← Zur Suche
Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP5. Verordnung eindeutig.

G31.0 nicht auf LHB/BVB-Liste. Regulär über HMK SP5/SC.

G31.0 – Umschriebene Hirnatrophie

ICD-11-Äquivalent: 8A0Z – Bewegungsstörungen, nicht näher bezeichnet annäherung

ICD-11 bietet hier nur eine unspezifische Restkategorie; nächstliegende Entsprechung, genauere Abbildung ggf. über Postkoordination.

Auch gesucht unter: FTD Logopädie, PPA Logopädie, Primär progressive Aphasie, G31.0 Logopädie, Frontotemporale Demenz Sprache, Semantische Demenz Logopädie, Frontotemporale Demenz

PPA-Variante bestimmen, Therapie ist varianten-spezifisch. Script Training. FTD oft bei jüngeren Patienten.

Logopädische Beschreibung – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

G31.0 umfasst die frontotemporalen Demenzen (FTD), darunter die primär progressive Aphasie (PPA). Es gibt drei PPA-Varianten: 1) Nicht-flüssige/agrammatische PPA: Sprechanstrengung, Agrammatismus, Sprechapraxie. 2) Semantische PPA: Verlust der Wortbedeutungen bei flüssigem Sprechen. 3) Logopenische PPA: Wortfindungsstörungen, Nachsprechstörung. Bei der Verhaltensvariante der FTD steht Verhaltensänderung vor Sprachstörung, aber pragmatische Kommunikation ist früh betroffen. FTD betrifft oft jüngere Patienten (45-65 Jahre).

Typische Störungsbilder – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Primär progressive Aphasie (PPA) SP5 bei sprachbetonter FTD

Progressiver Sprachverlust als Leitsymptom. Drei Varianten.

Sprechapraxie SP6 bei nicht-flüssiger PPA

Mühsames, angestrengtes Sprechen mit Suchverhalten.

Pragmatische Kommunikationsstörung SP5 bei Verhaltensvariante

Enthemmte/inadäquate Kommunikation, Stereotypien.

Dysphagie SC im Spätstadium

Nahrungsverweigerung, orale Apraxie.

Einfach erklärt:

Bei der frontotemporalen Demenz (FTD) kann die Sprache das erste und auffälligste Problem sein. Manche Betroffene sprechen immer weniger und mühsamer, andere verlieren die Bedeutung von Wörtern. Logopädie hilft, die Kommunikation so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

Logopädische Relevanz – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Häufigkeit mittel
Patient*innengruppe Erwachsene 45-65 Jahre.
Bedeutung FTD wird zunehmend diagnostiziert. PPA ist primär logopädische Domäne.

Zugeordnete Diagnosegruppen – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Quelle: HMK SP5: Primär progressive Aphasie ist Unterform der FTD.

Leitsymptomatik:

SP5b oder SP5c

Wann verordnen:

Bei Sprachstörung.

Begründung:

PPA/kognitive Kommunikationsstörung.

Quelle: HMK SC: Dysphagie im Verlauf.

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei Schluck-/Essstörung.

Begründung:

Dysphagie im Verlauf.

Quelle: Sprechapraxie bei FTD klinisch möglich.

Leitsymptomatik:

SP6a

Wann verordnen:

Bei Sprechapraxie.

Begründung:

Sprechapraxie bei nicht-flüssiger PPA.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

SP5 Primär Abgeleitet & verifiziert
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SC Abgeleitet & verifiziert
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP6 Praxisempfehlung
Heilmittel Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Typische Erstverordnung – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Diagnosegruppe SP5
Leitsymptomatik SP5b
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45-60 Min.
Hausbesuch Im Verlauf
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

  • PPA wird als 'Alzheimer-Aphasie' behandelt, Therapie muss PPA-spezifisch sein
  • 'Patient hat Demenz, Logopädie bringt nichts', bei PPA ist Logopädie die Hauptintervention

Tipps für Ärzt*innen – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

  • Bei PPA ist Logopädie die primäre Behandlung. SP5 verordnen. Langfristiger Heilmittelbedarf.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

  • PPA ist anders als Alzheimer: Die Sprache ist zuerst betroffen, während andere Fähigkeiten lange erhalten bleiben. Logopädie ist besonders wirksam in den frühen Stadien.

Extrabudgetärer Status – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Diese Diagnose steht nicht auf der KBV-Diagnoseliste für langfristigen Heilmittelbedarf oder besonderen Verordnungsbedarf. Logopädie ist regulär verordnungsfähig, sofern die Voraussetzungen des Heilmittelkatalogs erfüllt sind.

SP5 Reguläres Budget
SC Reguläres Budget
SP6 Reguläres Budget
Nach Ablauf:

Langfristig.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Therapiebeginn: Ab Diagnose

Setting: Ambulant

Frequenz: 1-2x/Woche

Besonderheiten: FTD betrifft oft jüngere, berufstätige Menschen. Teilhabe-orientierte Therapieziele besonders wichtig. Script Training für alltagsrelevante Kommunikationssituationen.

Therapieinhalte – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

  • PPA-spezifische Therapie: Script Training, semantische Übungen, Sprechapraxie-Therapie
  • Kommunikationsstrategien für Patient und Angehörige
  • Kommunikationsbuch/-tafel frühzeitig aufbauen
  • UK vorbereiten für späteren Verlauf
  • Dysphagie-Management im Verlauf

Diagnostik – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Erstdiagnostik – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Test Zweck Zeitpunkt
AAT/ACL + Sprechapraxie-Diagnostik + semantische Tests PPA-Variante bestimmen Erstbefund

Verlaufsdiagnostik – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Test Zweck Zeitpunkt
Regelmäßige Kontrolle Progression Alle 3-6 Monate

Red Flags – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Plötzliche Verschlechterung statt langsamer Progression Neurologische Abklärung

PPA verläuft langsam progressiv. Plötzliche Verschlechterung spricht für andere Ursache.

Prognose – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Progressiv. Sprache verschlechtert sich über Jahre. Logopädie kann den Erhalt verlängern und Kompensationsstrategien aufbauen. Nicht-flüssige PPA hat oft langsamere Progression als semantische PPA.

Einflussfaktoren – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

  • PPA-Variante
  • Krankheitsstadium
  • Begleitende Verhaltensänderungen

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Gleiche Diagnosegruppe – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Andere Demenzform. PPA kann auch Alzheimer-assoziiert sein (logopenische Variante).

Differentialdiagnosen – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Plötzliche Aphasie vs. schleichender Beginn bei PPA

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP5 – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Häufige Fragen – G31.0 Umschriebene Hirnatrophie

Was ist PPA?

Primär progressive Aphasie: Eine Demenzform, bei der die Sprache als Erstes und am stärksten betroffen ist. Andere geistige Fähigkeiten bleiben lange erhalten. Es gibt drei Varianten mit unterschiedlichen Symptomen.

Ist FTD das Gleiche wie Alzheimer?

Nein. FTD betrifft vor allem die vorderen Hirnbereiche und beginnt oft mit Sprach- oder Verhaltensänderungen. Alzheimer beginnt typischerweise mit Gedächtnisproblemen. FTD tritt oft jünger auf (45-65).

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

← Zur Suche

Die hier enthaltenen medizinischen Informationen wurden sorgfältig recherchiert und orientieren sich an der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie an AWMF-Leitlinien. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Die exakte Beurteilung hängt immer vom Einzelfall und dem klinischen Kontext ab. Prüfen Sie im Zweifel nochmals selbst anhand der offiziellen Quellen.

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung für Schäden übernommen, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA.