Logopädie Praxis Kosmos
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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SC. Verordnung eindeutig.

KBV Diagnoseliste 2026: C04.9 mit SF als BVB. SP9 entfernt (existiert nicht im HMK).

C04.9 – Bösartige Neubildung: Mundboden

Auch gesucht unter: C04.9 Logopädie, Kopf-Hals-Tumor Logopädie, Mundboden Tumor Schlucken, Kopf-Hals-Tumor Dysphagie

Prä-OP Logopädie-Einbindung. Prophylaktische Schluckübungen bei Bestrahlung. Alle Indikationen verordnen.

Logopädische Beschreibung – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

C04.9 (Bösartige Neubildung: Mundboden): Tumor im Bereich Mundboden. Logopädisch stehen Dysphagie und Artikulationsstörung im Vordergrund. Nach operativer Resektion muss die verbliebene Anatomie für Schlucken und Sprechen kompensatorisch genutzt werden. Radiochemotherapie verursacht zusätzlich Mukositis, Xerostomie (Mundtrockenheit), Fibrose und Lymphödem, die Schlucken und Sprechen langfristig beeinflussen. Rehabilitative Logopädie beginnt prä-OP (Aufklärung, Baseline-Diagnostik) und setzt sich post-OP/post-Bestrahlung intensiv fort.

Typische Störungsbilder – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Dysphagie SC häufig

Schluckinitiierung und oraler Transport betroffen.

Artikulationsstörung SP9 häufig

Zungenbeweglichkeit eingeschränkt durch Narbengewebe.

Stimmstörung SF möglich

Bei Ausdehnung oder Bestrahlung.

Einfach erklärt:

Ein Tumor im Bereich Mundboden beeinträchtigt nach der Behandlung oft das Schlucken und Sprechen. Logopädie hilft, mit der veränderten Anatomie umzugehen und die Funktionen bestmöglich wiederherzustellen.

Logopädische Relevanz – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Häufigkeit mittel
Patient*innengruppe Erwachsene (Risikofaktoren: Rauchen, Alkohol, HPV).
Bedeutung Kopf-Hals-Tumoren sind ein etabliertes logopädisches Arbeitsfeld.

Zugeordnete Diagnosegruppen – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Quelle: HMK Abschnitt 5 (Schlucktherapie): Dysphagie nach Tumor-OP. KBV Diagnoseliste: C01 mit SF als BVB gelistet.

Leitsymptomatik:

SCa oder SCb

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung nach OP/Bestrahlung.

Begründung:

Dysphagie bei Kopf-Hals-Tumor.

Quelle: KBV Diagnoseliste 2026: SF bei C01/C02/C04/C10/C13/C14/C32 als BVB gelistet.

Leitsymptomatik:

SF

Wann verordnen:

Bei Stimmveränderung.

Begründung:

Stimmstörung.

Quelle: HMK ST1: organische Stimmstörung nach Tumor/OP. Klinisch Standard bei Kopf-Hals-Tumoren. Nicht separat in BVB-Liste für C01 als ST1 gelistet, aber über HMK regulär verordnungsfähig.

Begründung:

HMK ST1: organische Stimmstörung nach Tumor/OP. Klinisch Standard bei Kopf-Hals-Tumoren. Nicht separat in BVB-Liste für C01 als ST1 gelistet, aber über HMK regulär verordnungsfähig.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Verordnung & Praxistipps – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Typische Erstverordnung – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCa
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2-3x wöchentlich
Therapiedauer 45-60 Min.

Häufige Verordnungsfehler – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

  • Logopädie erst nach Bestrahlung verordnet – prophylaktische Schluckübungen während Bestrahlung sind evidenzbasiert
  • Nur SC verordnet, Artikulationsstörung (SP9) vergessen

Tipps für Ärzt*innen – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

  • Logopädie idealerweise schon vor OP einbeziehen. Während Bestrahlung prophylaktische Schluckübungen verordnen. Alle Indikationen (SC + SF + SP9) verordnen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

  • Schlucken und Sprechen können sich nach der Behandlung verändern. Logopädie hilft, die Funktionen bestmöglich wiederherzustellen. Bleiben Sie auch während der Bestrahlung an den Übungen dran.

Extrabudgetärer Status – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

SC

Reguläres Budget. Erwachsene: Zuzahlung (10% + 10€/Verordnung), außer bei Befreiung.

Therapieverlauf – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Therapiebeginn: Idealerweise prä-OP (Aufklärung, Baseline). Post-OP: ab Freigabe durch Chirurgen.

Setting: Stationär → Reha → ambulant

Therapieinhalte – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

  • Prä-OP: Aufklärung über zu erwartende Einschränkungen, Baseline-Diagnostik
  • Post-OP akut: Schlucktraining, Speichelmanagement, Kostanpassung
  • Rehabilitation: Kompensatorische Schlucktechniken, Artikulationstraining
  • Langfristig: Umgang mit Xerostomie, Fibrose, Trismus
  • Ggf. Stimmtherapie

Diagnostik – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Erstdiagnostik – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Test Zweck Zeitpunkt
Klinische Schluckdiagnostik + FEES/VFSS Schluckfunktion und Aspirationsrisiko beurteilen Post-OP vor oralem Kostaufbau
Artikulationsbefund Verständlichkeit nach Resektion Post-OP

Verlaufsdiagnostik – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Test Zweck Zeitpunkt
FEES-Kontrolle + Verständlichkeitsrating Fortschritt dokumentieren Regelmäßig, v.a. während/nach Bestrahlung

Red Flags – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Aspirationspneumonie Sofort

Kann auf stille Aspiration hindeuten. FEES durchführen, Kostform anpassen.

Zunehmende Mundöffnungseinschränkung (Trismus) Logopädie + HNO

Strahlenbedingte Fibrose. Frühzeitig Kieferöffnungsübungen beginnen.

Prognose – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Abhängig von Tumorgröße, Resektionsausmaß und Bestrahlung. Bei kleinen Tumoren gute Rehabilitation möglich. Bei ausgedehnter Resektion bleiben oft dauerhafte Einschränkungen.

Einflussfaktoren – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

  • Tumorgröße und -lokalisation
  • OP-Ausmaß (Rekonstruktion?)
  • Bestrahlung (Dosis, Feld)
  • Xerostomie
  • Compliance bei Übungen

Häufige Fragen – C04.9 Bösartige Neubildung: Mundboden

Kann ich nach einer OP im Mund-/Rachenbereich noch schlucken und sprechen?

Ja, aber es hängt vom Ausmaß der OP ab. Logopädie hilft, Kompensationsstrategien zu lernen. Prophylaktische Übungen während der Bestrahlung sind wissenschaftlich belegt wirksam.

Warum soll ich während der Bestrahlung Schluckübungen machen?

Prophylaktische Schluckübungen während der Bestrahlung erhalten die Schluckmuskulatur und reduzieren langfristige Schluckprobleme deutlich. Das ist gut belegt.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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