Logopädie Praxis Kosmos
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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SF. Verordnung eindeutig.

KBV Diagnoseliste 2026: C32.9 mit SF als BVB. SP9 entfernt.

C32.9 – Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Auch gesucht unter: C32.9 Logopädie, Kehlkopfkrebs Logopädie, Laryngektomie Logopädie, Stimmrehabilitation Laryngektomie, Provox Logopädie, Kehlkopfkrebs Stimme, Larynxkarzinom Logopädie, Kehlkopfentfernung sprechen lernen

Prä-OP Aufklärung. Stimmrehabilitation nach Lary: Shunt-Ventil bevorzugt. Langfristiger Heilmittelbedarf. Unspezifischer Code. Logopädie richtet sich nach OP-Ausmaß: Chordektomie → Stimmtherapie. Teilresektion → Schluck-/Stimmtherapie. Laryngektomie → Stimmrehabilitation + Schlucktraining.

Logopädische Beschreibung – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

C32.9 (Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet): Bösartige Neubildung im Bereich Kehlkopf (Larynx). Logopädisch ein zentrales Arbeitsfeld. Unspezifischer Code. Logopädie richtet sich nach OP-Ausmaß: Chordektomie → Stimmtherapie. Teilresektion → Schluck-/Stimmtherapie. Laryngektomie → Stimmrehabilitation + Schlucktraining. Nach Laryngektomie (totaler Kehlkopfentfernung) ist die Stimmrehabilitation die Hauptaufgabe: Das Shunt-Ventil (Provox o.ä.) ermöglicht eine Ersatzstimme, alternativ Ösophagusstimme oder elektronischer Kehlkopf (Servox). Dysphagie tritt v.a. nach supraglottischer/totaler Resektion und nach Radiochemotherapie auf. Geruchsverlust und verändertes Husten nach Laryngektomie erfordern Anpassung. Stoma-Management ist Teil der Rehabilitation.

Typische Störungsbilder – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Stimmverlust nach Laryngektomie SF 100% bei Lary

Keine natürliche Stimmgebung mehr. Ersatzstimme nötig: Shunt-Ventil (Provox), Ösophagusstimme oder elektronischer Kehlkopf (Servox).

Dysphonie nach Teilresektion/Bestrahlung SF nahezu immer

Heiserkeit, Rauigkeit, eingeschränkte Belastbarkeit der Stimme.

Dysphagie SC häufig, v.a. supraglottisch

Aspiration bei fehlender Epiglottis. Pharynxstenose nach Bestrahlung.

Einfach erklärt:

Ein Tumor am Kehlkopf betrifft Stimme und manchmal auch das Schlucken. Bei einer kompletten Kehlkopfentfernung geht die natürliche Stimme verloren – aber Logopädie baut eine Ersatzstimme auf, z.B. mit einem kleinen Ventil im Hals. Bei kleineren OPs wird die vorhandene Stimme rehabilitiert.

Logopädische Relevanz – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Häufigkeit mittel bis hoch
Patient*innengruppe Überwiegend Männer, 50-70 Jahre. Risikofaktoren: Rauchen + Alkohol.
Bedeutung Kehlkopfkrebs ist der häufigste Kopf-Hals-Tumor. Stimmrehabilitation nach Laryngektomie ist logopädisches Kerngebiet.

Zugeordnete Diagnosegruppen – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Quelle: KBV Diagnoseliste 2026: C32 mit SF als BVB gelistet.

Leitsymptomatik:

SF

Wann verordnen:

Bei jeder Stimmveränderung oder Stimmverlust nach Larynx-OP.

Begründung:

Stimmstörung/Stimmverlust nach Kehlkopf-OP.

Quelle: HMK SC: Dysphagie nach Kehlkopf-OP. Klinisch Standard. Nicht separat als BVB für C32, aber regulär verordnungsfähig.

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung, v.a. nach supraglottischer Resektion.

Begründung:

Dysphagie.

Quelle: HMK ST1: Organische Stimmstörung. Bei Kehlkopf-Ca häufig, regulär verordnungsfähig.

Begründung:

HMK ST1: Organische Stimmstörung. Bei Kehlkopf-Ca häufig, regulär verordnungsfähig.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Verordnung & Praxistipps – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Typische Erstverordnung – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Diagnosegruppe SF
Leitsymptomatik SF
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2-3x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.

