Logopädische Beschreibung – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
C32.0 (Bösartige Neubildung: Glottis): Bösartige Neubildung im Bereich Stimmlippen (Glottis). Logopädisch ein zentrales Arbeitsfeld. Frühsymptom: Heiserkeit. Bei Frühstadium: Stimm-OP oder Bestrahlung mit guter Stimmprognose. Bei Laryngektomie: Stimmrehabilitation mit Shunt-Ventil, Ösophagusstimme oder elektronischem Kehlkopf. Nach Laryngektomie (totaler Kehlkopfentfernung) ist die Stimmrehabilitation die Hauptaufgabe: Das Shunt-Ventil (Provox o.ä.) ermöglicht eine Ersatzstimme, alternativ Ösophagusstimme oder elektronischer Kehlkopf (Servox). Dysphagie tritt v.a. nach supraglottischer/totaler Resektion und nach Radiochemotherapie auf. Geruchsverlust und verändertes Husten nach Laryngektomie erfordern Anpassung. Stoma-Management ist Teil der Rehabilitation.
Typische Störungsbilder – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Keine natürliche Stimmgebung mehr. Ersatzstimme nötig: Shunt-Ventil (Provox), Ösophagusstimme oder elektronischer Kehlkopf (Servox).
Heiserkeit, Rauigkeit, eingeschränkte Belastbarkeit der Stimme.
Aspiration bei fehlender Epiglottis. Pharynxstenose nach Bestrahlung.
Ein Tumor am Kehlkopf betrifft Stimme und manchmal auch das Schlucken. Bei einer kompletten Kehlkopfentfernung geht die natürliche Stimme verloren – aber Logopädie baut eine Ersatzstimme auf, z.B. mit einem kleinen Ventil im Hals. Bei kleineren OPs wird die vorhandene Stimme rehabilitiert.
Logopädische Relevanz – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
| Häufigkeit | mittel bis hoch |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Überwiegend Männer, 50-70 Jahre. Risikofaktoren: Rauchen + Alkohol. |
| Bedeutung | Kehlkopfkrebs ist der häufigste Kopf-Hals-Tumor. Stimmrehabilitation nach Laryngektomie ist logopädisches Kerngebiet. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
SF
Bei jeder Stimmveränderung oder Stimmverlust nach Larynx-OP.
Stimmstörung/Stimmverlust nach Kehlkopf-OP.
SCa
Bei Schluckstörung, v.a. nach supraglottischer Resektion.
Dysphagie.
HMK ST1: Organische Stimmstörung. Bei Kehlkopf-Ca häufig, regulär verordnungsfähig.
Verordnung & Praxistipps – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Typische Erstverordnung – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
| Diagnosegruppe | SF |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SF |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2-3x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
Häufige Verordnungsfehler – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
- Nur SF verordnet, obwohl auch SC (Dysphagie) vorliegt
- Logopädie nicht prä-OP einbezogen
- Langfristigen Heilmittelbedarf nach Lary nicht beantragt
Tipps für Ärzt*innen – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
- Prä-OP Logopädie-Kontakt. Nach Laryngektomie: SF + ggf. SC. Langfristiger Heilmittelbedarf bei Lary. Shunt-Ventil-Anpassung in Kooperation mit HNO und Logopädie.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
- Nach einer Kehlkopfentfernung können Sie wieder sprechen lernen – die meisten Patienten nutzen ein kleines Ventil im Hals. Die Logopädie begleitet Sie dabei Schritt für Schritt.
Extrabudgetärer Status – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Reguläres Budget. Erwachsene: Zuzahlung, außer bei Befreiung.
Therapieverlauf – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Therapiebeginn: Prä-OP: Aufklärung. Post-OP: ab Wundheilung (ca. 10-14 Tage nach Lary).
Setting: Stationär → Reha → ambulant
Therapieinhalte – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
- Prä-OP: Aufklärung über Stimmverlust und Ersatzstimmoptionen
- Post-Lary: Shunt-Ventil-Training (Provox), Ösophagusstimme, Servox
- Stoma-Management und Atemschulung
- Post-Teilresektion: Stimmrehabilitation
- Dysphagie-Therapie bei Aspiration
- Langfristig: Ventilpflege, Kommunikation in schwierigen Situationen (Telefon, Lärm)
Diagnostik – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Erstdiagnostik – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Stimmdiagnostik (RBH-Skala, Stimmfeldmessung, VHI) | Stimmqualität und -belastbarkeit post-OP | Post-OP |
| FEES bei Dysphagie | Aspirationsrisiko | Post-OP vor Kostaufbau |
Verlaufsdiagnostik – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Stimmkontrolle + FEES | Fortschritt | Regelmäßig |
Red Flags – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Ventil muss gereinigt oder gewechselt werden. Aspiration über das Ventil möglich.
Strahlenbedingte Stenose oder Fibrose. Kann auch Monate nach Bestrahlung auftreten.
Leitsymptom für Glottiskarzinom. Frühzeitige Abklärung ermöglicht stimmerhaltende Therapie.
Prognose – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Stimmprognose: Bei Frühstadium (T1/T2) und Bestrahlung gute Stimmqualität. Nach Teilresektion mäßig bis gut. Nach Laryngektomie: Ersatzstimme bei ca. 80-90% der Patienten mit Shunt-Ventil erfolgreich. Frühsymptom: Heiserkeit. Bei Frühstadium: Stimm-OP oder Bestrahlung mit guter Stimmprognose. Bei Laryngektomie: Stimmrehabilitation mit Shunt-Ventil, Ösophagusstimme oder elektronischem Kehlkopf.
Einflussfaktoren – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
- OP-Ausmaß
- Bestrahlung
- Shunt-Ventil-Compliance
- Übungsmotivation
- Pharynxtonus (für Ösophagusstimme)
Häufige Fragen – C32.0 Bösartige Neubildung: Glottis
Kann ich nach einer Kehlkopfentfernung noch sprechen?
Ja. Ca. 80-90% der Patienten lernen mit einem Shunt-Ventil (Provox) eine Ersatzstimme. Alternativ: Ösophagusstimme (Ruktussprache) oder elektronischer Kehlkopf (Servox). Logopädie trainiert alle Methoden.
Was ist ein Provox-Ventil?
Ein kleines Ventil, das zwischen Luft- und Speiseröhre eingesetzt wird. Es leitet Luft aus der Lunge in die Speiseröhre, die dann als Ersatz-Stimmquelle dient. Die Handhabung wird in der Logopädie erlernt.
Wie lange dauert es, bis ich wieder sprechen kann?
Mit Shunt-Ventil: Erste Lautgebung oft schon wenige Tage nach Einsetzen. Verständliche Kommunikation: meist 2-4 Wochen. Gute Sprachqualität: mehrere Monate Übung.