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Bedingt verordnungsfähig

P91.2 – Neonatale zerebrale Leukomalazie

P91.2 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: P91.2 Logopädie, periventrikuläre Leukomalazie Logopädie, perinatale Hirnschädigung Sprachentwicklung, Neonatale zerebrale Leukomalazie Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Perinatale Erkrankungen

Früh fördern, Fütter- und Schluckproblematik und Sprachentwicklung beachten.

Logopädische Beschreibung – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

P91.2 (Neonatale zerebrale Leukomalazie): Schädigung der weißen Hirnsubstanz beim Frühgeborenen (periventrikuläre Leukomalazie). Eine perinatale Hirnschädigung erhöht das Risiko für eine Zerebralparese und Entwicklungsstörungen. Logopädisch stehen im Säuglingsalter Fütter- und Schluckstörungen, später eine Sprachentwicklungsstörung und bei motorischer Beteiligung eine Dysarthrie im Vordergrund. Frühe Diagnostik und Förderung sind entscheidend.

Typische Störungsbilder – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Fütter- und Schluckstörung SC häufig beim Säugling

Erschwertes Trinken und Schlucken, oft mit Aspirationsrisiko.

Sprachentwicklungsstörung SP1 häufig

Verzögerte Sprachentwicklung.

Dysarthrie bei Zerebralparese SP6 häufig

Verwaschenes Sprechen bei motorischer Beteiligung.

Einfach erklärt:

Bei periventrikuläre Leukomalazie kann das Gehirn des Kindes geschädigt sein, was Füttern, Sprache und Sprechen beeinträchtigen kann. Logopädie unterstützt früh beim Füttern und fördert später die Sprache.

Logopädische Relevanz – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Häufigkeit regelmäßig
Patient*innengruppe Früh- und Neugeborene nach perinataler Hirnschädigung, in der Entwicklungsnachsorge.
Bedeutung Sprachentwicklung bei Frühgeburt/Geburtskomplikation

Typische logopädische Symptome – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

  • Sprachentwicklungsstörung (SP1)
  • Dysphagie (SC)
  • Dysarthrie (SP6)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

SP1 Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SP1 für P91.2 (Perinatale Erkrankungen). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

SC Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SC für P91.2 (Perinatale Erkrankungen). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

SP6 Praxisempfehlung

Klinische Zuordnung von SP6 für P91.2 (Perinatale Erkrankungen). Keine offizielle G-BA/KBV-Quelle, beruht auf dem typischen Störungsbild der Erkrankung.

Verordnungshinweis – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Perinataler Code als Hauptdiagnose + korrekte DG. Ggf. F80.x als ergänzender Code.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode bei perinatalen Schäden mit Langzeitfolgen für Sprache/Sprechen/Schlucken. Im ambulanten Bereich zusätzlich einen heilmittelkatalogtauglichen Code erwägen (F80.x, R13.x).

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Typische Erstverordnung – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1a
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Ggf. sinnvoll
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

  • P91.2 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Frühe Fütter- und Schluckproblematik nicht logopädisch begleitet

Tipps für Ärzt*innen – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

  • P91.2: Im Säuglingsalter Fütter- und Schlucktherapie über SC, später Sprachförderung über SP1, Dysarthrie über SP6.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

  • Logopädie unterstützt früh beim Füttern und fördert später Sprache und Sprechen. Eine frühe Förderung ist wichtig.

Therapieverlauf – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Therapiebeginn: Früh, in der Säuglingszeit bei Fütterproblemen, dann entwicklungsbegleitend

Setting: Stationär (oft NICU), SPZ, Frühförderung, ambulant

Frequenz: Engmaschig im Säuglingsalter, dann 1-2x pro Woche

Besonderheiten: Enge Verzahnung mit Neuropädiatrie, Physio- und Ergotherapie. Entwicklungsverlauf engmaschig beobachten.

Therapieinhalte – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

  • Fütter- und Schluckunterstützung im Säuglingsalter
  • Förderung der Sprachentwicklung
  • Bei Bedarf unterstützte Kommunikation
  • Dysarthrietherapie bei motorischer Beteiligung
  • Elternberatung

Diagnostik – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Erstdiagnostik – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Test Zweck Zeitpunkt
Sprach-, Sprech- und Schluckdiagnostik Entwicklungsstand und Funktionen erfassen Früh, bei Säuglingen im Rahmen der Nachsorge
Beobachtung der Ess- und Trinksituation Füttern und Schlucksicherheit beurteilen Bei Fütterproblemen

Verlaufsdiagnostik – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Test Zweck Zeitpunkt
Entwicklungsbegleitende Reevaluation Sprache und Funktion dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Husten, Verschlucken oder Atempausen beim Füttern Zeitnah ärztlich

Aspirationsgefahr, instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.

Ausbleibendes Gedeihen oder Entwicklungsstillstand Ärztlich abklären

Gedeihstörung bzw. Entwicklungsregression sichern.

Prognose – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Schwere Schädigungen, etwa eine höhergradige Hirnblutung oder Leukomalazie, haben ein höheres Risiko für bleibende Störungen. Frühe Förderung verbessert Kommunikation, Sprache und Schlucken. Der Verlauf hängt von Ausmaß und Begleitstörungen ab.

Einflussfaktoren – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

  • Ausmaß der Hirnschädigung
  • Begleitende Zerebralparese
  • Förderbeginn
  • Einbezug des Umfelds

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Differentialdiagnosen – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP1 – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Häufige Fragen – P91.2 Neonatale zerebrale Leukomalazie

Bekommt ein Kind nach periventrikuläre Leukomalazie Logopädie?

Ja, oft schon im Säuglingsalter bei Fütterproblemen und später zur Sprachförderung. Eine frühe Begleitung verbessert die Entwicklung.

Kann man periventrikuläre Leukomalazie auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

P91.2 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP1) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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