Häufige Verordnungsfehler – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

  • Nur SF verordnet, obwohl auch SC (Dysphagie) vorliegt
  • Logopädie nicht prä-OP einbezogen
  • Langfristigen Heilmittelbedarf nach Lary nicht beantragt

Tipps für Ärzt*innen – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

  • Prä-OP Logopädie-Kontakt. Nach Laryngektomie: SF + ggf. SC. Langfristiger Heilmittelbedarf bei Lary. Shunt-Ventil-Anpassung in Kooperation mit HNO und Logopädie.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

  • Nach einer Kehlkopfentfernung können Sie wieder sprechen lernen – die meisten Patienten nutzen ein kleines Ventil im Hals. Die Logopädie begleitet Sie dabei Schritt für Schritt.

Extrabudgetärer Status – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

SF

Reguläres Budget. Erwachsene: Zuzahlung, außer bei Befreiung.

Therapieverlauf – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Therapiebeginn: Prä-OP: Aufklärung. Post-OP: ab Wundheilung (ca. 10-14 Tage nach Lary).

Setting: Stationär → Reha → ambulant

Therapieinhalte – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

  • Prä-OP: Aufklärung über Stimmverlust und Ersatzstimmoptionen
  • Post-Lary: Shunt-Ventil-Training (Provox), Ösophagusstimme, Servox
  • Stoma-Management und Atemschulung
  • Post-Teilresektion: Stimmrehabilitation
  • Dysphagie-Therapie bei Aspiration
  • Langfristig: Ventilpflege, Kommunikation in schwierigen Situationen (Telefon, Lärm)

Diagnostik – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Erstdiagnostik – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Test Zweck Zeitpunkt
Stimmdiagnostik (RBH-Skala, Stimmfeldmessung, VHI) Stimmqualität und -belastbarkeit post-OP Post-OP
FEES bei Dysphagie Aspirationsrisiko Post-OP vor Kostaufbau

Verlaufsdiagnostik – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Test Zweck Zeitpunkt
Stimmkontrolle + FEES Fortschritt Regelmäßig

Red Flags – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Shunt-Ventil undicht oder Pilzbefall HNO + Logopädie

Ventil muss gereinigt oder gewechselt werden. Aspiration über das Ventil möglich.

Zunehmende Schluckprobleme nach Bestrahlung FEES + Logopädie

Strahlenbedingte Stenose oder Fibrose. Kann auch Monate nach Bestrahlung auftreten.

Heiserkeit >3 Wochen bei Rauchern HNO-Vorstellung

Leitsymptom für Glottiskarzinom. Frühzeitige Abklärung ermöglicht stimmerhaltende Therapie.

Prognose – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Stimmprognose: Bei Frühstadium (T1/T2) und Bestrahlung gute Stimmqualität. Nach Teilresektion mäßig bis gut. Nach Laryngektomie: Ersatzstimme bei ca. 80-90% der Patienten mit Shunt-Ventil erfolgreich. Unspezifischer Code. Logopädie richtet sich nach OP-Ausmaß: Chordektomie → Stimmtherapie. Teilresektion → Schluck-/Stimmtherapie. Laryngektomie → Stimmrehabilitation + Schlucktraining.

Einflussfaktoren – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

  • OP-Ausmaß
  • Bestrahlung
  • Shunt-Ventil-Compliance
  • Übungsmotivation
  • Pharynxtonus (für Ösophagusstimme)

Häufige Fragen – C32.9 Bösartige Neubildung: Kehlkopf, nicht näher bezeichnet

Kann ich nach einer Kehlkopfentfernung noch sprechen?

Ja. Ca. 80-90% der Patienten lernen mit einem Shunt-Ventil (Provox) eine Ersatzstimme. Alternativ: Ösophagusstimme (Ruktussprache) oder elektronischer Kehlkopf (Servox). Logopädie trainiert alle Methoden.

Was ist ein Provox-Ventil?

Ein kleines Ventil, das zwischen Luft- und Speiseröhre eingesetzt wird. Es leitet Luft aus der Lunge in die Speiseröhre, die dann als Ersatz-Stimmquelle dient. Die Handhabung wird in der Logopädie erlernt.

Wie lange dauert es, bis ich wieder sprechen kann?

Mit Shunt-Ventil: Erste Lautgebung oft schon wenige Tage nach Einsetzen. Verständliche Kommunikation: meist 2-4 Wochen. Gute Sprachqualität: mehrere Monate Übung.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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