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Bedingt verordnungsfähig

G21.1 – Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

G21.1 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: G21.1 Logopädie, arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom Logopädie, Medikamenten-Parkinson Logopädie, Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Neurologie (ergänzend)

Auf stille Aspiration achten. Schwerpunkt Lautstärke und Deutlichkeit. Reversible Ursache prüfen.

Logopädische Beschreibung – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

G21.1 (Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom): Durch Medikamente ausgelöstes Parkinson-Syndrom, das sich nach Absetzen oft bessert. Logopädisch stehen eine hypokinetische Dysarthrie mit leiser, monotoner Sprache, eine Dysphagie mit oft stiller Aspiration und eine Hypophonie im Vordergrund. Bildet sich die Ursache zurück, etwa nach Absetzen des auslösenden Medikaments, können sich die Symptome bessern. Stimm- und Sprechtherapie mit Fokus auf Lautstärke und Deutlichkeit kann die Verständlichkeit deutlich verbessern.

Typische Störungsbilder – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Hypokinetische Dysarthrie SP6 sehr häufig

Leise, monotone, verwaschene und beschleunigte Sprache.

Dysphagie SC häufig, oft mit stiller Aspiration

Schluckstörung mit Aspirationsrisiko, oft ohne Husten.

Hypophonie ST1 häufig

Leise, kraftlose Stimme.

Einfach erklärt:

Bei arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom sind oft Sprechen (leise, undeutlich), Stimme und Schlucken betroffen. Logopädie verbessert Lautstärke, Deutlichkeit und Schlucksicherheit.

Logopädische Relevanz – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Häufigkeit selten bis regelmäßig
Patient*innengruppe Betroffene mit Parkinson-Syndrom bzw. Basalganglienerkrankung.
Bedeutung Neurologie → Dysarthrie/Dysphagie

Typische logopädische Symptome – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

  • Dysarthrie (SP6)
  • Dysphagie (SC)
  • Stimmstörung (ST1)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

SP6 Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SP6 für G21.1 (Neurologie (ergänzend)). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

SC Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SC für G21.1 (Neurologie (ergänzend)). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

ST1 Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von ST1 für G21.1 (Neurologie (ergänzend)). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

Verordnungshinweis – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Neurologischen Code als Hauptdiagnose + korrekte DG und Leitsymptomatik.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode, wenn die neurologische Erkrankung zu einer logopädisch behandelbaren Symptomatik führt. Die meisten neurologischen Codes werden von Kassen akzeptiert, wenn die DG plausibel ist.

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Typische Erstverordnung – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Diagnosegruppe SP6
Leitsymptomatik SP6a
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Ggf. bei eingeschränkter Mobilität
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

  • G21.1 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Stille Aspiration übersehen, weil kein Husten auftritt

Tipps für Ärzt*innen – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

  • G21.1: Logopädie über SP6 bzw. SC, auf stille Aspiration achten. Stimm- und Sprechtherapie mit Lautstärkefokus.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

  • Logopädie hilft, lauter und deutlicher zu sprechen und sicher zu schlucken. Regelmäßiges Üben ist wichtig.

Therapieverlauf – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Therapiebeginn: Sobald Sprech-, Stimm- oder Schluckprobleme auftreten

Setting: Ambulant, Hausbesuch, Reha

Frequenz: Ambulant 1-2x pro Woche, intensive Programme zeitweise höherfrequent

Besonderheiten: Bei stiller Aspiration besonders auf Schlucksicherheit achten.

Therapieinhalte – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

  • Stimm- und Sprechtherapie mit Fokus auf Lautstärke und Deutlichkeit
  • Schlucktherapie mit Aspirationsschutz
  • Beratung zu Kost und Esstempo
  • Eigenübungsprogramm

Diagnostik – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Erstdiagnostik – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Test Zweck Zeitpunkt
Dysarthrie- und Stimmdiagnostik Sprech- und Stimmfunktion erfassen Zu Therapiebeginn
Klinische Schluckuntersuchung, ggf. FEES oft stille Aspiration objektivieren Früh

Verlaufsdiagnostik – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation Therapie anpassen In sinnvollen Abständen

Red Flags – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Wiederholte Atemwegsinfekte oder unklares Fieber Zeitnah

Hinweis auf stille Aspiration, die ohne Husten verläuft. Instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.

Ungewollter Gewichtsverlust Zeitnah

Hinweis auf Mangelernährung durch Schluckstörung.

Prognose – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Bei reversibler Ursache können sich die Symptome zurückbilden. Logopädie verbessert Verständlichkeit und Schlucksicherheit. Bei fortschreitenden Erkrankungen ist der Erhalt das Ziel.

Einflussfaktoren – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

  • Grunderkrankung und Verlauf
  • Reversibilität der Ursache
  • Therapiebeginn
  • Mitarbeit
  • Begleitsymptome

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Differentialdiagnosen – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP6 – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Häufige Fragen – G21.1 Arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom

Hilft Logopädie bei arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom?

Ja, vor allem bei leiser, undeutlicher Sprache und Schluckproblemen. Stimm- und Sprechtherapie kann die Verständlichkeit deutlich verbessern.

Kann man arzneimittelinduziertes Parkinson-Syndrom auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

G21.1 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP6) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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