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Nicht als Hauptdiagnose verordnungsfähig

F94.0 – Elektiver Mutismus

F94.0 ist NICHT im G-BA Heilmittelkatalog als Beispieldiagnose gelistet. Nur als Nebendiagnose auf der Verordnung zulässig.

Auch gesucht unter: Mutismus Logopädie, F94.0 Verordnung, selektiver Mutismus Therapie, Kind spricht nicht im Kindergarten, Kind schweigt

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Autismus-Spektrum und Verhaltensdiagnosen

Elektiver Mutismus ist logopädisch relevant und sollte früh behandelt werden. Eng mit Eltern, Kita bzw. Schule und ggf. Psychotherapie abstimmen.

Logopädische Beschreibung – F94.0 Elektiver Mutismus

Selektiver Mutismus ist eine Störung, bei der Kinder in bestimmten Situationen (z.B. Kindergarten, Schule) konsequent schweigen, obwohl sie grundsätzlich sprechen können. Die logopädische Behandlung ist fachlich gut etabliert (DonT-Konzept nach Katz-Bernstein, SYMUT). Die Verordnungssituation ist jedoch unbefriedigend, da F94.0 nicht im Heilmittelkatalog steht.

Typische Störungsbilder – F94.0 Elektiver Mutismus

Selektives Schweigen SP1 definierend

Das Kind spricht in vertrauter Umgebung, schweigt aber konsequent in bestimmten sozialen Situationen, z.B. in der Kita.

Begleitende Sprachauffälligkeiten SP1 möglich

Teils zusätzliche Aussprache- oder Sprachentwicklungsthemen.

Einfach erklärt:

Wenn Ihr Kind in bestimmten Situationen gar nicht spricht, obwohl es eigentlich sprechen kann, kann Logopädie helfen. Allerdings ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht automatisch geregelt. Sprechen Sie vorab mit Ihrer Kasse.

Logopädische Relevanz – F94.0 Elektiver Mutismus

Häufigkeit mittel
Patient*innengruppe Kinder im Vorschul- und Grundschulalter, die in bestimmten sozialen Situationen schweigen
Bedeutung Mutismus wird fachlich regelmäßig in der Logopädie behandelt. Die Verordnungslage ist das Hauptproblem.

Grauzone-Status im Detail – F94.0 Elektiver Mutismus

Empfohlene Hauptdiagnose – F94.0 Elektiver Mutismus

Verwenden Sie stattdessen einen der folgenden ICD-10-Codes als Hauptdiagnose:

F80.x – Sprachentwicklungsstörung
F94.0 + SP1 – Mutismus + Sprachtherapie
F94.0 + ST3/ST4 – Mutismus + Stimmtherapie

Korrekte Diagnosegruppe: Keine einheitliche Regelung. SP1 oder ST3/ST4 je nach Kassenakzeptanz. Vorabklärung mit Krankenkasse dringend empfohlen.

Empfehlung an die Ärzt*in:

Echte Lücke im System. Vorab mit der Krankenkasse klären. Falls begleitende Sprachstörung: F80.x + SP1 als sicherer Weg. F94.0 als Nebendiagnose.

Warum nicht im Katalog:

F94.0 ist als Störung sozialer Funktionen klassifiziert, nicht als Sprach- oder Sprechstörung. Der Heilmittelkatalog ordnet Mutismus keiner Diagnosegruppe zu.

Häufigkeit auf Rezepten:

Mittel. Eltern und Ärzte fragen gezielt nach Logopädie bei Mutismus.

Risiko bei Nutzung:

Absetzung möglich. Kassenhandhabung uneinheitlich.

