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Nicht als Hauptdiagnose verordnungsfähig

F98.3 – Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

F98.3 ist NICHT im G-BA Heilmittelkatalog als Beispieldiagnose gelistet. Nur als Nebendiagnose auf der Verordnung zulässig.

Auch gesucht unter: Pica Logopädie, F98.3 Verordnung

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Fütterstörungen und Essprobleme

Pica ist primär verhaltensbezogen und wird meist multidisziplinär begleitet. Logopädie nur bei begleitender oraler bzw. Schluckproblematik.

Logopädische Beschreibung – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

F98.3 beschreibt das anhaltende Essen nicht essbarer Substanzen. Primär psychiatrische Domäne. Logopädisch nur relevant bei gleichzeitiger oropharyngealer Funktionsstörung.

Typische Störungsbilder – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Essen nicht essbarer Substanzen SC definierend

Verhaltensauffälligkeit, oft im Rahmen von Entwicklungsstörungen, meist multidisziplinär.

Einfach erklärt:

Pica (Essen von nicht essbaren Dingen) ist ein psychisches Störungsbild und kein Grund für Logopädie. Nur wenn gleichzeitig Schluckprobleme bestehen, kann Logopädie über einen anderen Code verordnet werden.

Logopädische Relevanz – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Häufigkeit selten
Patient*innengruppe Kinder mit Mehrfachbehinderung und begleitenden Essstörungen
Bedeutung Selten in der logopädischen Praxis, gelegentlich als Begleitdiagnose bei Kindern mit Mehrfachbehinderung.

Grauzone-Status im Detail – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Empfohlene Hauptdiagnose – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Verwenden Sie stattdessen einen der folgenden ICD-10-Codes als Hauptdiagnose:

R13.x – Dysphagie

Korrekte Diagnosegruppe: Nicht über Logopädie verordnungsfähig, außer bei sekundärer Schluckstörung → SC

Empfehlung an die Ärzt*in:

Nicht über Logopädie verordnungsfähig. Falls begleitend Schluckprobleme bestehen: SC mit R13.x.

Warum nicht im Katalog:

Pica (Essen nicht essbarer Substanzen) ist eine psychiatrische Diagnose. Keine Zuordnung zu einer logopädischen Diagnosegruppe möglich.

Häufigkeit auf Rezepten:

Selten, gelegentlich in Zusammenhang mit Fütterstörungen.

Risiko bei Nutzung:

Absetzung, da kein logopädischer Verordnungsgrund.

Wann trotzdem relevant:
  • Wenn begleitend Schluckprobleme bestehen → SC mit passendem Code

Verordnung & Praxistipps – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Typische Erstverordnung – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCb
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Häufig sinnvoll zur Beobachtung der Mahlzeit
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

  • Verordnung verzögert, obwohl Gedeihen bedroht ist
  • Fütterstörung und kindliche Dysphagie nicht unterschieden

Tipps für Ärzt*innen – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

  • F98.3 ist keine primär logopädische Indikation. Bei begleitender oraler Sensorik- oder Schluckproblematik kann Logopädie unterstützen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

  • Wenn euer Kind über Wochen schlecht isst oder trinkt, kann Logopädie helfen. Achtet darauf, dass die Kinderärztin den passenden Code verordnet.

Therapieverlauf – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Therapiebeginn: Sobald Probleme bei der Nahrungsaufnahme länger als etwa vier Wochen bestehen

Setting: Ambulant, häufig mit Hausbesuch und Einbezug der Mahlzeitensituation

Frequenz: Meist 1-2x pro Woche, abhängig von Schweregrad und Alter

Besonderheiten: Organische Ursachen und Gedeihstörung müssen ärztlich ausgeschlossen bzw. mitbehandelt werden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Pädiatrie und ggf. Ernährungsmedizin.

Therapieinhalte – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

  • Verbesserung von oraler Wahrnehmung, Mundmotorik und Saug-Schluck-Atem-Koordination
  • Aufbau und Steigerung der Nahrungskonsistenzen, Desensibilisierung bei oraler Abwehr
  • Beratung und Anleitung der Eltern zur Füttersituation und Interaktion
  • Bei sondenernährten Kindern: schrittweise orale Stimulation und Sondenentwöhnung im interdisziplinären Team

Diagnostik – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Erstdiagnostik – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Test Zweck Zeitpunkt
Anamnese und Beobachtung der Esssituation Füttermuster, Interaktion und Auslöser erfassen Zu Therapiebeginn, oft per Video oder Hausbesuch
Orofaziale und Schluckdiagnostik Mundmotorik, Sensorik und Schlucksicherheit prüfen Erstkontakt

Verlaufsdiagnostik – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation von Konsistenzen und Gewichtsverlauf Fortschritt dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Husten, Verschlucken, feuchte Atmung oder Atempausen beim Füttern Zeitnah ärztlich

Hinweis auf kindliche Dysphagie mit Aspirationsgefahr, nicht nur Fütterstörung.

Gewichtsabnahme, Dehydratation oder ausbleibendes Gedeihen Sofort ärztlich

Gedeihstörung, pädiatrische Versorgung vorrangig.

Prognose – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Bei rechtzeitiger logopädischer Behandlung und Elternanleitung ist die Prognose der isolierten Fütterstörung gut. Bei Grunderkrankungen richtet sie sich nach dieser.

Einflussfaktoren – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

  • Ursache und Schweregrad
  • Vorliegen einer Grunderkrankung
  • Dauer der Sondenernährung
  • Einbindung der Eltern

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Differentialdiagnosen – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

R13.x – Dysphagie

Weitere Codes der Diagnosegruppe Fütterstörungen und Essprobleme – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Häufige Fragen – F98.3 Pica im Kleinkind- oder Kindesalter

Ist Pica ein Fall für Logopädie?

Pica wird in der Regel multidisziplinär behandelt. Logopädie ist nur dann sinnvoll, wenn zusätzlich orale oder Schluckprobleme bestehen.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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