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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP1. Verordnung eindeutig.

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V): G80.2 als LHB mit SP1/SP2/SP6/SC.

G80.2 – Infantile hemiplegische Zerebralparese

ICD-11-Äquivalent: 8D20.0 – Spastische einseitige Zerebralparese exakt

Auch gesucht unter: G80.2 Logopädie, Infantile hemiplegische Zerebralparese Logopädie, Zerebralparese Logopädie, ICP Sprachtherapie

Bei rechtsseitiger Hemiplegie (linke Hirnhälfte betroffen) höheres Risiko für Sprachstörungen.

Logopädische Beschreibung – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Die infantile Hemiplegie (G80.2) betrifft eine Körperhälfte. Logopädisch ist die orofaziale Muskulatur einseitig beeinträchtigt, was zu asymmetrischer Mundmotorik, leichter einseitiger Dysarthrie und ggf. Speichelfluss auf der betroffenen Seite führen kann. Die Sprachentwicklung verläuft oft mit leichter Verzögerung, da die kontralaterale Hemisphäre Sprachfunktionen teilweise übernehmen kann. Bei linkshemisphärischer Schädigung (rechte Hemiplegie) besteht ein erhöhtes Risiko für Sprachstörungen.

Typische Störungsbilder – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Dysarthrie SP6 häufig

Sprechmotorikstörung durch die Bewegungsstörung.

Sprachentwicklungsverzögerung SP1 häufig

Verzögerte Sprachentwicklung durch motorische/kognitive Einschränkungen.

Dysphagie SC variabel

Schluckstörung bei orofazialer Beteiligung.

Einfach erklärt:

Bei Hemiplegie ist eine Körperseite betroffen, auch die Mundmuskulatur auf dieser Seite kann schwächer sein. Das kann sich beim Sprechen, Essen und in der Mundmotorik bemerkbar machen. Logopädie trainiert die Mundfunktion und unterstützt die Sprachentwicklung.

Logopädische Relevanz – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Häufigkeit mittel
Patient*innengruppe Kinder und Erwachsene mit Zerebralparese.
Bedeutung Kinder mit G80.2 haben je nach Schweregrad logopädischen Bedarf.

Zugeordnete Diagnosegruppen – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V): G80.x mit SP1/SP2/SP6/SC als LHB.

Leitsymptomatik:

SP1b

Wann verordnen:

Bei verzögerter Sprachentwicklung.

Begründung:

Sprachentwicklung bei CP.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SP6a

Wann verordnen:

Bei undeutlichem Sprechen.

Begründung:

Dysarthrie bei CP.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei Schluckproblemen.

Begründung:

Dysphagie bei CP.

Quelle: Artikulationsstörungen bei Zerebralparese häufig. Nicht offiziell in KBV-Liste für G80, aber klinisch über SP3 möglich.

Begründung:

Artikulationsstörungen bei Zerebralparese häufig. Nicht offiziell in KBV-Liste für G80, aber klinisch über SP3 möglich.

Quelle: Stottersymptomatik bei Zerebralparese möglich. Nicht offiziell gelistet.

Begründung:

Stottersymptomatik bei Zerebralparese möglich. Nicht offiziell gelistet.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

SP1 Primär Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP2 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP6 Offiziell (HMK)
Heilmittel Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SC Offiziell (HMK)
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP3 Praxisempfehlung
Heilmittel Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
RE1 Praxisempfehlung
Heilmittel Sprechtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Typische Erstverordnung – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1b
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Bei eingeschränkter Mobilität
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

  • SC nicht mitverordnet trotz Schluckproblemen

Tipps für Ärzt*innen – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

  • Bei G80.2 alle logopädierelevanten Bereiche prüfen: Sprache, Sprechen, Schlucken.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

  • Logopädie prüft alle Bereiche und erstellt einen individuellen Therapieplan.

Extrabudgetärer Status – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Diese Diagnose ist als langfristiger Heilmittelbedarf anerkannt (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie). Logopädie kann dauerhaft verordnet werden, ohne das Budget der ärztlichen Praxis zu belasten.

SC LHB
SP1 LHB
SP2 LHB
SP6 LHB
SP3 Reguläres Budget
RE1 Reguläres Budget
Nach Ablauf:

Langfristiger Heilmittelbedarf bei Bedarf beantragen.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Therapiebeginn: Nach Bedarf

Setting: Ambulant oder SPZ

Frequenz: 1-2x pro Woche

Besonderheiten: Therapie individuell nach CP-Subtyp und Schweregrad.

Therapieinhalte – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

  • Sprachentwicklungstherapie
  • Dysarthrie-Therapie
  • Orofaziale Therapie
  • Ggf. UK-Versorgung
  • Ggf. Schlucktherapie

Diagnostik – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Erstdiagnostik – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Test Zweck Zeitpunkt
Orofaziale Befunderhebung Mundmotorik, Tonus, Reflexe, Speichelkontrolle Erstbefund
Klinische Schluckdiagnostik Schlucksicherheit beurteilen Bei klinischem Verdacht
Sprachentwicklungsdiagnostik (SETK/PDSS) Sprachentwicklungsstand erheben Erstbefund (soweit durchführbar)

Verlaufsdiagnostik – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Test Zweck Zeitpunkt
Regelmäßige Sprach-/Schluckevaluation Anpassung an Entwicklungsstand Halbjährlich

Red Flags – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Häufiges Verschlucken oder feuchte Stimme nach dem Essen Zeitnah zum Arzt / Logopäden

Mögliche Dysphagie. Schluckdiagnostik veranlassen.

Prognose – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Abhängig von CP-Subtyp und Schweregrad. Logopädie kann Kommunikation und Schlucksicherheit verbessern.

Einflussfaktoren – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

  • CP-Subtyp und Schweregrad
  • Kognitive Fähigkeiten
  • Therapieintensität

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Gleiche Diagnosegruppe – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP1 – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Häufige Fragen – G80.2 Infantile hemiplegische Zerebralparese

Braucht mein Kind mit G80.2 Logopädie?

Das hängt davon ab, ob Sprechen, Schlucken oder die Sprachentwicklung betroffen sind. Eine logopädische Abklärung ist bei jeder Form der Zerebralparese empfehlenswert.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Die hier enthaltenen medizinischen Informationen wurden sorgfältig recherchiert und orientieren sich an der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie an AWMF-Leitlinien. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Die exakte Beurteilung hängt immer vom Einzelfall und dem klinischen Kontext ab. Prüfen Sie im Zweifel nochmals selbst anhand der offiziellen Quellen.

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung für Schäden übernommen, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA.