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Nicht als Hauptdiagnose verordnungsfähig

P92.1 – Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

P92.1 ist NICHT im G-BA Heilmittelkatalog als Beispieldiagnose gelistet. Nur als Nebendiagnose auf der Verordnung zulässig.

Auch gesucht unter: P92.1 Logopädie, Neugeborene Schlucken Logopädie, Frühgeborene Trinkschwäche, Neonatologie Logopädie, Saugstörung Neugeborene

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Fütterstörungen und Essprobleme

Ernährungsprobleme des Neugeborenen, oft bei Frühgeborenen. Pädiatrische Abklärung vorrangig, Logopädie zur Trink- und Fütterförderung.

Logopädische Beschreibung – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

P92.1 gehört zu den perinatalen Codes und beschreibt Ernährungsprobleme in der Neugeborenenperiode. Logopäden arbeiten häufig auf Neonatologie-Stationen mit diesen Patienten. Für die ambulante Weiterversorgung ist ein Umcodieren auf einen Heilmittelkatalog-Code erforderlich.

Typische Störungsbilder – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Nahrungsverweigerung und wählerisches Essverhalten SC leitend

Ablehnung von Nahrung, Konsistenzen oder Geschmäckern ohne organische Schluckstörung.

Orale Abwehr und sensorische Überempfindlichkeit SC häufig

Überempfindlichkeit im Mund-Nasen-Bereich, oft nach Sondenphasen.

Trink- und Saugschwäche SC häufig

Wiederheraufholen von Nahrung, oft bei Frühgeborenen oder nach Klinikaufenthalt.

Einfach erklärt:

Wenn ein Neugeborenes Probleme beim Trinken oder Schlucken hat, braucht es oft Logopädie. Der Code P92.x reicht aber für ein ambulantes Rezept nicht aus. Der Arzt muss zusätzlich einen Code verwenden, der im Heilmittelkatalog steht.

Logopädische Relevanz – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Häufigkeit mittel (v.a. Praxen mit Neonatologie-Kooperation)
Patient*innengruppe Frühgeborene und Neugeborene mit Saug-/Schluck-/Trinkproblemen
Bedeutung Relevant beim Übergang von stationärer zu ambulanter Versorgung bei Frühgeborenen.

Grauzone-Status im Detail – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Empfohlene Hauptdiagnose – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Verwenden Sie stattdessen einen der folgenden ICD-10-Codes als Hauptdiagnose:

R13.x – Dysphagie
Q-Codes – z.B. Q35-Q37, Q38.x

Korrekte Diagnosegruppe: SC (Schlucktherapie)

Empfehlung an die Ärzt*in:

P92.x als Nebendiagnose behalten, aber einen heilmittelkatalogtauglichen Hauptcode angeben (z.B. R13.x bei Dysphagie).

Warum nicht im Katalog:

P-Codes (Perinatalperiode) sind für den stationären Bereich konzipiert und nicht im ambulanten Heilmittelkatalog Logopädie gelistet.

Häufigkeit auf Rezepten:

Mittel. Tritt auf bei Frühgeborenen oder Neugeborenen mit Saug-/Schluckproblemen, besonders beim Übergang stationär → ambulant.

Risiko bei Nutzung:

Absetzung bei ambulanter Verordnung.

Wann trotzdem relevant:
  • Im stationären Bereich gelten andere Regelungen (DRG-System)
  • Für ambulante Logopädie muss ein heilmittelkatalogtauglicher Hauptcode gewählt werden
  • Als Nebendiagnose auf dem Rezept zur ätiologischen Erklärung

Verordnung & Praxistipps – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Typische Erstverordnung – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCb
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Häufig sinnvoll zur Beobachtung der Mahlzeit
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

  • Verordnung verzögert, obwohl Gedeihen bedroht ist
  • Fütterstörung und kindliche Dysphagie nicht unterschieden

Tipps für Ärzt*innen – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

  • P92.1 betrifft das Neugeborenenalter. Logopädie zur Förderung von Saugen, Schlucken und Trinkkoordination, in Abstimmung mit der Pädiatrie.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

  • Wenn euer Kind über Wochen schlecht isst oder trinkt, kann Logopädie helfen. Achtet darauf, dass die Kinderärztin den passenden Code verordnet.

Therapieverlauf – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Therapiebeginn: Sobald Probleme bei der Nahrungsaufnahme länger als etwa vier Wochen bestehen

Setting: Ambulant, häufig mit Hausbesuch und Einbezug der Mahlzeitensituation

Frequenz: Meist 1-2x pro Woche, abhängig von Schweregrad und Alter

Besonderheiten: Organische Ursachen und Gedeihstörung müssen ärztlich ausgeschlossen bzw. mitbehandelt werden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Pädiatrie und ggf. Ernährungsmedizin.

Therapieinhalte – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

  • Verbesserung von oraler Wahrnehmung, Mundmotorik und Saug-Schluck-Atem-Koordination
  • Aufbau und Steigerung der Nahrungskonsistenzen, Desensibilisierung bei oraler Abwehr
  • Beratung und Anleitung der Eltern zur Füttersituation und Interaktion
  • Bei sondenernährten Kindern: schrittweise orale Stimulation und Sondenentwöhnung im interdisziplinären Team

Diagnostik – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Erstdiagnostik – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Test Zweck Zeitpunkt
Anamnese und Beobachtung der Esssituation Füttermuster, Interaktion und Auslöser erfassen Zu Therapiebeginn, oft per Video oder Hausbesuch
Orofaziale und Schluckdiagnostik Mundmotorik, Sensorik und Schlucksicherheit prüfen Erstkontakt

Verlaufsdiagnostik – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation von Konsistenzen und Gewichtsverlauf Fortschritt dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Husten, Verschlucken, feuchte Atmung oder Atempausen beim Füttern Zeitnah ärztlich

Hinweis auf kindliche Dysphagie mit Aspirationsgefahr, nicht nur Fütterstörung.

Gewichtsabnahme, Dehydratation oder ausbleibendes Gedeihen Sofort ärztlich

Gedeihstörung, pädiatrische Versorgung vorrangig.

Prognose – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Bei rechtzeitiger logopädischer Behandlung und Elternanleitung ist die Prognose der isolierten Fütterstörung gut. Bei Grunderkrankungen richtet sie sich nach dieser.

Einflussfaktoren – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

  • Ursache und Schweregrad
  • Vorliegen einer Grunderkrankung
  • Dauer der Sondenernährung
  • Einbindung der Eltern

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Differentialdiagnosen – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

R13.x – Dysphagie

Weitere Codes der Diagnosegruppe Fütterstörungen und Essprobleme – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Häufige Fragen – P92.1 Regurgitation und Rumination beim Neugeborenen

Kann Logopädie bei Trinkproblemen eines Frühgeborenen helfen?

Ja. Die Logopädie fördert Saugen, Schlucken und deren Koordination und berät die Eltern. Die ärztliche Versorgung bleibt vorrangig.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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