Logopädische Beschreibung – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
I63.6 (Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen). Sinusvenenthrombose: Seltener, oft jüngere Patienten. Kann bilateral sein. Der ischämische Hirninfarkt ist die häufigste Schlaganfallform (ca. 80%). Logopädisch: Aphasie (bei linkshemisphärischem Infarkt, ca. 30% aller Schlaganfälle), Dysarthrie, Sprechapraxie, Dysphagie (in der Akutphase bei ca. 50%), kognitive Kommunikationsstörung. Für Details zum logopädischen Vorgehen siehe I63.9.
Typische Störungsbilder – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Sprachproduktion und/oder -verständnis betroffen.
Verwaschenes Sprechen.
Schluckstörung mit Aspirationsgefahr.
Sprechplanungsstörung, oft mit Broca-Aphasie kombiniert.
Beim Hirninfarkt wird ein Blutgefäß im Gehirn verstopft und Hirngewebe wird nicht mehr versorgt. Je nach betroffener Stelle können Sprache, Sprechen und Schlucken beeinträchtigt sein. Logopädie beginnt in der Klinik und setzt sich ambulant fort.
Logopädische Relevanz – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
| Häufigkeit | sehr hoch |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Erwachsene, Altersgipfel 70-80 Jahre. |
| Bedeutung | Häufigste Schlaganfallform. Logopädie bei ca. 50% der Betroffenen indiziert. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
SP5b oder SP5c
Bei Aphasie oder kognitiver Kommunikationsstörung.
Aphasie nach Hirninfarkt.
SCa
Bei Schluckstörung.
Dysphagie.
SP6a
Bei Dysarthrie.
Dysarthrie.
ST1
Bei Stimmveränderung.
Stimmstörung.
Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
| Heilmittel | Sprachtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Gruppentherapie | 45 oder 90 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 20 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
| Heilmittel | Schlucktherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 10 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
| Heilmittel | Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Gruppentherapie | 45 oder 90 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 20 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
| Heilmittel | Stimmtherapie |
|---|---|
| Einzeltherapie | 30, 45 oder 60 Min. |
| Gruppentherapie | 45 oder 90 Min. |
| Höchstmenge je Verordnung | 10 |
| Langfristiger / besonderer Bedarf | 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich) |
| Verordner | Arzt |
| Vordruck | Muster 13 |
Verordnung & Praxistipps – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Typische Erstverordnung – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
| Diagnosegruppe | SP5 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP5c |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2-3x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45-60 Min. |
| Hausbesuch | Ja, wenn nicht mobil |
| Dringlicher Behandlungsbedarf | Ja |
| Therapiebericht | Ja |
Häufige Verordnungsfehler – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
- Nur 1x/Woche verordnet, zu wenig in der Frühphase
- SC nicht mitverordnet
- Langfristigen Heilmittelbedarf nicht beantragt
Tipps für Ärzt*innen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
- Hochfrequent verordnen (2-3x/Woche). SP5 + SC + ggf. SP6 parallel. Langfristiger Heilmittelbedarf (Anlage 2).
Tipps für Patient*innen & Angehörige – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
- Sprachtherapie lohnt sich auch Jahre nach dem Schlaganfall. Sie haben Anspruch auf langfristigen Heilmittelbedarf.
Extrabudgetärer Status – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Diese Diagnose ist als besonderer Verordnungsbedarf anerkannt (längstens 1 Jahr nach Akutereignis). In diesem Rahmen belastet die Verordnung das Budget der ärztlichen Praxis nicht.
Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis
Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis
Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis
Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis
Langfristiger Heilmittelbedarf beantragen.
Therapieverlauf – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Therapiebeginn: Akutphase auf Stroke Unit
Setting: Akutklinik → Reha (Phasen B-D) → ambulant
Frequenz: Akut/Reha: täglich. Ambulant: 1-3x/Woche (hochfrequent).
Besonderheiten: Sinusvenenthrombose: Seltener, oft jüngere Patienten. Kann bilateral sein.
Therapieinhalte – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
- Akut: Dysphagie-Screening (GUSS), Schlucktherapie, Kommunikationsanbahnung
- Reha: Intensive Aphasie-/Dysarthrie-/Sprechapraxie-Therapie
- Ambulant: Langfristige Rehabilitation, Alltagstransfer
- Angehörigenberatung
Diagnostik – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Erstdiagnostik – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Dysphagie-Screening (GUSS) | Aspirationsrisiko | Innerhalb 24h |
| Aphasie-Screening (LAST) | Sprachstörung erkennen | Sobald kooperationsfähig |
Verlaufsdiagnostik – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| AAT, CETI | Fortschritt | Alle 3-6 Monate |
Red Flags – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Möglicher Re-Infarkt.
Aspirationspneumonie, häufigste Komplikation bei Schlaganfall-Dysphagie.
Prognose – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Ca. 30% der Aphasiker erholen sich vollständig, ca. 40% zeigen deutliche Besserung, ca. 30% behalten schwere Einschränkungen. Stärkste Erholung in den ersten 3-6 Monaten. Fortschritte über Jahre möglich. Intensive Therapie verbessert das Ergebnis.
Einflussfaktoren – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
- Infarktgröße und -lokalisation
- Aphasie-Schweregrad initial
- Alter
- Therapieintensität und -beginn
- Begleiterkrankungen
Verwandte Codes – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Gleiche Diagnosegruppe – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Differentialdiagnosen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Weitere Codes der Diagnosegruppe SP5 – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Häufige Fragen – I63.6 Hirninfarkt durch Thrombose der Hirnvenen, nichteitrig
Erholt sich die Sprache nach einem Schlaganfall?
In vielen Fällen ja. Ca. 70% der Aphasiker zeigen eine Besserung. Die stärkste Erholung ist in den ersten Monaten, aber Fortschritte sind auch Jahre später möglich. Intensive Logopädie verbessert die Ergebnisse deutlich.
Wie oft sollte Logopädie stattfinden?
In der Frühphase: so oft wie möglich (idealerweise täglich in der Reha, 2-3x/Woche ambulant). Auch langfristig: mindestens 1-2x/Woche. Studien zeigen: mehr Therapie = bessere Ergebnisse.