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Bedingt verordnungsfähig

S19.8 – Sonstige Verletzungen des Halses

S19.8 nicht als Beispieldiagnose im HMK, aber als ätiologischer Hauptcode auf dem Rezept akzeptiert wenn DG und Leitsymptomatik korrekt zugeordnet.

Auch gesucht unter: S19.8 Logopädie, Halsverletzung (sonstige) Logopädie, Sonstige Verletzungen des Halses Logopädie

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet.

Verordnungen mit diesem Code können von Krankenkassen abgelehnt werden, da er nicht in der Diagnoseliste der Heilmittel-Richtlinie enthalten ist. In der Praxis wird er dennoch häufig auf Rezepten verwendet – eine korrekte Verordnung ist aber über einen gelisteten Hauptcode möglich.

Schädel-Hirn-Trauma und Verletzungen

Schlucksicherheit beachten, v.a. nach vorderem HWS-Zugang.

Logopädische Beschreibung – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

S19.8 (Sonstige Verletzungen des Halses): Sonstige Verletzung des Halses, die Schlucken, Stimme oder Sprechen betreffen kann. Nach Operationen an der Halswirbelsäule oder bei Weichteilverletzungen sind Schluckstörungen häufig, teils mit Stimmbeteiligung. Logopädisch stehen Dysphagie und ggf. Dysphonie im Vordergrund.

Typische Störungsbilder – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Dysphagie SC häufig nach OP an der HWS

Schluckstörung mit Aspirationsrisiko, oft nach vorderem Zugang.

Dysphonie ST1 möglich

Heiserkeit bei Beteiligung des Stimmnervs.

Einfach erklärt:

Bei Halsverletzung (sonstige) kann nach der Verletzung oder Operation das Schlucken beeinträchtigt sein, manchmal auch die Stimme. Logopädie unterstützt sicheres Schlucken und die Stimme.

Logopädische Relevanz – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Häufigkeit selten
Patient*innengruppe Betroffene nach Halsverletzung bzw. Halswirbelsäulenoperation.
Bedeutung Larynxtrauma

Typische logopädische Symptome – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

  • Dysarthrie (SP6)
  • Dysphagie (SC)
  • Stimmstörung (ST1)

Empfohlene Diagnosegruppen zur Verordnung – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Verwenden Sie für die Verordnung eine der folgenden Diagnosegruppen mit einem passenden ICD-10-Code:

SP6 Abgeleitet & verifiziert

HMK: SP6 bei Verletzung/Trauma.

SC Abgeleitet & verifiziert

HMK: SC bei Verletzung/Trauma.

ST1 Abgeleitet & verifiziert

HMK: ST1 bei Verletzung/Trauma.

Verordnungshinweis – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Trauma-Code als Hauptdiagnose + korrekte DG.

Als Hauptcode nutzbar: Als ätiologischer Hauptcode bei traumatisch bedingten Sprach-/Sprech-/Schluckstörungen. S-Codes werden von Kassen bei neurologischen DG in der Regel akzeptiert.

Als Nebendiagnose: Ja

Verordnung & Praxistipps – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Typische Erstverordnung – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCa
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Ggf. bei eingeschränkter Mobilität
Dringlicher Behandlungsbedarf Ja
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

  • S19.8 als Hauptdiagnose ohne passende Diagnosegruppe angegeben
  • Schluckstörung nach vorderem HWS-Zugang nicht beachtet

Tipps für Ärzt*innen – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

  • S19.8: Logopädie bei Dysphagie über SC, bei Heiserkeit ST1. Nach vorderem HWS-Zugang gezielt auf Schlucken achten.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

  • Logopädie hilft beim sicheren Schlucken und bei der Stimme nach einer Halsverletzung oder -operation.

Therapieverlauf – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Therapiebeginn: Postoperativ bzw. nach Versorgung

Setting: Stationär, Reha, ambulant

Frequenz: Ambulant 1-2x pro Woche

Besonderheiten: Bei vorderem HWS-Zugang sind Schluckstörungen häufig, Abstimmung mit Chirurgie und HNO.

Therapieinhalte – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

  • Schlucktherapie mit Aspirationsschutz
  • Stimmtherapie bei Bedarf
  • Kostanpassung

Diagnostik – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Erstdiagnostik – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Test Zweck Zeitpunkt
Klinische Schluckuntersuchung, ggf. FEES Aspirationsrisiko und Kostform bestimmen Bei Schluckproblemen
Stimm- und Sprechbefund bei Bedarf Begleitsymptome erfassen Bei Bedarf

Verlaufsdiagnostik – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Test Zweck Zeitpunkt
Reevaluation von Schlucken Kost anpassen In sinnvollen Abständen

Red Flags – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Husten, feuchte Stimme oder Fieber beim Essen und Trinken Sofort

Aspirationszeichen, Nahrungskarenz und instrumentelle Schluckdiagnostik veranlassen.

Ungewollter Gewichtsverlust Zeitnah

Hinweis auf Mangelernährung durch Schluckstörung.

Prognose – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Schluckstörungen nach Halsverletzung bzw. HWS-Operation bessern sich oft mit Therapie. Der Verlauf hängt von Ausmaß und Versorgung ab.

Einflussfaktoren – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

  • Art und Ausmaß der Verletzung
  • Operativer Zugang
  • Stimmnervbeteiligung
  • Therapiebeginn

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Differentialdiagnosen – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP6 – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Häufige Fragen – S19.8 Sonstige Verletzungen des Halses

Warum sind nach Halsverletzung (sonstige) Schluckprobleme möglich?

Operationen und Verletzungen am Hals können Schluckmuskeln und teils den Stimmnerv beeinträchtigen. Logopädie unterstützt sicheres Schlucken und die Stimme.

Kann man Halsverletzung (sonstige) auf einer Logopädie-Verordnung als Diagnose nutzen?

S19.8 ist keine Beispieldiagnose im Heilmittelkatalog, kann aber als ätiologischer Hauptcode mit der passenden Diagnosegruppe (oft SC) verordnet werden. Die Anerkennung kann kostenträgerabhängig sein.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Ohne Gewähr. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Diese Zusammenstellung dient der Praxisorientierung und ersetzt keine individuelle Prüfung.

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