Wann trotzdem relevant:
  • Behandlung von Mutismus in der Logopädie ist fachlich etabliert (DonT-Konzept, SYMUT etc.)
  • Manche Kassen akzeptieren F94.0 in Kombination mit SP1 oder ST3/ST4, NICHT einheitlich geregelt
  • Vorab mit der Krankenkasse klären
  • Wenn begleitend eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt → F80.x + SP1

Verordnung & Praxistipps – F94.0 Elektiver Mutismus

Typische Erstverordnung – F94.0 Elektiver Mutismus

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1a
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – F94.0 Elektiver Mutismus

  • Abwarten statt früher Therapie, dadurch Verfestigung
  • Sprechangst nicht berücksichtigt

Tipps für Ärzt*innen – F94.0 Elektiver Mutismus

  • Elektiver Mutismus ist logopädisch behandelbar. Frühe Verordnung über die Sprachtherapie (SP1), Einbezug des Umfelds.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – F94.0 Elektiver Mutismus

  • Wenn euer Kind zu Hause spricht, aber in der Kita oder bei Fremden konsequent schweigt, kann Logopädie früh helfen. Druck zum Sprechen ist dabei nicht hilfreich.

Therapieverlauf – F94.0 Elektiver Mutismus

Therapiebeginn: Frühzeitig, da sich das Schweigen sonst verfestigen kann

Setting: Ambulant, eng mit Eltern und Kita bzw. Schule

Frequenz: Meist 1-2x pro Woche

Besonderheiten: Häufig mit Angstkomponente, multidisziplinäre Abstimmung sinnvoll.

Therapieinhalte – F94.0 Elektiver Mutismus

  • Abbau der Sprechangst in kleinen Schritten
  • Aufbau von Kommunikation in zunehmend schwierigeren Situationen
  • Beratung von Eltern und Bezugspersonen
  • ggf. Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendpsychotherapie

Diagnostik – F94.0 Elektiver Mutismus

Erstdiagnostik – F94.0 Elektiver Mutismus

Test Zweck Zeitpunkt
Sprach- und Kommunikationsdiagnostik Sprachstand und pragmatische Fähigkeiten erfassen Zu Therapiebeginn

Verlaufsdiagnostik – F94.0 Elektiver Mutismus

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation Fortschritt dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – F94.0 Elektiver Mutismus

Vollständiges Schweigen auch zu Hause oder plötzlicher Sprachverlust Ärztlich abklären

Untypisch, andere Ursachen abklären.

Prognose – F94.0 Elektiver Mutismus

Mit früher Therapie und Einbezug des Umfelds ist die Prognose des selektiven Mutismus gut. Je länger das Schweigen besteht, desto aufwendiger die Behandlung.

Einflussfaktoren – F94.0 Elektiver Mutismus

  • Dauer des Mutismus
  • Alter bei Therapiebeginn
  • Angstausmaß
  • Einbezug von Umfeld

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – F94.0 Elektiver Mutismus

Differentialdiagnosen – F94.0 Elektiver Mutismus

F80.x – Sprachentwicklungsstörung
F94.0 – + SP1 Mutismus + Sprachtherapie
F94.0 – + ST3/ST4 Mutismus + Stimmtherapie

Weitere Codes der Diagnosegruppe Autismus-Spektrum und Verhaltensdiagnosen – F94.0 Elektiver Mutismus

Häufige Fragen – F94.0 Elektiver Mutismus

Kann Logopädie bei Mutismus helfen?

Ja. Es gibt spezialisierte Therapiekonzepte (z.B. DonT, SYMUT). Die Verordnungslage ist aber kompliziert, klären Sie die Kostenübernahme vorab mit Ihrer Krankenkasse.

Welcher Code muss auf dem Rezept stehen?

Die sicherste Variante: Wenn begleitend eine Sprachstörung vorliegt, F80.x als Hauptcode + SP1. F94.0 als Nebendiagnose. Manche Kassen akzeptieren auch F94.0 direkt, vorab klären.

Was ist elektiver oder selektiver Mutismus?

Das Kind kann sprechen und tut es in vertrauter Umgebung, schweigt aber konsequent in bestimmten Situationen. Frühe logopädische Therapie hilft, die Sprechangst abzubauen.

Hilft Logopädie bei Mutismus?

Ja. In kleinen Schritten wird Kommunikation in immer schwierigeren Situationen aufgebaut. Eltern und Umfeld werden eng einbezogen.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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