Logopädische Beschreibung – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
C71.9 (Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet): Bösartige Neubildung im Hirnparenchym. Logopädisch relevant durch direkte Schädigung von Sprach-/Sprech-/Schluckzentren oder durch OP-/Bestrahlungsfolgen. Bei Kindern häufig Kleinhirn-/Hirnstammtumoren mit Dysarthrie und Dysphagie, bei Erwachsenen eher Großhirntumoren mit Aphasie. Das Posteriore-Fossa-Syndrom (zerebellärer Mutismus) nach Kleinhirn-OP bei Kindern ist eine spezifische logopädische Herausforderung. Unspezifischer Code. Logopädie nach individuellem Befund.
Typische Störungsbilder – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Verwaschenes, ataktisches Sprechen.
Vorübergehende vollständige Stummheit nach OP, dann langsame Erholung.
Wortfindung, Verständnis, Lesen/Schreiben.
Schluckstörung mit Aspirationsgefahr.
Ein Gehirntumor kann – je nach Lage – Sprache, Sprechen oder Schlucken beeinträchtigen. Nach der Operation oder Bestrahlung können diese Probleme bestehen bleiben. Logopädie unterstützt die Erholung.
Logopädische Relevanz – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
| Häufigkeit | selten bis mittel |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Kinder und Erwachsene. |
| Bedeutung | Hirntumoren bei Kindern sind selten, aber Logopädie ist nach Behandlung häufig nötig. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
SP1b
Bei Kindern mit sprachlichen Defiziten nach Tumorbehandlung.
Bei Kindern: Sprachentwicklung/-regression nach Hirntumor.
SCa
Bei Schluckproblemen.
Dysphagie.
ST1
Bei Stimmveränderung.
Stimmstörung bei Hirnnervenbefall.
SP5b
Bei Aphasie.
Aphasie bei Erwachsenen.
SP6a
Bei Dysarthrie oder zerebellärem Mutismus.
Dysarthrie.
KBV Diagnoseliste 2026 S.5
Verordnung & Praxistipps – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Typische Erstverordnung – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
| Diagnosegruppe | SP1 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP1b |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
Häufige Verordnungsfehler – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
- Nur SP1 verordnet, obwohl SC (Dysphagie) dringend nötig ist
- Logopädie nicht verordnet bei zerebellärem Mutismus ('Kind spricht ja nicht, was soll Logopädie?')
Tipps für Ärzt*innen – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
- Nach Hirntumor-OP alle logopädierelevanten Bereiche prüfen. Zerebellärer Mutismus ist eine Indikation für Logopädie, nicht gegen sie.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
- Wenn Ihr Kind nach der OP nicht mehr spricht, kann das ein zerebellärer Mutismus sein. Das ist vorübergehend. Logopädie begleitet die Erholung.
Extrabudgetärer Status – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Reguläres Budget.
Therapieverlauf – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Therapiebeginn: Post-OP auf Intensivstation/Normalstation
Setting: Stationär → Reha → ambulant
Therapieinhalte – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
- Akut: Dysphagie-Management, Kommunikationsanbahnung bei Mutismus
- Reha: Dysarthrie-Therapie, Aphasie-Therapie
- Ambulant: Langfristige Rehabilitation
- Bei zerebellärem Mutismus: Geduld – Erholung kann Wochen-Monate dauern
Diagnostik – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Erstdiagnostik – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Klinische Sprach-/Sprech-/Schluckdiagnostik | Post-OP Status erheben | Sobald der Patient kooperationsfähig ist |
Verlaufsdiagnostik – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Regelmäßige Evaluation | Erholung dokumentieren | Engmaschig in den ersten Monaten |
Red Flags – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Zerebellärer Mutismus. Logopädie zur Kommunikationsanbahnung und Begleitung der Erholung.
Dysphagie-Diagnostik (FEES) und SC-Verordnung.
Prognose – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Abhängig von Tumorart, Lokalisation und Behandlungserfolg. Zerebellärer Mutismus bildet sich meist über Wochen-Monate zurück, oft mit verbleibender Dysarthrie. Aphasie nach Hirntumor-OP kann sich bei Kindern besser erholen als bei Erwachsenen.
Einflussfaktoren – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
- Tumorart und -dignität
- Lokalisation
- OP-Ausmaß
- Bestrahlung/Chemo
- Alter
- Prä-OP Sprachstand
Häufige Fragen – C71.9 Bösartige Neubildung: Gehirn, nicht näher bezeichnet
Was ist zerebellärer Mutismus?
Nach Operationen am Kleinhirn bei Kindern kann vorübergehende Stummheit auftreten (bei ca. 25% der Fälle). Die Erholung dauert Wochen bis Monate, oft mit verbleibender leichter Dysarthrie.
Bekommt mein Kind nach der Hirntumor-OP Logopädie?
Ja, wenn Sprache, Sprechen oder Schlucken betroffen sind. Das wird in der Klinik geprüft und die Logopädie beginnt oft schon auf der Station.