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Nicht als Hauptdiagnose verordnungsfähig

F98.2 – Fütterstörung im frühen Kindesalter

F98.2 ist NICHT im G-BA Heilmittelkatalog als Beispieldiagnose gelistet. Nur als Nebendiagnose auf der Verordnung zulässig.

Dieser Code ist NICHT im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Fütterstörungen und Essprobleme

Korrekte Verordnung – empfohlene Alternativen – F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter

Verwenden Sie stattdessen einen der folgenden ICD-10-Codes als Hauptdiagnose:

Q-Codes – Angeborene Fehlbildungen (z.B. Q35-Q37 bei Spalten)

Korrekte Diagnosegruppe: SC (Schlucktherapie) oder SF (bei myofunktioneller Störung)

Empfehlung an die Ärzt*in:

Bitte einen Code wählen, der die logopädisch behandelbare Symptomatik beschreibt (z.B. R13.x für Dysphagie, Q-Codes bei Fehlbildungen). F98.2 kann als Nebendiagnose stehen.

Fachliche Beschreibung – F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter

F98.2 beschreibt eine Fütterstörung im Säuglings- und Kleinkindalter mit Nahrungsverweigerung und extremer Wählerigkeit beim Essen bei angemessenem Nahrungsangebot. Logopädisch relevant wird sie, wenn orale sensorische oder motorische Defizite die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen – also eine Schluckstörung im weiteren Sinne vorliegt. Die rein verhaltensbedingte Komponente fällt in die Psychotherapie/Pädiatrie.

Allgemeinverständlich – F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter

Wenn ein Baby oder Kleinkind große Probleme beim Essen oder Trinken hat, schreiben Kinderärzte oft F98.2 auf das Rezept. Dieser Code allein reicht aber nicht für eine Logopädie-Verordnung. Der Arzt muss zusätzlich beschreiben, was genau das Problem beim Schlucken ist.

Grauzone-Status im Detail – F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter

Warum nicht im Katalog:

F98.2 beschreibt eine Verhaltens- und emotionale Störung des Kindesalters, keine Schluckstörung im engeren Sinne der HeilM-RL. Der Heilmittelkatalog listet nur Diagnosen, die einer der 14 Diagnosegruppen (ST1–SC) zugeordnet werden können.

Häufigkeit auf Rezepten:

Einer der häufigsten Grauzone-Codes überhaupt. Kinderärzte schreiben F98.2 regelmäßig als alleinige Diagnose auf Logopädie-Verordnungen.

Risiko bei Nutzung:

Absetzung durch die Krankenkasse bei Wirtschaftlichkeitsprüfung. Rezept kann als nicht verordnungsfähig eingestuft werden.

Wann trotzdem relevant:
  • Wenn begleitend eine orale/pharyngeale Schluckstörung nachweisbar ist → SC (Dysphagie)
  • Wenn eine myofunktionelle Störung vorliegt → SF
  • Als Nebendiagnose auf dem Rezept zusammen mit einem heilmittelkatalogtauglichen Hauptcode

Logopädie-Relevanz – F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter

Häufigkeit in der Praxis: sehr häufig

Fütterstörungen sind ein Kernarbeitsgebiet vieler Logopädie-Praxen, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Verordnungslage ist aber unbefriedigend.

Typische Patient*innengruppe: Säuglinge und Kleinkinder mit Saug-, Trink- und Essproblemen

Häufige Fragen (FAQ) – F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter

Warum kann mein Kinderarzt mit F98.2 keine Logopädie verordnen?

F98.2 beschreibt eine Verhaltensstörung beim Essen, keine Schluckstörung. Der Heilmittelkatalog erfordert einen Code, der die körperliche Ursache benennt – zum Beispiel R13.x bei einer Schluckstörung.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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