Logopädische Beschreibung – G51.0 Fazialisparese
Die Fazialisparese (VII. Hirnnerv) verursacht einseitige Gesichtslähmung mit logopädischen Folgen: Lippenschluss insuffizient → Flüssigkeit tritt aus, Artikulationsstörung (v.a. Labiallaute /b/, /p/, /m/, /f/, /w/), Dysphagie (Boluskontrolle im vorderen Mundraum gestört). Zentrale Fazialisparese (Schlaganfall): Stirn erhalten, nur untere Gesichtshälfte betroffen. Periphere Fazialisparese (Bell, idiopathisch): gesamte Gesichtshälfte inkl. Stirn betroffen. Logopädie: Mundmotorische Übungen, PNF Gesicht, Artikulationstherapie, Schlucktherapie bei Bedarf.
Typische Störungsbilder – G51.0 Fazialisparese
Labiallaute betroffen. Lippenschluss insuffizient.
Boluskontrolle oral gestört. Flüssigkeit tritt seitlich aus.
Mundschluss, Lippenkraft, Wangentonus.
Bei einer Gesichtslähmung kann eine Gesichtshälfte nicht richtig bewegt werden. Das beeinträchtigt das Sprechen, Essen und Trinken. Logopädie trainiert die Gesichtsmuskulatur und hilft bei der Aussprache.
Logopädische Relevanz – G51.0 Fazialisparese
| Häufigkeit | mittel |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Alle Altersgruppen. |
| Bedeutung | Häufigste Hirnnervenlähmung. Ca. 25:100.000/Jahr. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – G51.0 Fazialisparese
SP6a
Bei Artikulationsproblem.
Dysarthrie/Artikulationsstörung.
SCa
Bei Schluck-/Trinkproblemen.
Dysphagie.
Rhinophonie bei beidseitiger Fazialisparese theoretisch möglich, klinisch selten.
Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – G51.0 Fazialisparese
| Heilmittel | Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Gruppentherapie | 45 oder 90 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 20 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
| Heilmittel | Schlucktherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 10 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
| Heilmittel | Sprech- und Stimmtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 10 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
Verordnung & Praxistipps – G51.0 Fazialisparese
Typische Erstverordnung – G51.0 Fazialisparese
| Diagnosegruppe | SP6 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP6a |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 1-2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45 Min. |
| Hausbesuch | Nicht nötig |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Ja |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – G51.0 Fazialisparese
- Nur Physiotherapie, keine Logopädie verordnet, Logopädie ist für orale Funktionen zuständig
Tipps für Ärzt*innen – G51.0 Fazialisparese
- SP6 oder SP3 verordnen. Logopädie neben Physiotherapie sinnvoll (orale Funktionen).
Tipps für Patient*innen & Angehörige – G51.0 Fazialisparese
- Geduld, die meisten Bell-Paresen erholen sich. Logopädie unterstützt die Erholung.
Extrabudgetärer Status – G51.0 Fazialisparese
Diese Diagnose steht nicht auf der KBV-Diagnoseliste für langfristigen Heilmittelbedarf oder besonderen Verordnungsbedarf. Logopädie ist regulär verordnungsfähig, sofern die Voraussetzungen des Heilmittelkatalogs erfüllt sind.
Bell-Parese: 70% erholen sich spontan in 6 Monaten.
Therapieverlauf – G51.0 Fazialisparese
Therapiebeginn: Nach Diagnosestellung
Setting: Ambulant
Frequenz: 1-2x/Woche
Besonderheiten: Bell-Parese: 70% erholen sich spontan in 6 Monaten. Keine Elektrostimulation der Gesichtsmuskulatur in den ersten Wochen (kontrovers). Bei Synkinesien nach Erholung: spezifisches Training.
Therapieinhalte – G51.0 Fazialisparese
- PNF Gesicht (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation)
- Mundmotorische Übungen (Lippenschluss, Wange aufblasen)
- Artikulationstherapie (Labiallaute)
- Schlucktraining bei Bedarf
- Spiegeltherapie
Diagnostik – G51.0 Fazialisparese
Erstdiagnostik – G51.0 Fazialisparese
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Orofaziale Funktionsprüfung + Artikulationsdiagnostik | Schweregrad erfassen | Erstbefund |
Verlaufsdiagnostik – G51.0 Fazialisparese
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Re-Evaluation | Erholung dokumentieren | Alle 4 Wochen |
Red Flags – G51.0 Fazialisparese
Andere Ursache ausschließen (Tumor, Borreliose).
Prognose – G51.0 Fazialisparese
Bell-Parese: 70% vollständige Erholung. 15% leichte Restparese. 15% bleibende Defizite (Synkinesien).
Einflussfaktoren – G51.0 Fazialisparese
- Schweregrad initial
- Alter
- Ursache
Verwandte Codes – G51.0 Fazialisparese
Weitere Codes der Diagnosegruppe SP6 – G51.0 Fazialisparese
Häufige Fragen – G51.0 Fazialisparese
Erholt sich die Gesichtslähmung?
Bei der idiopathischen Bell-Parese erholen sich 70% vollständig. Logopädie unterstützt und beschleunigt die Erholung.