Logopädische Beschreibung – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
G35.2- (MS mit primär-chronischem Verlauf). Multiple Sklerose kann Dysarthrie (25-50%, gemischt spastisch-ataktisch), Dysphagie (30-40%, oft unterschätzt, stille Aspiration), Stimmstörung und kognitive Kommunikationsstörung verursachen. Von Beginn an progredient ohne Schübe. Dysarthrie und Dysphagie nehmen kontinuierlich zu. Logopädie erhaltend.
Typische Störungsbilder – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Spastisch-ataktisch-schlaff. Verwaschene Sprache, Stimmtremor.
Stille Aspiration häufig.
Wortflüssigkeit, Aufmerksamkeit.
Bei MS können Sprechen, Schlucken und Stimme betroffen sein. Logopädie unterstützt die Erholung nach Schüben und hilft bei dauerhaften Einschränkungen.
Logopädische Relevanz – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
| Häufigkeit | mittel |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Junge Erwachsene 20-40 Jahre. |
| Bedeutung | Häufigste autoimmune ZNS-Erkrankung. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
SP6a oder SP6b
Bei Sprechauffälligkeiten.
Dysarthrie.
SCa
Bei Schluckproblemen.
Dysphagie.
KBV Diagnoseliste 2026 S.6
SP5b
Bei kommunikativen Defiziten.
Kognitive Kommunikation.
Verordnung & Praxistipps – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Typische Erstverordnung – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
| Diagnosegruppe | SP6 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP6a |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2x wöchentlich nach Schub |
| Therapiedauer | 45 Min. |
Häufige Verordnungsfehler – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
- Dysphagie nicht erkannt
- Logopädie nur nach Schub, nicht bei progredientem Verlauf
Tipps für Ärzt*innen – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
- G35 = langfristiger Heilmittelbedarf. Aktiv nach Schluckproblemen fragen.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
- Sprechen Sie Schluckprobleme an. Logopädie hilft nach Schüben und auch langfristig.
Extrabudgetärer Status – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
MS = langfristiger Heilmittelbedarf.
Therapieverlauf – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Therapiebeginn: Nach Schub oder bei progredienter Verschlechterung
Setting: Ambulant, ggf. Reha nach Schub
Therapieinhalte – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
- Dysarthrie-Therapie
- Dysphagie-Management
- Kognitive Kommunikationstherapie
- Fatigue-Management
Diagnostik – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Erstdiagnostik – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Frenchay + klinische Schluckdiagnostik | Dysarthrie- und Schluckbefund | Erstbefund/nach Schub |
Verlaufsdiagnostik – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Re-Evaluation nach Schub + regelmäßig | Progression | Nach Schub + alle 6 Monate |
Red Flags – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Neuer Schub möglich.
Stille Aspiration.
Prognose – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Von Beginn an progredient ohne Schübe. Dysarthrie und Dysphagie nehmen kontinuierlich zu. Logopädie erhaltend.
Einflussfaktoren – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
- MS-Verlaufsform
- Schubfrequenz
- Fatigue
Häufige Fragen – G35.2- MS mit primär-chronischem Verlauf
Kann MS die Sprache beeinflussen?
Ja, bei 25-50%. Sprechen wird undeutlich, Schlucken kann schwieriger werden. Logopädie hilft – besonders nach einem Schub.