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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP1. Verordnung eindeutig.

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V): C71.3 BVB mit allen Logo-DG

C71.3 – Bösartige Neubildung: Parietallappen

ICD-11-Äquivalent: 2A00.5 – Primäre Neubildung des Gehirns von unbekanntem oder nicht näher bezeichnetem Verhalten annäherung

ICD-11 bildet diese Diagnose nur über eine breitere oder unspezifische Kategorie ab; nächstliegende Entsprechung.

Auch gesucht unter: C71.3 Logopädie, Hirntumor Logopädie, Hirntumor Sprache Kind, Zerebellärer Mutismus Logopädie, Hirntumor Schluckstörung

Post-OP: alle Bereiche prüfen (Sprache, Sprechen, Schlucken). Zerebellärer Mutismus beachten. Lesen/Schreiben können betroffen sein. Auch räumliche Verarbeitung.

Logopädische Beschreibung – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

C71.3 (Bösartige Neubildung: Parietallappen): Bösartige Neubildung im Hirnparenchym. Logopädisch relevant durch direkte Schädigung von Sprach-/Sprech-/Schluckzentren oder durch OP-/Bestrahlungsfolgen. Bei Kindern häufig Kleinhirn-/Hirnstammtumoren mit Dysarthrie und Dysphagie, bei Erwachsenen eher Großhirntumoren mit Aphasie. Das Posteriore-Fossa-Syndrom (zerebellärer Mutismus) nach Kleinhirn-OP bei Kindern ist eine spezifische logopädische Herausforderung. Lesen/Schreiben können betroffen sein. Auch räumliche Verarbeitung.

Typische Störungsbilder – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Dysarthrie (v.a. bei Kleinhirn-/Hirnstammtumor) SP6 häufig bei posteriorer Fossa

Verwaschenes, ataktisches Sprechen.

Zerebellärer Mutismus (Posteriore-Fossa-Syndrom) SP6 bei 25% nach Kleinhirn-OP bei Kindern

Vorübergehende vollständige Stummheit nach OP, dann langsame Erholung.

Aphasie (bei Großhirntumor) SP5 bei Temporal-/Frontallappenbefall

Wortfindung, Verständnis, Lesen/Schreiben.

Dysphagie SC bei Hirnstammbeteiligung

Schluckstörung mit Aspirationsgefahr.

Einfach erklärt:

Ein Gehirntumor kann, je nach Lage, Sprache, Sprechen oder Schlucken beeinträchtigen. Nach der Operation oder Bestrahlung können diese Probleme bestehen bleiben. Logopädie unterstützt die Erholung.

Logopädische Relevanz – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Häufigkeit selten bis mittel
Patient*innengruppe Kinder und Erwachsene.
Bedeutung Hirntumoren bei Kindern sind selten, aber Logopädie ist nach Behandlung häufig nötig.

Zugeordnete Diagnosegruppen – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SP1b

Wann verordnen:

Bei Kindern mit sprachlichen Defiziten nach Tumorbehandlung.

Begründung:

Bei Kindern: Sprachentwicklung/-regression nach Hirntumor.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei Schluckproblemen.

Begründung:

Dysphagie.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

ST1

Wann verordnen:

Bei Stimmveränderung.

Begründung:

Stimmstörung bei Hirnnervenbefall.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SP5b

Wann verordnen:

Bei Aphasie.

Begründung:

Aphasie bei Erwachsenen.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SP6a

Wann verordnen:

Bei Dysarthrie oder zerebellärem Mutismus.

Begründung:

Dysarthrie.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

SP1 Primär Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SC Offiziell (HMK)
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
ST1 Offiziell (HMK)
Heilmittel Stimmtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP2 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP3 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP5 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP6 Offiziell (HMK)
Heilmittel Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
RE1 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprechtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
RE2 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprechtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SF Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprech- und Stimmtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Typische Erstverordnung – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1b
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Ggf. bei eingeschränkter Mobilität
Dringlicher Behandlungsbedarf Ja
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

  • Nur SP1 verordnet, obwohl SC (Dysphagie) dringend nötig ist
  • Logopädie nicht verordnet bei zerebellärem Mutismus ('Kind spricht ja nicht, was soll Logopädie?')

