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Bedingt verordnungsfähig

Q75.4 – Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Q75.4 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: Q75.4 Logopädie, Treacher-Collins-Syndrom Logopädie, kraniofaziale Fehlbildung Logopädie, Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins) Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Angeborene Fehlbildungen (ergänzend zum Katalog)

Hörstatus früh klären. Sprache, Schlucken und Resonanz interdisziplinär begleiten.

Logopädische Beschreibung – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Q75.4 (Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)): Mandibulofaziale Dysostose mit Unterkiefer- und Ohrfehlbildung (Treacher-Collins-Syndrom). Solche kraniofazialen Fehlbildungen gehen häufig mit Schallleitungsschwerhörigkeit, Atemwegs- und Fütterproblemen sowie Artikulations- und Resonanzstörungen einher. Logopädisch werden Sprachentwicklung, Hören, Schlucken und Resonanz behandelt, immer interdisziplinär mit HNO, MKG-Chirurgie und Pädiatrie.

Typische Störungsbilder – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Hörbedingte Sprachentwicklungsstörung SP1 häufig

Verzögerte Sprache durch Schallleitungsschwerhörigkeit.

Fütter- und Schluckstörung SC häufig beim Säugling

Erschwertes Trinken durch Mittelgesichts- bzw. Kieferfehlbildung.

Artikulations- und Resonanzstörung SF häufig

Veränderte Aussprache und Resonanz durch die Gesichtsfehlbildung.

Einfach erklärt:

Bei Treacher-Collins-Syndrom sind oft Hören, Atmung, Essen und Aussprache betroffen. Logopädie behandelt Sprache, Hören, Schlucken und Stimmklang, zusammen mit anderen Fachrichtungen.

Logopädische Relevanz – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Häufigkeit selten
Patient*innengruppe Kinder mit kraniofazialer Fehlbildung bzw. Syndrom.
Bedeutung Sprach-/Sprech-/Schluckentwicklung bei Fehlbildung/Syndrom

Typische logopädische Symptome – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

  • Sprachentwicklungsstörung (SP1)
  • Orofaziale Störung (SF)
  • Dysphagie (SC)
  • Artikulationsstörung (SP3)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

SP1 Abgeleitet & verifiziert

HMK: SP1 bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

SF Abgeleitet & verifiziert

HMK: SF bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

SC Abgeleitet & verifiziert

HMK: SC bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

SP3 Abgeleitet & verifiziert

HMK: SP3 bei angeborener Erkrankung/Syndrom. Sprachentwicklungsstörung/Schluckstörung häufig.

Verordnungshinweis – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Fehlbildungscode als Hauptdiagnose + korrekte DG.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode bei Fehlbildungen mit Sprach-/Sprech-/Schluckbeteiligung. Besonders bei Syndromen mit orofazialer Beteiligung häufig akzeptiert.

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Typische Erstverordnung – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1a
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Bei Säuglingen ggf. sinnvoll
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

  • Q75.4 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Hörstörung als Ursache der Sprachverzögerung übersehen

Tipps für Ärzt*innen – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

  • Q75.4: Logopädie über SP1 bzw. SF und SC, Hörstatus früh klären, interdisziplinär arbeiten.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

  • Logopädie unterstützt Sprache, Hören, Essen und Stimmklang. Eine frühe Hörabklärung ist wichtig.

Therapieverlauf – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Therapiebeginn: Früh, in der Säuglingszeit bei Fütterproblemen, dann sprachentwicklungsbegleitend

Setting: Ambulant, spezialisierte Zentren, interdisziplinär

Frequenz: Meist 1-2x pro Woche, in Phasen häufiger

Besonderheiten: Enge Abstimmung mit HNO, MKG-Chirurgie, Kieferorthopädie und Pädiatrie. Mehrere Operationen über die Kindheit möglich.

Therapieinhalte – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

  • Förderung von Sprache und Hören
  • Fütter- und Schluckunterstützung
  • Artikulations- und Resonanztherapie
  • Elternberatung und Umfeldarbeit

Diagnostik – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Erstdiagnostik – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Test Zweck Zeitpunkt
Sprach-, Sprech- und Schluckdiagnostik Entwicklungsstand und Funktionen erfassen Zu Therapiebeginn, bei Säuglingen früh
Beobachtung der Ess- und Trinksituation Füttern und Schlucksicherheit beurteilen Bei Fütterproblemen

Verlaufsdiagnostik – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation Entwicklung und Funktion dokumentieren In sinnvollen Abständen

Red Flags – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Husten, Verschlucken, feuchte Atmung oder Atempausen beim Füttern Zeitnah ärztlich

Aspirationsgefahr, instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.

Gewichtsabnahme oder ausbleibendes Gedeihen Sofort ärztlich

Gedeihstörung, pädiatrische Versorgung vorrangig.

Prognose – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Mit früher, interdisziplinärer Begleitung entwickeln sich Sprache, Schlucken und Resonanz oft gut. Der Verlauf hängt von Schwere und Begleitfehlbildungen ab.

Einflussfaktoren – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

  • Art und Schwere des Syndroms
  • Hörversorgung
  • Operative Behandlung
  • Therapiebeginn
  • Begleitfehlbildungen

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Differentialdiagnosen – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP1 – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Häufige Fragen – Q75.4 Mandibulofaziale Dysostose (Treacher-Collins)

Warum ist beim Treacher-Collins-Syndrom oft das Hören betroffen?

Die Fehlbildung betrifft häufig Mittel- und Außenohr, was zu Schallleitungsschwerhörigkeit führt. Logopädie fördert die Sprache, sobald das Hören versorgt ist.

Kann man Treacher-Collins-Syndrom auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

Q75.4 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SP1) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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