Logopädische Beschreibung – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
H90.8 (Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet): Unspezifische gemischte Schwerhörigkeit. Logopädisch relevant für Hör-Sprach-Training, Cochlea-Implantat-Nachsorge, auditives Training. Die Verordnung sollte über einen gelisteten Schwerhörigkeits-Code erfolgen.
Typische Störungsbilder – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
kombinierte Schwerhörigkeit, mit Auswirkung auf Sprache und Sprachverständnis.
Erschwertes Verstehen, v.a. bei Störgeräusch.
Bei Schwerhörigkeit kann Logopädie helfen (z.B. Hörtraining, Sprachtherapie). Der Code H90.8 steht aber nicht im Heilmittelkatalog. Der Arzt kann einen ähnlichen, gelisteten Code verwenden.
Logopädische Relevanz – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
| Häufigkeit | selten |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Kinder und Erwachsene mit Schwerhörigkeit |
| Bedeutung | Schwerhörigkeitsbehandlung ist ein Teilbereich der Logopädie. |
Grauzone-Status im Detail – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Empfohlene Hauptdiagnose – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Verwenden Sie stattdessen einen der folgenden ICD-10-Codes als Hauptdiagnose:
Korrekte Diagnosegruppe: SP4 (Stimm-/Sprachstörung bei Schwerhörigkeit) oder SP1 (bei Kindern mit Hörminderung)
Möglichst einen gelisteten H90/H91-Code wählen (H90.0, H90.3, H90.5, H91.9). H90.8 als Nebendiagnose.
Unspezifische gemischte Schwerhörigkeit. Im Katalog gelistete H90/H91-Codes: H90.0, H90.3, H90.4, H90.5, H91.3, H91.9. Nicht alle Schwerhörigkeitsformen wurden aufgenommen.
Selten.
Absetzung möglich. Einseitige oder unspezifische Varianten sind problematisch.
- Einen der gelisteten H90/H91-Codes wählen wenn klinisch vertretbar
- Im Katalog: H90.0 (SL beidseitig), H90.3 (SN einseitig), H90.4 (SN NNB), H90.5 (SN beidseitig), H91.3 (Taubstummheit), H91.9 (Hörverlust NNB)
- Bei SP4 (Hörstörung mit Sprachverlust) oder SP1 (bei Kindern mit Hörminderung)
Verordnung & Praxistipps – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Typische Erstverordnung – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
| Diagnosegruppe | SP1 |
|---|---|
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 1-2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Nein |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
- Logopädie ohne vorherige bzw. begleitende Hörversorgung verordnet
- Hörstörungs-Code allein verwendet, ohne die sprachliche Indikation
Tipps für Ärzt*innen – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
- Die Schwerhörigkeit selbst ist kein logopädischer Beispielcode. Bei hörbedingter Sprachstörung über die passende Diagnosegruppe (SP1) verordnen, Hörversorgung sicherstellen.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
- Logopädie hilft, wenn das Hören die Sprache beeinträchtigt. Voraussetzung ist eine gute Hörgeräte- oder Implantat-Versorgung.
Therapieverlauf – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Therapiebeginn: Sobald eine hörbedingte Sprach- oder Kommunikationsstörung erkennbar ist, bei Kindern möglichst früh
Setting: Ambulant, eng mit Pädaudiologie bzw. HNO und Hörgeräte- oder CI-Versorgung
Frequenz: Meist 1-2x pro Woche
Besonderheiten: Die apparative Hörversorgung (Hörgerät, CI) ist Grundlage. Logopädie behandelt die hörbedingte Sprach- bzw. Kommunikationsstörung, nicht die Schwerhörigkeit selbst.
Therapieinhalte – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
- Förderung von Hören, Sprache und Sprachverständnis
- Hörtaktik und auditives Training
- Bei Kindern: Aufbau von Wortschatz und Grammatik
- Nach Cochlea-Implantat: Hör-Sprach-Rehabilitation
Diagnostik – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Erstdiagnostik – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Sprach- und Kommunikationsdiagnostik unter Hörversorgung | Hörbedingte sprachliche Defizite erfassen | Zu Therapiebeginn |
Verlaufsdiagnostik – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Reevaluation von Sprache und Hörverstehen | Fortschritt dokumentieren | In sinnvollen Abständen |
Red Flags – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Ein Hörsturz ist ein HNO-Notfall und muss zuerst ärztlich behandelt werden.
Hörstörung als Ursache früh abklären, da sie die Sprachentwicklung stark beeinflusst.
Prognose – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Mit guter Hörversorgung und früher Förderung ist die Prognose der hörbedingten Sprachstörung gut, besonders bei Kindern. Entscheidend sind Zeitpunkt der Versorgung und Therapiebeginn.
Einflussfaktoren – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
- Art und Grad der Schwerhörigkeit
- Zeitpunkt der Hörversorgung
- Alter bei Therapiebeginn
- Konsequenz der Geräte- bzw. CI-Nutzung
Verwandte Codes – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Differentialdiagnosen – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Weitere Codes der Diagnosegruppe Hörstörungen – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Häufige Fragen – H90.8 Gemischte Schwerhörigkeit, nicht näher bezeichnet
Bekommt mein Kind bei Schwerhörigkeit Logopädie?
Ja, wenn die Sprachentwicklung betroffen ist. Voraussetzung ist eine gute Hörversorgung. Verordnet wird über die hörbezogene Sprach-Diagnosegruppe.
Hilft Logopädie bei Altersschwerhörigkeit?
Logopädie kann Hörtaktik und Kommunikation unterstützen. Die Hörgeräteversorgung über HNO und Akustik bleibt die Grundlage.