Logopädische Beschreibung – R48.1 Agnosie
Agnosie (Störung des Erkennens bei intakter Sinneswahrnehmung) ist primär eine neuropsychologische Störung. Logopädisch relevant nur bei begleitender Aphasie, Dysarthrie oder Dysphagie. Die Behandlung der Agnosie selbst fällt in die Neuropsychologie/Ergotherapie.
Typische Störungsbilder – R48.1 Agnosie
gestörtes Erkennen trotz intakter Sinnesorgane, meist nach Schlaganfall oder Hirnschädigung.
Agnosie (Probleme beim Erkennen von Dingen, Gesichtern oder Geräuschen) wird nicht in der Logopädie behandelt. Nur wenn gleichzeitig Sprach- oder Schluckprobleme bestehen, kommt Logopädie dazu.
Logopädische Relevanz – R48.1 Agnosie
| Häufigkeit | selten als Verordnungsgrund |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Neurologische Patienten mit Mehrfachsymptomatik |
| Bedeutung | Tritt als Begleitsymptom bei Aphasie-Patienten auf. |
Grauzone-Status im Detail – R48.1 Agnosie
Empfohlene Hauptdiagnose – R48.1 Agnosie
Verwenden Sie stattdessen einen der folgenden ICD-10-Codes als Hauptdiagnose:
Korrekte Diagnosegruppe: Agnosie allein ist keine logopädische Indikation. Nur bei begleitender Sprach-/Sprech-/Schluckstörung über SP5/SP6/SC.
Ätiologischen Code verwenden. R48.1 als Nebendiagnose. Agnosie allein ist neuropsychologisch, nicht logopädisch.
Symptomcode für Wahrnehmungsstörung. Keine eigenständige logopädische Diagnosegruppe. Agnosie ist primär neuropsychologisch.
Selten.
Absetzung.
- Als Nebendiagnose bei Aphasie (SP5) wenn begleitend Agnosie vorliegt
- Ätiologischer Code als Hauptdiagnose erforderlich
Verordnung & Praxistipps – R48.1 Agnosie
Typische Erstverordnung – R48.1 Agnosie
| Diagnosegruppe | SP5 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP5b |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2-3x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Hausbesuch | Ggf. bei eingeschränkter Mobilität |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Ja |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – R48.1 Agnosie
- R48.1 als Hauptdiagnose verwendet, statt der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung
Tipps für Ärzt*innen – R48.1 Agnosie
- R48.1 ist ein Symptomcode. Hauptdiagnose ist die neurologische Grunderkrankung, die Störung wird logopädisch über SP5 versorgt.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – R48.1 Agnosie
- Diese Störungen treten meist nach einem Schlaganfall oder einer Hirnschädigung auf. Logopädie hilft, Sprechen und Sprache wieder aufzubauen.
Therapieverlauf – R48.1 Agnosie
Therapiebeginn: In der Akut- bzw. Rehaphase der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung
Setting: Stationär, Reha, ambulant
Frequenz: In Akut/Reha hochfrequent, ambulant 1-3x pro Woche
Besonderheiten: R48 sind Symptomcodes. Als Hauptdiagnose gehört die zugrunde liegende neurologische Erkrankung (z.B. I69.x) auf das Rezept.
Therapieinhalte – R48.1 Agnosie
- Therapie der erworbenen Sprech- bzw. Sprachstörung
- Bei Sprechapraxie: Anbahnung und Stabilisierung von Sprechbewegungen
- Bei begleitender Aphasie: Sprachtherapie
Diagnostik – R48.1 Agnosie
Erstdiagnostik – R48.1 Agnosie
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Aphasie- und Sprechapraxiediagnostik | Art und Schwere der erworbenen Störung erfassen | Sobald kooperationsfähig |
Verlaufsdiagnostik – R48.1 Agnosie
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Reevaluation | Erholung dokumentieren | Engmaschig |
Red Flags – R48.1 Agnosie
Hinweis auf Schlaganfall, sofortige ärztliche Abklärung.
Prognose – R48.1 Agnosie
Die Prognose richtet sich nach der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung. Logopädie verbessert Sprechen bzw. Sprache vor allem in den ersten Monaten.
Einflussfaktoren – R48.1 Agnosie
- Ursache und Ausmaß der Hirnschädigung
- Therapiebeginn
- Intensität
- Begleitstörungen
Verwandte Codes – R48.1 Agnosie
Differentialdiagnosen – R48.1 Agnosie
Weitere Codes der Diagnosegruppe Symptomcodes (R-Codes) – R48.1 Agnosie
Häufige Fragen – R48.1 Agnosie
Gehört diese erworbene Störung zur Logopädie?
Wenn Sprechen oder Sprache betroffen sind, ja. Auf dem Rezept gehört aber die zugrunde liegende neurologische Erkrankung als Hauptdiagnose.