch, mit Frühförderung und SPZ

Frequenz: An Verlauf und Belastbarkeit angepasst

Besonderheiten: Fortschreitende, oft lebenslimitierende Erkrankung. Therapieziel ist Erhalt von Teilhabe und Lebensqualität.

Therapieinhalte – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

  • Erhalt und Kompensation von Kommunikation
  • Unterstützte Kommunikation bei Bedarf
  • Schluckmanagement mit Aspirationsschutz
  • Beratung der Angehörigen

Diagnostik – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Erstdiagnostik – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Test Zweck Zeitpunkt
Sprach-, Sprech- und Schluckdiagnostik Entwicklungsstand und Funktionen erfassen Früh, bei Säuglingen im Rahmen der Nachsorge
Beobachtung der Ess- und Trinksituation Füttern und Schlucksicherheit beurteilen Bei Fütterproblemen

Verlaufsdiagnostik – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Test Zweck Zeitpunkt
Entwicklungsbegleitende Reevaluation Sprache und Funktion dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Zunehmende Schluckstörung mit Verschlucken Zeitnah

Aspirations- und Mangelernährungsrisiko, Kost anpassen.

Verlust bereits erworbener Fähigkeiten Ärztlich abklären

Krankheitsfortschritt bzw. Regression einordnen.

Prognose – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Die Erkrankung schreitet fort. Logopädie hält den Verlauf nicht auf, erhält aber Kommunikation und sicheres Schlucken so lange wie möglich und entlastet die Familie.

Einflussfaktoren – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

  • Krankheitsform und Verlauf
  • Stadium
  • Begleitsymptome
  • Einbindung der Angehörigen

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Differentialdiagnosen – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Weitere Codes der Diagnosegruppe ST1 – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Häufige Fragen – E76.1 Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter)

Was kann Logopädie bei Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter) leisten?

Sie kann den Verlauf nicht aufhalten, aber Kommunikation und sicheres Schlucken so lange wie möglich erhalten und die Familie unterstützen.

Kann man Mukopolysaccharidose Typ II (Hunter) auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

E76.1 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP1) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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