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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SC. Verordnung eindeutig.

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V): G93.80 als LHB mit SC.

G93.80 – Apallisches Syndrom

ICD-11-Äquivalent: 8E20 – Persistierender vegetativer Zustand (Wachkoma) exakt

Auch gesucht unter: Wachkoma Logopädie, Apallisches Syndrom Logopädie, G93.80 Logopädie, MCS Logopädie, Wachkoma, Vegetative State

Ethisch geboten. Bewusstseinsdiagnostik. Trachealkanülen-Management.

Logopädische Beschreibung – G93.80 Apallisches Syndrom

Das apallische Syndrom (vegetative state/UWS) ist ein Zustand fehlender bewusster Wahrnehmung bei erhaltenen Schlaf-Wach-Zyklen. Logopädie: 1) Dysphagie-Management (Aspiration häufig, Trachealkanülen-Management, Sondenernährung), 2) Diagnostische Mitarbeit bei der Bewusstseinsdiagnostik (Reaktionen auf sprachliche Stimuli), 3) Beim Übergang zu MCS (Minimal Conscious State): Kommunikationsanbahnung. Logopädie ist auch im Wachkoma sinnvoll und ethisch geboten.

Typische Störungsbilder – G93.80 Apallisches Syndrom

Schwere Dysphagie SC nahezu alle

Sondenernährung, Trachealkanüle, Aspirationsmanagement.

Fehlende Kommunikation SP5 definitionsgemäß

Kommunikationsanbahnung bei Übergang zu MCS.

Einfach erklärt:

Im Wachkoma ist der Patient wach, aber scheinbar ohne Bewusstsein. Logopädie hilft bei der sicheren Ernährung (Schluckmanagement), beim Feststellen von Bewusstseinszeichen und beim Aufbau von Kommunikation, wenn Reaktionen zurückkommen.

Logopädische Relevanz – G93.80 Apallisches Syndrom

Häufigkeit selten
Patient*innengruppe Kinder und Erwachsene nach schwerer Hirnschädigung.
Bedeutung Langzeitpflege/Neurorehabilitation.

Zugeordnete Diagnosegruppen – G93.80 Apallisches Syndrom

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V): G93.1/G93.80 mit SC als LHB (Wachkoma).

Leitsymptomatik:

SCb

Wann verordnen:

Für Schluckmanagement und orale Stimulation.

Begründung:

Dysphagie.

Quelle: Bei Remission aus Wachkoma ggf. Aphasie. Nicht offiziell für G93 gelistet.

Leitsymptomatik:

SP5c

Wann verordnen:

Bei Zeichen von Bewusstsein.

Begründung:

Kommunikationsanbahnung.

Quelle: Dysarthrie bei Remission. Nicht offiziell gelistet.

Begründung:

Dysarthrie bei Remission. Nicht offiziell gelistet.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – G93.80 Apallisches Syndrom

SC Primär Offiziell (HMK)
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP5 Praxisempfehlung
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP6 Praxisempfehlung
Heilmittel Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – G93.80 Apallisches Syndrom

Typische Erstverordnung – G93.80 Apallisches Syndrom

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCb
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 30-45 Min.
Hausbesuch Ggf.
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – G93.80 Apallisches Syndrom

  • 'Patient ist im Wachkoma, Logopädie bringt nichts', falsch! Schluckmanagement, Bewusstseinsdiagnostik und Kommunikationsanbahnung sind wichtig.

Tipps für Ärzt*innen – G93.80 Apallisches Syndrom

  • SC verordnen. Langfristiger Heilmittelbedarf. Logopädie ist ethisch geboten.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – G93.80 Apallisches Syndrom

  • Auch im Wachkoma arbeitet Logopädie daran, die Mundgesundheit zu erhalten, sichere Ernährung zu gewährleisten und erste Zeichen von Bewusstsein zu erkennen.

Extrabudgetärer Status – G93.80 Apallisches Syndrom

Diese Diagnose ist als langfristiger Heilmittelbedarf anerkannt (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie). Logopädie kann dauerhaft verordnet werden, ohne das Budget der ärztlichen Praxis zu belasten.

SC LHB
SP5 Reguläres Budget
SP6 Reguläres Budget
Nach Ablauf:

Langfristig.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – G93.80 Apallisches Syndrom

Therapiebeginn: Ab Aufnahme in Langzeitpflege/Neurorehab

Setting: Stationär/Pflegeeinrichtung

Frequenz: 1-3x/Woche

Besonderheiten: Auch ohne sichtbare Reaktionen ethisch geboten. Kooperationsfähigkeit kann schwanken. Immer ergebnisoffen arbeiten.

Therapieinhalte – G93.80 Apallisches Syndrom

  • Trachealkanülen-Management (Entblockung, Absaugen, Sprechventil bei MCS)
  • Orale Stimulation und basale Schluckanregung
  • FEES-gestützte Schluckdiagnostik
  • Bewusstseinsdiagnostik: Reaktionen auf sprachliche Stimuli prüfen
  • Bei MCS: Kommunikationsanbahnung (Ja/Nein-Signale, UK)

Diagnostik – G93.80 Apallisches Syndrom

Erstdiagnostik – G93.80 Apallisches Syndrom

Test Zweck Zeitpunkt
Klinische Schluckdiagnostik, FEES, CRS-R (Coma Recovery Scale) Schluckstatus + Bewusstseinszeichen Erstbefund

Verlaufsdiagnostik – G93.80 Apallisches Syndrom

Test Zweck Zeitpunkt
Regelmäßig Bewusstseinsveränderungen erkennen Monatlich

Red Flags – G93.80 Apallisches Syndrom

Patient zeigt reproduzierbare Reaktionen Neurorehabilitation intensivieren

Übergang zu MCS, Kommunikationsanbahnung starten!

Prognose – G93.80 Apallisches Syndrom

Variabel. Manche Patienten erholen sich zu MCS oder weiter. Frühzeitige Rehabilitation verbessert Chancen.

Einflussfaktoren – G93.80 Apallisches Syndrom

  • Ursache
  • Dauer
  • Alter

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – G93.80 Apallisches Syndrom

Gleiche Diagnosegruppe – G93.80 Apallisches Syndrom

Weitere Codes der Diagnosegruppe SC – G93.80 Apallisches Syndrom

Häufige Fragen – G93.80 Apallisches Syndrom

Macht Logopädie im Wachkoma Sinn?

Ja. Logopädie kümmert sich um sicheres Schlucken, orale Pflege und prüft regelmäßig auf Zeichen von Bewusstsein. Wenn Reaktionen zurückkommen, baut die Logopädie Kommunikation auf.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Es wird keine Haftung für Schäden übernommen, die durch die Nutzung dieser Informationen entstehen. Verbindliche Grundlage ist stets die aktuelle Heilmittel-Richtlinie des G-BA.