← Zur Suche
Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: RE2. Verordnung eindeutig.

HMK 3: F98.6 = RE2.

F98.6 – Poltern

ICD-11-Äquivalent: 6A01.1 – Entwicklungsbedingte Redeflussstörung exakt

Auch gesucht unter: Poltern Logopädie, Cluttering Logopädie, F98.6 Logopädie, Zu schnelles Sprechen Logopädie, Cluttering

Abgrenzung zu Stottern wichtig. Eigenwahrnehmung als Therapieschlüssel.

Logopädische Beschreibung – F98.6 Poltern

F98.6 Poltern (Cluttering) ist eine Redeflussstörung mit überhöhtem Sprechtempo, unregelmäßigem Sprechrhythmus, Silbenauslassungen/-verschmelzungen und oft mangelnder Eigenwahrnehmung. Abgrenzung zum Stottern: Beim Poltern fehlen typische Blockaden/Dehnungen, stattdessen ist das Sprechen 'verwaschen-schnell'. Häufig komorbid mit ADHS, Sprachentwicklungsstörung oder Stottern. Therapie: Sprechtempo-Regulation, Eigenwahrnehmung verbessern, Artikulationsgenauigkeit trainieren.

Typische Störungsbilder – F98.6 Poltern

Poltern RE2 definitionsgemäß

Schnelles, unrhythmisches Sprechen mit Silbenauslassungen.

Einfach erklärt:

Beim Poltern spricht man zu schnell und verschluckt dabei Silben oder ganze Wortteile. Anders als beim Stottern merkt man es selbst oft nicht. Logopädie trainiert ein langsameres, deutlicheres Sprechen.

Logopädische Relevanz – F98.6 Poltern

Häufigkeit mittel
Patient*innengruppe Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Bedeutung Oft unterdiagnostiziert. Komorbid mit Stottern bei ca. 30%.

Zugeordnete Diagnosegruppen – F98.6 Poltern

Quelle: HMK 3: RE2 Störungen des Redeflusses - Poltern. F98.6 ist Beispieldiagnose.

Leitsymptomatik:

RE2

Wann verordnen:

Bei Poltern.

Begründung:

Poltern.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Verordnung & Praxistipps – F98.6 Poltern

Typische Erstverordnung – F98.6 Poltern

Diagnosegruppe RE2
Leitsymptomatik RE2
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.

Häufige Verordnungsfehler – F98.6 Poltern

  • Poltern wird als Stottern diagnostiziert, Therapie ist anders!
  • Komorbides Stottern wird übersehen

Tipps für Ärzt*innen – F98.6 Poltern

  • Poltern ≠ Stottern. RE2 verordnen. Oft komorbid mit Stottern oder ADHS.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – F98.6 Poltern

  • Poltern ist behandelbar. Es hilft, bewusst langsamer zu sprechen, das klingt für Sie zu langsam, ist aber für andere genau richtig.

Extrabudgetärer Status – F98.6 Poltern

RE2

Therapieverlauf – F98.6 Poltern

Therapiebeginn: Bei Diagnosestellung / Leidensdruck

Setting: Ambulant

Therapieinhalte – F98.6 Poltern

  • Eigenwahrnehmung verbessern (Audio-/Videoaufnahmen)
  • Sprechtempo regulieren
  • Artikulationsgenauigkeit
  • Pausensetzung und Betonung
  • Ggf. Stottertherapie bei Komorbidität

Diagnostik – F98.6 Poltern

Erstdiagnostik – F98.6 Poltern

Test Zweck Zeitpunkt
Sprechprobe (Spontansprache, Lesen, Nachsprechen), Sprechtempo-Analyse Poltern sicher diagnostizieren, von Stottern abgrenzen Erstbefund

Verlaufsdiagnostik – F98.6 Poltern

Test Zweck Zeitpunkt
Sprechprobenvergleich Tempo und Verständlichkeit prüfen Alle 10-20 Sitzungen

Prognose – F98.6 Poltern

Mit Therapie gute Verbesserung möglich. Eigenwahrnehmung ist der Schlüssel. Rückfälle in Stresssituationen häufig.

Einflussfaktoren – F98.6 Poltern

  • Eigenwahrnehmung
  • Motivation
  • Komorbidität (ADHS, Stottern)

Verwandte Codes – F98.6 Poltern

Gleiche Diagnosegruppe – F98.6 Poltern

Andere Redeflussstörung, oft komorbid

Häufige Fragen – F98.6 Poltern

Was ist der Unterschied zwischen Stottern und Poltern?

Stottern: Wiederholungen, Dehnungen, Blockaden, der Patient merkt es und leidet. Poltern: Zu schnelles Sprechen mit verschluckten Silben, der Patient merkt es oft nicht. Beides kann zusammen auftreten.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

← Zur Suche

Die hier enthaltenen medizinischen Informationen wurden sorgfältig recherchiert und orientieren sich an der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie an AWMF-Leitlinien. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Die exakte Beurteilung hängt immer vom Einzelfall und dem klinischen Kontext ab. Prüfen Sie im Zweifel nochmals selbst anhand der offiziellen Quellen.

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung für Schäden übernommen, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA.