Logopädische Beschreibung – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
I69.2 ist der Code für die chronische Phase nach zerebrovaskulärem Ereignis. In der ambulanten Logopädie wird zunehmend auf I69.x-Codes umgestellt, wenn das Akutereignis länger zurückliegt. Logopädisch sind die Störungsbilder identisch mit der Akutphase, aber der Fokus verschiebt sich: von Restitution (Wiederherstellung) zu Kompensation (Umgang mit bleibenden Einschränkungen) und Partizipation (Teilhabe am Alltag). Wichtig: Auch in der chronischen Phase sind Fortschritte möglich und Logopädie indiziert.
Typische Störungsbilder – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Bleibende Sprachstörung nach Schlaganfall. Therapiefokus: Alltagskommunikation, Kompensation, Teilhabe.
Bleibende Sprechunverständlichkeit. Kompensationsstrategien.
Dauerhafte Kostanpassung oder fortlaufende Schlucktherapie.
Dieser Code wird verwendet, wenn der Schlaganfall schon länger zurückliegt, aber noch Sprachprobleme, Schluckprobleme oder Sprechprobleme bestehen. Auch nach Monaten und Jahren kann Logopädie noch helfen.
Logopädische Relevanz – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
| Häufigkeit | sehr hoch |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Erwachsene in der chronischen Phase nach Schlaganfall. |
| Bedeutung | Häufigster Code in der ambulanten Aphasie-Therapie. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
SP5b oder SP5c
Bei fortbestehender Aphasie.
Chronische Aphasie.
SCa
Bei bleibender Schluckstörung.
Chronische Dysphagie.
SP6a
Bei Dysarthrie.
Chronische Dysarthrie/Sprechapraxie.
KBV Diagnoseliste 2026 S.9
Verordnung & Praxistipps – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Typische Erstverordnung – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
| Diagnosegruppe | SP5 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP5b |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 1-2x wöchentlich |
| Therapiedauer | 60 Min. |
Häufige Verordnungsfehler – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
- Langfristiger Heilmittelbedarf nicht beantragt – dabei ist I69.x + SP5 explizit auf der Liste
- 'Patient ist austherapiert' – stimmt fast nie, auch in der chronischen Phase sind Fortschritte möglich
- I63.9 statt I69.3 in der chronischen Phase – I69.x ist der korrekte Code für Folgezustände
Tipps für Ärzt*innen – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
- I69.x statt I61.9 verwenden in der chronischen Phase. Langfristigen Heilmittelbedarf beantragen – I69.x + SP5 steht auf der Diagnoseliste. 60-Minuten-Einheiten nutzen. Auch nach Jahren: Logopädie kann helfen.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
- Auch wenn der Schlaganfall schon länger her ist: Logopädie kann weiterhin helfen. Sie haben Anspruch auf langfristige Verordnung. Fragen Sie Ihren Arzt nach dem langfristigen Heilmittelbedarf.
Extrabudgetärer Status – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Logopädie bei chronischer Aphasie nach Schlaganfall kann dauerhaft verordnet werden, ohne das Arztbudget zu belasten.
Auch die Schlucktherapie ist extrabudgetär verordnungsfähig.
Therapieverlauf – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Therapiebeginn: Nahtlos nach Reha oder bei Bedarf auch Jahre nach dem Ereignis
Setting: Ambulant
Therapieinhalte – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
- Alltagsorientierte Aphasie-Therapie (Kommunikation im Alltag verbessern)
- Kompensationsstrategien (Umschreiben, Gestik, Schreiben, Apps)
- UK-Versorgung bei schwerer Aphasie (Kommunikationsbücher, Talker)
- Teilhabeorientierte Therapie (Hobbys, Beruf, soziale Kontakte)
- Schriftsprachtherapie (Lesen/Schreiben wiederherstellen)
- Angehörigenberatung und Kommunikationstraining
- Empfehlung Aphasie-Selbsthilfegruppe
Diagnostik – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Erstdiagnostik – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| AAT, ANELT (Amsterdam-Nijmegen Everyday Language Test) | Kommunikationsfähigkeit im Alltag | Bei Übernahme |
Verlaufsdiagnostik – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Kommunikationsprofil, Angehörigenbefragung | Alltagsrelevanz der Therapie prüfen | Alle 3-6 Monate |
Red Flags – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Re-Infarkt ausschließen.
Beginnende Demenz? Vaskuläre Enzephalopathie?
Prognose – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Auch in der chronischen Phase (>6 Monate) sind Verbesserungen möglich. Intensive Therapiephasen (z.B. 2-3 Wochen CIAT) können auch Jahre nach dem Schlaganfall messbare Fortschritte bringen. Der Fokus verschiebt sich von Restitution zu Kompensation und Teilhabe.
Einflussfaktoren – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
- Schweregrad der Restaphasie
- Therapieintensität
- Motivation
- Soziales Umfeld
- Kognitive Begleitdefizite
Verwandte Codes – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Gleiche Diagnosegruppe – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Häufige Fragen – I69.2 Folgen einer sonstigen nichttraumatischen intrakraniellen Blutung
Was ist der Unterschied zwischen I61.9 und I69.2?
I61.9 ist der Code für das akute Ereignis, I69.2 für die Langzeitfolgen. In der ambulanten Logopädie sollte nach der Akutphase auf I69.2 umgestellt werden.
Lohnt sich Logopädie auch noch nach Jahren?
Ja. Studien zeigen, dass auch Jahre nach dem Schlaganfall Fortschritte möglich sind, besonders bei intensiven Therapiephasen. Und: Logopädie hilft auch beim Umgang mit der Aphasie im Alltag.
Was ist langfristiger Heilmittelbedarf?
Bei bestimmten Diagnosen (z.B. Aphasie nach Schlaganfall) kann der Arzt langfristigen Heilmittelbedarf genehmigen. Das bedeutet: Sie bekommen dauerhaft Logopädie, und die Verordnung belastet nicht das Arztbudget.