Logopädische Beschreibung – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
G61.0 (Guillain-Barré-Syndrom): Akute entzündliche Polyneuropathie (Guillain-Barré-Syndrom) mit aufsteigender Lähmung, oft mit Gesichts- und Schluckbeteiligung. Bei bulbärer bzw. fazialer Beteiligung stehen Dysarthrie, Dysphagie und Dysphonie im Vordergrund. Die zentrale Sprachverarbeitung bleibt intakt, eine Aphasie tritt nicht auf. Die Erholung verläuft oft über Wochen bis Monate.
Typische Störungsbilder – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Schlaffe, kraftlose Aussprache.
Schluckstörung mit Aspirationsgefahr.
Schwache Stimme bei Kehlkopfbeteiligung.
Bei Guillain-Barré-Syndrom können Sprechen, Schlucken und Stimme betroffen sein, wenn die Nerven im Kopf-Hals-Bereich beteiligt sind. Logopädie unterstützt die Erholung.
Logopädische Relevanz – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
| Häufigkeit | selten |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Betroffene mit Polyneuropathie bzw. Polyneuritis mit bulbärer Beteiligung. |
| Bedeutung | Neurologie → Dysarthrie/Dysphagie |
Typische logopädische Symptome – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
- Dysarthrie (SP6)
- Dysphagie (SC)
- Stimmstörung (ST1)
Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:
Verordnungshinweis – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Neurologischen Code als Hauptdiagnose + korrekte DG und Leitsymptomatik.
Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode, wenn die neurologische Erkrankung zu einer logopädisch behandelbaren Symptomatik führt. Die meisten neurologischen Codes werden von Kassen akzeptiert, wenn die DG plausibel ist.
Als Nebendiagnose: Ja
Verordnung & Praxistipps – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Typische Erstverordnung – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
| Diagnosegruppe | SP6 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP6a |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Hausbesuch | Ggf. bei eingeschränkter Mobilität |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Nein |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
- G61.0 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
- Bulbäre Beteiligung und Aspirationsrisiko unterschätzt
Tipps für Ärzt*innen – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
- G61.0: Bei bulbärer Beteiligung Logopädie über SP6 bzw. SC, Aspirationsrisiko beachten.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
- Logopädie hilft bei Sprech-, Schluck- und Stimmproblemen und begleitet die Erholung.
Therapieverlauf – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Therapiebeginn: In der Akut- bzw. Erholungsphase
Setting: Stationär, Reha, ambulant
Frequenz: Akut höherfrequent, ambulant 1-2x pro Woche
Besonderheiten: Erholung oft über Wochen bis Monate, Therapieintensität anpassen.
Therapieinhalte – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
- Schluckmanagement mit Aspirationsschutz
- Dysarthrietherapie
- Stimmtherapie bei Bedarf
Diagnostik – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Erstdiagnostik – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Dysarthrie- und Stimmdiagnostik | Sprech- und Stimmfunktion erfassen | Zu Therapiebeginn |
| Klinische Schluckuntersuchung, ggf. FEES | oft stille Aspiration objektivieren | Früh |
Verlaufsdiagnostik – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Reevaluation | Therapie anpassen | In sinnvollen Abständen |
Red Flags – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Aspirationszeichen, Nahrungskarenz und instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.
Sofortige ärztliche Abklärung.
Prognose – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Bei der Polyneuropathie bzw. Polyneuritis ist die Erholung oft gut, kann sich aber über Wochen bis Monate ziehen.
Einflussfaktoren – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
- Ursache
- Schweregrad und Ausdehnung
- Therapiebeginn
- Allgemeinzustand
Verwandte Codes – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Differentialdiagnosen – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Weitere Codes der Diagnosegruppe SP6 – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Häufige Fragen – G61.0 Guillain-Barré-Syndrom
Welche logopädischen Folgen hat das Guillain-Barré-Syndrom?
Bei Beteiligung der Gesichts- und Schlucknerven sind Sprechen, Schlucken und Stimme betroffen. Logopädie begleitet die meist gute Erholung.
Kann man Guillain-Barré-Syndrom auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?
G61.0 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP6) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.