Logopädie Praxis Kosmos
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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP5. Verordnung eindeutig.

KBV Diagnoseliste 2026 S.8-9: I63.6 als BVB, längstens 1 Jahr nach Akutereignis.

I63.6 – Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Auch gesucht unter: I63.6 Logopädie, Hirninfarkt Logopädie, Schlaganfall Aphasie, Schlaganfall Sprachtherapie, Schlaganfall Schluckstörung

Langfristiger Heilmittelbedarf (Anlage 2). Hochfrequent verordnen. Sinusvenenthrombose: Seltener, oft jüngere Patienten. Kann bilateral sein.

Logopädische Beschreibung – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

I63.6 (Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen). Sinusvenenthrombose: Seltener, oft jüngere Patienten. Kann bilateral sein. Der ischämische Hirninfarkt ist die häufigste Schlaganfallform (ca. 80%). Logopädisch: Aphasie (bei linkshemisphärischem Infarkt, ca. 30% aller Schlaganfälle), Dysarthrie, Sprechapraxie, Dysphagie (in der Akutphase bei ca. 50%), kognitive Kommunikationsstörung. Für Details zum logopädischen Vorgehen siehe I63.9.

Typische Störungsbilder – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Aphasie SP5 ca. 30% aller Schlaganfälle

Sprachproduktion und/oder -verständnis betroffen.

Dysarthrie SP6 häufig

Verwaschenes Sprechen.

Dysphagie SC ca. 50% akut

Schluckstörung mit Aspirationsgefahr.

Sprechapraxie SP5 bei frontaler Läsion

Sprechplanungsstörung, oft mit Broca-Aphasie kombiniert.

Einfach erklärt:

Beim Hirninfarkt wird ein Blutgefäß im Gehirn verstopft und Hirngewebe wird nicht mehr versorgt. Je nach betroffener Stelle können Sprache, Sprechen und Schlucken beeinträchtigt sein. Logopädie beginnt in der Klinik und setzt sich ambulant fort.

Logopädische Relevanz – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Häufigkeit sehr hoch
Patient*innengruppe Erwachsene, Altersgipfel 70-80 Jahre.
Bedeutung Häufigste Schlaganfallform. Logopädie bei ca. 50% der Betroffenen indiziert.

Zugeordnete Diagnosegruppen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Quelle: KBV Diagnoseliste 2026 S.8-9

Leitsymptomatik:

SP5b oder SP5c

Wann verordnen:

Bei Aphasie oder kognitiver Kommunikationsstörung.

Begründung:

Aphasie nach Hirninfarkt.

Quelle: KBV Diagnoseliste 2026 S.8-9: Zerebrovaskuläre Erkrankungen mit SC/SP5/SP6/ST1 als BVB.

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung.

Begründung:

Dysphagie.

Quelle: KBV Diagnoseliste 2026 S.8-9

Leitsymptomatik:

SP6a

Wann verordnen:

Bei Dysarthrie.

Begründung:

Dysarthrie.

Quelle: KBV Diagnoseliste 2026 S.8-9

Leitsymptomatik:

ST1

Wann verordnen:

Bei Stimmveränderung.

Begründung:

Stimmstörung.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Verordnung & Praxistipps – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Typische Erstverordnung – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Diagnosegruppe SP5
Leitsymptomatik SP5c
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2-3x wöchentlich
Therapiedauer 45-60 Min.

Häufige Verordnungsfehler – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

  • Nur 1x/Woche verordnet – zu wenig in der Frühphase
  • SC nicht mitverordnet
  • Langfristigen Heilmittelbedarf nicht beantragt

Tipps für Ärzt*innen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

  • Hochfrequent verordnen (2-3x/Woche). SP5 + SC + ggf. SP6 parallel. Langfristiger Heilmittelbedarf (Anlage 2).

Tipps für Patient*innen & Angehörige – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

  • Sprachtherapie lohnt sich auch Jahre nach dem Schlaganfall. Sie haben Anspruch auf langfristigen Heilmittelbedarf.

Extrabudgetärer Status – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

SP5 langfristiger_heilmittelbedarf

Langfristiger Heilmittelbedarf beantragbar – keine Budgetgrenzen für den Arzt.

Therapieverlauf – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Therapiebeginn: Akutphase auf Stroke Unit

Setting: Akutklinik → Reha (Phasen B-D) → ambulant

Therapieinhalte – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

  • Akut: Dysphagie-Screening (GUSS), Schlucktherapie, Kommunikationsanbahnung
  • Reha: Intensive Aphasie-/Dysarthrie-/Sprechapraxie-Therapie
  • Ambulant: Langfristige Rehabilitation, Alltagstransfer
  • Angehörigenberatung

Diagnostik – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Erstdiagnostik – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Test Zweck Zeitpunkt
Dysphagie-Screening (GUSS) Aspirationsrisiko Innerhalb 24h
Aphasie-Screening (LAST) Sprachstörung erkennen Sobald kooperationsfähig

Verlaufsdiagnostik – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Test Zweck Zeitpunkt
AAT, CETI Fortschritt Alle 3-6 Monate

Red Flags – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Erneute plötzliche Sprachverschlechterung Sofort 112

Möglicher Re-Infarkt.

Häufiges Verschlucken, Fieber Arzt + Logopädie

Aspirationspneumonie – häufigste Komplikation bei Schlaganfall-Dysphagie.

Prognose – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Ca. 30% der Aphasiker erholen sich vollständig, ca. 40% zeigen deutliche Besserung, ca. 30% behalten schwere Einschränkungen. Stärkste Erholung in den ersten 3-6 Monaten. Fortschritte über Jahre möglich. Intensive Therapie verbessert das Ergebnis.

Einflussfaktoren – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

  • Infarktgröße und -lokalisation
  • Aphasie-Schweregrad initial
  • Alter
  • Therapieintensität und -beginn
  • Begleiterkrankungen

Verwandte Codes – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Gleiche Diagnosegruppe – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Folgezustand für langfristige Verordnung

Differentialdiagnosen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Hämorrhagisch statt ischämisch

Häufige Fragen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen

Erholt sich die Sprache nach einem Schlaganfall?

In vielen Fällen ja. Ca. 70% der Aphasiker zeigen eine Besserung. Die stärkste Erholung ist in den ersten Monaten, aber Fortschritte sind auch Jahre später möglich. Intensive Logopädie verbessert die Ergebnisse deutlich.

Wie oft sollte Logopädie stattfinden?

In der Frühphase: so oft wie möglich (idealerweise täglich in der Reha, 2-3x/Woche ambulant). Auch langfristig: mindestens 1-2x/Woche. Studien zeigen: mehr Therapie = bessere Ergebnisse.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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