Logopädische Beschreibung – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
C01 (Bösartige Neubildung: Zungengrund): Tumor im Bereich Zungengrund. Logopädisch stehen Dysphagie und Artikulationsstörung im Vordergrund. Nach operativer Resektion muss die verbliebene Anatomie für Schlucken und Sprechen kompensatorisch genutzt werden. Radiochemotherapie verursacht zusätzlich Mukositis, Xerostomie (Mundtrockenheit), Fibrose und Lymphödem, die Schlucken und Sprechen langfristig beeinflussen. Rehabilitative Logopädie beginnt prä-OP (Aufklärung, Baseline-Diagnostik) und setzt sich post-OP/post-Bestrahlung intensiv fort.
Typische Störungsbilder – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Schluckstörung durch Tumor/OP im Zungengrund – zentral für orale Transportphase.
Undeutliche Aussprache durch Gewebeverlust oder Einschränkung der Zungenbeweglichkeit.
Bei Ausdehnung auf Kehlkopf oder durch Bestrahlung.
Ein Tumor im Bereich Zungengrund beeinträchtigt nach der Behandlung oft das Schlucken und Sprechen. Logopädie hilft, mit der veränderten Anatomie umzugehen und die Funktionen bestmöglich wiederherzustellen.
Logopädische Relevanz – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
| Häufigkeit | mittel |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Erwachsene (Risikofaktoren: Rauchen, Alkohol, HPV). |
| Bedeutung | Kopf-Hals-Tumoren sind ein etabliertes logopädisches Arbeitsfeld. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
SCa oder SCb
Bei Schluckstörung nach OP/Bestrahlung.
Dysphagie bei Kopf-Hals-Tumor.
SF
Bei Stimmveränderung.
Stimmstörung.
HMK ST1: organische Stimmstörung nach Tumor/OP. Klinisch Standard bei Kopf-Hals-Tumoren. Nicht separat in BVB-Liste für C01 als ST1 gelistet, aber über HMK regulär verordnungsfähig.
Verordnung & Praxistipps – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Typische Erstverordnung – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
| Diagnosegruppe | SC |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SCa |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2-3x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45-60 Min. |
Häufige Verordnungsfehler – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
- Logopädie erst nach Bestrahlung verordnet – prophylaktische Schluckübungen während Bestrahlung sind evidenzbasiert
- Nur SC verordnet, Artikulationsstörung (SP9) vergessen
Tipps für Ärzt*innen – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
- Logopädie idealerweise schon vor OP einbeziehen. Während Bestrahlung prophylaktische Schluckübungen verordnen. Alle Indikationen (SC + SF + SP9) verordnen.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
- Schlucken und Sprechen können sich nach der Behandlung verändern. Logopädie hilft, die Funktionen bestmöglich wiederherzustellen. Bleiben Sie auch während der Bestrahlung an den Übungen dran.
Extrabudgetärer Status – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Reguläres Budget. Erwachsene: Zuzahlung (10% + 10€/Verordnung), außer bei Befreiung.
Therapieverlauf – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Therapiebeginn: Idealerweise prä-OP (Aufklärung, Baseline). Post-OP: ab Freigabe durch Chirurgen.
Setting: Stationär → Reha → ambulant
Therapieinhalte – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
- Prä-OP: Aufklärung über zu erwartende Einschränkungen, Baseline-Diagnostik
- Post-OP akut: Schlucktraining, Speichelmanagement, Kostanpassung
- Rehabilitation: Kompensatorische Schlucktechniken, Artikulationstraining
- Langfristig: Umgang mit Xerostomie, Fibrose, Trismus
- Ggf. Stimmtherapie
Diagnostik – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Erstdiagnostik – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Klinische Schluckdiagnostik + FEES/VFSS | Schluckfunktion und Aspirationsrisiko beurteilen | Post-OP vor oralem Kostaufbau |
| Artikulationsbefund | Verständlichkeit nach Resektion | Post-OP |
Verlaufsdiagnostik – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| FEES-Kontrolle + Verständlichkeitsrating | Fortschritt dokumentieren | Regelmäßig, v.a. während/nach Bestrahlung |
Red Flags – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Kann auf stille Aspiration hindeuten. FEES durchführen, Kostform anpassen.
Strahlenbedingte Fibrose. Frühzeitig Kieferöffnungsübungen beginnen.
Prognose – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Abhängig von Tumorgröße, Resektionsausmaß und Bestrahlung. Bei kleinen Tumoren gute Rehabilitation möglich. Bei ausgedehnter Resektion bleiben oft dauerhafte Einschränkungen.
Einflussfaktoren – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
- Tumorgröße und -lokalisation
- OP-Ausmaß (Rekonstruktion?)
- Bestrahlung (Dosis, Feld)
- Xerostomie
- Compliance bei Übungen
Häufige Fragen – C01 Bösartige Neubildung: Zungengrund
Kann ich nach einer OP im Mund-/Rachenbereich noch schlucken und sprechen?
Ja, aber es hängt vom Ausmaß der OP ab. Logopädie hilft, Kompensationsstrategien zu lernen. Prophylaktische Übungen während der Bestrahlung sind wissenschaftlich belegt wirksam.
Warum soll ich während der Bestrahlung Schluckübungen machen?
Prophylaktische Schluckübungen während der Bestrahlung erhalten die Schluckmuskulatur und reduzieren langfristige Schluckprobleme deutlich. Das ist gut belegt.