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Bedingt verordnungsfähig

Q39.2 – Angeborene tracheoösophageale Fistel

Q39.2 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: Q39.2 Logopädie, tracheoösophageale Fistel (angeboren) Logopädie, Schluckstörung Säugling nach OP, Angeborene tracheoösophageale Fistel Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Angeborene Fehlbildungen (weitere)

Postoperative Schlucksicherheit und orale Aversion im Fokus. Bei Heiserkeit Stimmnerv prüfen.

Logopädische Beschreibung – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Q39.2 (Angeborene tracheoösophageale Fistel): Angeborene Verbindung zwischen Luft- und Speiseröhre ohne Atresie. Nach der operativen Korrektur bestehen häufig Schluckstörungen, eine Motilitätsstörung der Speiseröhre, Reflux und nach langer Sondenernährung eine orale Aversion. Bei der Operation kann der Stimmnerv betroffen sein, mit Heiserkeit. Logopädische Fütter- und Schlucktherapie ist ein zentraler Baustein.

Typische Störungsbilder – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Schwere Fütter- und Schluckstörung SC führend, postoperativ

Erschwertes Schlucken nach Korrektur, oft mit Motilitätsstörung und Reflux.

Dysphonie bei Recurrensbeteiligung ST1 möglich nach OP

Heiserkeit, wenn der Stimmnerv bei der Operation betroffen war.

Orale Aversion SC häufig nach langer Sondenernährung

Ablehnung oraler Nahrung nach Sondenphasen.

Einfach erklärt:

Bei tracheoösophageale Fistel (angeboren) ist das Schlucken nach der notwendigen Operation oft beeinträchtigt. Logopädie unterstützt Füttern, sicheres Schlucken und den Übergang zur oralen Nahrung.

Logopädische Relevanz – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Häufigkeit selten
Patient*innengruppe Säuglinge und Kinder nach Korrektur einer Ösophagus- bzw. Zwerchfellfehlbildung.
Bedeutung Schlucken/Stimme

Typische logopädische Symptome – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

  • Dysphagie nach OP (SC)
  • Stimmstörung (ST1)
  • Sprachentwicklung (SP1)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

SC Abgeleitet & verifiziert

HMK: SC bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

ST1 Praxisempfehlung

Klinisch möglich bei Angeborene Fehlbildungen (weitere).

SP1 Abgeleitet & verifiziert

HMK: SP1 bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

Verordnungshinweis – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Fehlbildungscode als Hauptdiagnose + korrekte DG.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode bei Fehlbildungen mit Sprach-/Schluckbeteiligung.

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Typische Erstverordnung – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCb
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Bei Säuglingen ggf. sinnvoll
Dringlicher Behandlungsbedarf Ja
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

  • Q39.2 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Orale Aversion nach langer Sondenphase nicht früh behandelt

Tipps für Ärzt*innen – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

  • Q39.2: Logopädische Fütter- und Schlucktherapie über SC früh einbinden. Bei Heiserkeit Recurrensbeteiligung prüfen (ST1).

Tipps für Patient*innen & Angehörige – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

  • Logopädie unterstützt Füttern und Schlucken nach der Operation und hilft beim Übergang zur normalen Nahrung.

Therapieverlauf – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Therapiebeginn: Postoperativ, früh in der Fütterphase

Setting: Stationär (oft NICU), Reha, ambulant

Frequenz: Engmaschig, an die Belastbarkeit angepasst

Besonderheiten: Enge Abstimmung mit Kinderchirurgie, Pädiatrie und Ernährungsmedizin. Reflux mitbehandeln.

Therapieinhalte – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

  • Aufbau oraler Nahrungsaufnahme und Saug-Schluck-Koordination
  • Desensibilisierung bei oraler Aversion
  • Schlucksicherung und Kostaufbau
  • schrittweise Sondenentwöhnung im interdisziplinären Team
  • Stimmtherapie bei Recurrensbeteiligung

Diagnostik – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Erstdiagnostik – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Test Zweck Zeitpunkt
Sprach-, Sprech- und Schluckdiagnostik Entwicklungsstand und Funktionen erfassen Zu Therapiebeginn, bei Säuglingen früh
Beobachtung der Ess- und Trinksituation Füttern und Schlucksicherheit beurteilen Bei Fütterproblemen

Verlaufsdiagnostik – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation Entwicklung und Funktion dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Husten, Verschlucken, feuchte Atmung oder Atempausen beim Füttern Zeitnah ärztlich

Aspirationsgefahr, instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.

Gewichtsabnahme oder ausbleibendes Gedeihen Sofort ärztlich

Gedeihstörung, pädiatrische Versorgung vorrangig.

Prognose – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Mit logopädischer Fütter- und Schlucktherapie gelingt der Übergang zur oralen Ernährung meist. Der Verlauf hängt von Begleitfehlbildungen, Motilität und Reflux ab.

Einflussfaktoren – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

  • Art und Schwere der Fehlbildung
  • Operationsverlauf
  • Motilität und Reflux
  • Dauer der Sondenernährung
  • Begleitfehlbildungen

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Differentialdiagnosen – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Weitere Codes der Diagnosegruppe SC – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Häufige Fragen – Q39.2 Angeborene tracheoösophageale Fistel

Warum braucht ein Kind nach tracheoösophageale Fistel (angeboren) Logopädie?

Nach der Operation sind Schlucken und Essen oft beeinträchtigt, besonders nach langer Sondenernährung. Logopädie unterstützt Füttern, Schlucken und den Übergang zur oralen Nahrung.

Kann man tracheoösophageale Fistel (angeboren) auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

Q39.2 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SC) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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