Tipps für Ärzt*innen – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

  • Nach Hirntumor-OP alle logopädierelevanten Bereiche prüfen. Zerebellärer Mutismus ist eine Indikation für Logopädie, nicht gegen sie.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

  • Wenn Ihr Kind nach der OP nicht mehr spricht, kann das ein zerebellärer Mutismus sein. Das ist vorübergehend. Logopädie begleitet die Erholung.

Extrabudgetärer Status – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Diese Diagnose ist als besonderer Verordnungsbedarf anerkannt (längstens 1 Jahr nach Akutereignis). In diesem Rahmen belastet die Verordnung das Budget der ärztlichen Praxis nicht.

RE1 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

RE2 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SC BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SF BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP1 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP2 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP3 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP5 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP6 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

ST1 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

Nach Ablauf:

Langfristiger Heilmittelbedarf bei chronischen Defiziten.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Therapiebeginn: Post-OP auf Intensivstation/Normalstation

Setting: Stationär → Reha → ambulant

Frequenz: Akut/Reha: täglich. Ambulant: 1-3x/Woche.

Besonderheiten: Fatigue nach Chemo/Bestrahlung berücksichtigen. Therapie-Dauer und -Intensität anpassen. Psychoonkologische Begleitung empfehlen.

Therapieinhalte – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

  • Akut: Dysphagie-Management, Kommunikationsanbahnung bei Mutismus
  • Reha: Dysarthrie-Therapie, Aphasie-Therapie
  • Ambulant: Langfristige Rehabilitation
  • Bei zerebellärem Mutismus: Geduld, Erholung kann Wochen-Monate dauern

Diagnostik – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Erstdiagnostik – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Test Zweck Zeitpunkt
Klinische Sprach-/Sprech-/Schluckdiagnostik Post-OP Status erheben Sobald der Patient kooperationsfähig ist

Verlaufsdiagnostik – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Test Zweck Zeitpunkt
Regelmäßige Evaluation Erholung dokumentieren Engmaschig in den ersten Monaten

Red Flags – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Kind spricht nach Kleinhirn-OP plötzlich nicht mehr Neurochirurgie informieren + Logopädie

Zerebellärer Mutismus. Logopädie zur Kommunikationsanbahnung und Begleitung der Erholung.

Neue Schluckprobleme oder Aspiration nach OP/Bestrahlung Sofort

Dysphagie-Diagnostik (FEES) und SC-Verordnung.

Prognose – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Abhängig von Tumorart, Lokalisation und Behandlungserfolg. Zerebellärer Mutismus bildet sich meist über Wochen-Monate zurück, oft mit verbleibender Dysarthrie. Aphasie nach Hirntumor-OP kann sich bei Kindern besser erholen als bei Erwachsenen.

Einflussfaktoren – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

  • Tumorart und -dignität
  • Lokalisation
  • OP-Ausmaß
  • Bestrahlung/Chemo
  • Alter
  • Prä-OP Sprachstand

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP1 – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Häufige Fragen – C71.3 Bösartige Neubildung: Parietallappen

Was ist zerebellärer Mutismus?

Nach Operationen am Kleinhirn bei Kindern kann vorübergehende Stummheit auftreten (bei ca. 25% der Fälle). Die Erholung dauert Wochen bis Monate, oft mit verbleibender leichter Dysarthrie.

Bekommt mein Kind nach der Hirntumor-OP Logopädie?

Ja, wenn Sprache, Sprechen oder Schlucken betroffen sind. Das wird in der Klinik geprüft und die Logopädie beginnt oft schon auf der Station.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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