Logopädische Beschreibung – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
F44.4 (hier: psychogene Aphonie/Dysphonie) ist ein plötzlicher Stimmverlust ohne organische Ursache, bedingt durch psychische Belastung oder Konversion. Logopädisch: Stimme fehlt (Aphonie) oder ist stark beeinträchtigt (Dysphonie), obwohl Kehlkopfbefund unauffällig ist. Husten und Lachen sind oft normal (inkongruent zur Aphonie). Therapie: Symptomorientierte Stimmtherapie mit gleichzeitiger psychotherapeutischer Mitbehandlung. Viele Patienten erreichen Stimmfunktion in wenigen Sitzungen.
Typische Störungsbilder – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Stimmverlust ohne organischen Befund. Husten/Lachen oft normal.
Manchmal geht die Stimme durch psychische Belastung plötzlich verloren, obwohl körperlich alles in Ordnung ist. Das ist die psychogene Aphonie. Logopädie kann die Stimme oft schnell wieder aktivieren. Zusätzlich ist psychologische Unterstützung wichtig, um den Auslöser zu bearbeiten.
Logopädische Relevanz – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
| Häufigkeit | selten bis mittel |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Oft jüngere Frauen. Psychische Belastungssituation. |
| Bedeutung | Nicht häufig, aber typisch logopädisches Krankheitsbild. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
ST3a
HMK Abschnitt 1.3: Psychogene Störungen der Stimme. ST3 = Psychogene Aphonie. F44.4 ist Beispieldiagnose im HMK.
HMK Abschnitt 1.3: ST4 = Psychogene Dysphonie. Bei F44.4 je nach Ausprägung ST3 oder ST4.
Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
| Heilmittel | Stimmtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Gruppentherapie | 45 oder 90 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 10 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
| Heilmittel | Stimmtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Gruppentherapie | 45 oder 90 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 10 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
Verordnung & Praxistipps – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Typische Erstverordnung – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
| Diagnosegruppe | ST3 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | ST3a |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 1-2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Hausbesuch | Nicht nötig |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Ja |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
- Nur Logopädie, ohne Psychotherapie zu empfehlen
- HNO-Untersuchung nicht vorab durchgeführt
Tipps für Ärzt*innen – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
- HNO-Befund unauffällig? → SF verordnen + Psychotherapie empfehlen. Patient nicht als Simulant behandeln.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
- Der Stimmverlust ist echt und nicht eingebildet. Er hängt mit psychischer Belastung zusammen. Logopädie kann die Stimme oft schnell zurückholen, aber auch die Ursache sollte bearbeitet werden.
Extrabudgetärer Status – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Diese Diagnose steht nicht auf der KBV-Diagnoseliste für langfristigen Heilmittelbedarf oder besonderen Verordnungsbedarf. Logopädie ist regulär verordnungsfähig, sofern die Voraussetzungen des Heilmittelkatalogs erfüllt sind.
Meist kurze Therapiedauer.
Therapieverlauf – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Therapiebeginn: Nach HNO-Ausschluss organischer Ursache
Setting: Ambulant
Frequenz: Initial 1-2x/Woche, oft nur wenige Sitzungen nötig
Besonderheiten: Viele Patienten erlangen die Stimme in der ersten Sitzung wieder. Rückfälle möglich, wenn psychische Ursache nicht behandelt wird. Nicht als Simulation behandeln, der Stimmverlust ist real.
Therapieinhalte – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
- Stimmaktivierung: Summübungen, vegetative Phonation (Husten → Stimme)
- Atemübungen
- Psychoedukation: Zusammenhang Psyche/Stimme erklären
- Empfehlung Psychotherapie für Ursachenbehandlung
- Prophylaxe: Umgang mit Stress/Belastung
Diagnostik – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Erstdiagnostik – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Stimmdiagnostik + Anamnese (psychische Belastung?) | Organische Ursache muss HNO-ärztlich ausgeschlossen sein | Erstbefund |
Verlaufsdiagnostik – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Stimmkontrolle | Rückfallprävention | Nach Stimmaktivierung |
Red Flags – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Ggf. doch organische Ursache oder tieferliegende psychische Problematik.
Prognose – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Oft sehr gute Prognose: Stimme kehrt häufig in wenigen Sitzungen zurück. Rückfälle möglich ohne Psychotherapie. Bei chronischem Verlauf: schlechtere Prognose.
Einflussfaktoren – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
- Dauer der Aphonie (je kürzer, desto besser)
- Psychische Mitbehandlung
- Sekundärer Krankheitsgewinn
Verwandte Codes – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Differentialdiagnosen – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Häufige Fragen – F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen
Ist psychogene Aphonie echt?
Ja. Es ist keine Simulation. Der Stimmverlust ist real, aber die Ursache liegt in psychischer Belastung, nicht in einer Schädigung des Kehlkopfes.
Brauche ich auch Psychotherapie?
Empfohlen. Logopädie holt die Stimme zurück, Psychotherapie bearbeitet die Ursache und beugt Rückfällen vor.