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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP5. Verordnung eindeutig.

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V): I69.4 als BVB.

I69.4 – Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

ICD-11-Äquivalent: 8B25.4 – Folgen eines Schlaganfalls, nicht bekannt ob ischämisch oder hämorrhagisch exakt

Auch gesucht unter: I69.4 Logopädie, Chronische Aphasie Logopädie, Aphasie Langzeittherapie, Schlaganfall Folgen Logopädie, Langfristiger Heilmittelbedarf Aphasie

I69.x für chronische Phase verwenden. Langfristiger Heilmittelbedarf beantragen (extrabudgetär). Auch nach Jahren: Therapie sinnvoll.

Logopädische Beschreibung – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

I69.4 ist der Code für die chronische Phase nach zerebrovaskulärem Ereignis. In der ambulanten Logopädie wird zunehmend auf I69.x-Codes umgestellt, wenn das Akutereignis länger zurückliegt. Logopädisch sind die Störungsbilder identisch mit der Akutphase, aber der Fokus verschiebt sich: von Restitution (Wiederherstellung) zu Kompensation (Umgang mit bleibenden Einschränkungen) und Partizipation (Teilhabe am Alltag). Wichtig: Auch in der chronischen Phase sind Fortschritte möglich und Logopädie indiziert.

Typische Störungsbilder – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Chronische Aphasie SP5 häufig

Bleibende Sprachstörung nach Schlaganfall. Therapiefokus: Alltagskommunikation, Kompensation, Teilhabe.

Chronische Dysarthrie SP6 häufig

Bleibende Sprechunverständlichkeit. Kompensationsstrategien.

Chronische Dysphagie SC bei manchen

Dauerhafte Kostanpassung oder fortlaufende Schlucktherapie.

Einfach erklärt:

Dieser Code wird verwendet, wenn der Schlaganfall schon länger zurückliegt, aber noch Sprachprobleme, Schluckprobleme oder Sprechprobleme bestehen. Auch nach Monaten und Jahren kann Logopädie noch helfen.

Logopädische Relevanz – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Häufigkeit sehr hoch
Patient*innengruppe Erwachsene in der chronischen Phase nach Schlaganfall.
Bedeutung Häufigster Code in der ambulanten Aphasie-Therapie.

Zugeordnete Diagnosegruppen – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SP5b oder SP5c

Wann verordnen:

Bei fortbestehender Aphasie.

Begründung:

Chronische Aphasie.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei bleibender Schluckstörung.

Begründung:

Chronische Dysphagie.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Leitsymptomatik:

SP6a

Wann verordnen:

Bei Dysarthrie.

Begründung:

Chronische Dysarthrie/Sprechapraxie.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

SP5 Primär Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SC Offiziell (HMK)
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP6 Offiziell (HMK)
Heilmittel Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
ST1 Offiziell (HMK)
Heilmittel Stimmtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Typische Erstverordnung – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Diagnosegruppe SP5
Leitsymptomatik SP5b
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 60 Min.
Hausbesuch Ggf. bei eingeschränkter Mobilität
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

  • Langfristiger Heilmittelbedarf nicht beantragt, dabei ist I69.x + SP5 explizit auf der Liste
  • 'Patient ist austherapiert', stimmt fast nie, auch in der chronischen Phase sind Fortschritte möglich
  • I63.9 statt I69.3 in der chronischen Phase, I69.x ist der korrekte Code für Folgezustände

Tipps für Ärzt*innen – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

  • I69.x statt I64 verwenden in der chronischen Phase. Langfristigen Heilmittelbedarf beantragen, I69.x + SP5 steht auf der Diagnoseliste. 60-Minuten-Einheiten nutzen. Auch nach Jahren: Logopädie kann helfen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

  • Auch wenn der Schlaganfall schon länger her ist: Logopädie kann weiterhin helfen. Sie haben Anspruch auf langfristige Verordnung. Fragen Sie Ihren Arzt nach dem langfristigen Heilmittelbedarf.

Extrabudgetärer Status – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Diese Diagnose ist als besonderer Verordnungsbedarf anerkannt (längstens 1 Jahr nach Akutereignis). In diesem Rahmen belastet die Verordnung das Budget der ärztlichen Praxis nicht.

SC BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP5 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

SP6 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

ST1 BVB

Bedingung: längstens 1 Jahr nach Akutereignis

Nach Ablauf:

I69.x-Codes sind ideal für langfristigen Heilmittelbedarf. Unbedingt beantragen.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Therapiebeginn: Nahtlos nach Reha oder bei Bedarf auch Jahre nach dem Ereignis

Setting: Ambulant

Frequenz: 1-2x pro Woche, langfristig

Besonderheiten: In der chronischen Phase rückt die Teilhabe in den Vordergrund. ICF-orientierte Therapieziele setzen. Auch scheinbar 'austherapierte' Patienten können von Therapie profitieren, besonders von intensiven Therapiephasen (z.B. CIAT/ILAT).

Therapieinhalte – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

  • Alltagsorientierte Aphasie-Therapie (Kommunikation im Alltag verbessern)
  • Kompensationsstrategien (Umschreiben, Gestik, Schreiben, Apps)
  • UK-Versorgung bei schwerer Aphasie (Kommunikationsbücher, Talker)
  • Teilhabeorientierte Therapie (Hobbys, Beruf, soziale Kontakte)
  • Schriftsprachtherapie (Lesen/Schreiben wiederherstellen)
  • Angehörigenberatung und Kommunikationstraining
  • Empfehlung Aphasie-Selbsthilfegruppe

Diagnostik – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Erstdiagnostik – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Test Zweck Zeitpunkt
AAT, ANELT (Amsterdam-Nijmegen Everyday Language Test) Kommunikationsfähigkeit im Alltag Bei Übernahme

Verlaufsdiagnostik – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Test Zweck Zeitpunkt
Kommunikationsprofil, Angehörigenbefragung Alltagsrelevanz der Therapie prüfen Alle 3-6 Monate

Red Flags – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Plötzliche erneute Verschlechterung der Sprache Sofort Notarzt

Re-Infarkt ausschließen.

Schleichende Sprachverschlechterung Neurologische Abklärung

Beginnende Demenz? Vaskuläre Enzephalopathie?

Prognose – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Auch in der chronischen Phase (>6 Monate) sind Verbesserungen möglich. Intensive Therapiephasen (z.B. 2-3 Wochen CIAT) können auch Jahre nach dem Schlaganfall messbare Fortschritte bringen. Der Fokus verschiebt sich von Restitution zu Kompensation und Teilhabe.

Einflussfaktoren – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

  • Schweregrad der Restaphasie
  • Therapieintensität
  • Motivation
  • Soziales Umfeld
  • Kognitive Begleitdefizite

Prognose im Einzelfall. 'Austherapiert' gibt es bei Aphasie fast nie.

Hinweise aus den Leitlinien – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Therapieintensität (Leitlinie DGN/AWMF 030/090, Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall): Restitutive Sprachtherapie ist bei nur 2 Stunden pro Woche nicht wirksam; nachweislich wirksam ist eine Intensität von 5 bis 10 Stunden pro Woche über 8 bis 12 Wochen (Empfehlungsgrad hoch). Uebungstherapie soll bereits in der frühen Spontanerholungsphase beginnen und möglichst täglich stattfinden. In der Kassenpraxis wird diese Intensität üblicherweise über intensive Therapieblöcke (z.B. CIAT) erreicht.

Quelle: Leitlinie Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall (DGN/AWMF-Registernummer 030/090)

Verwandte Codes – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Gleiche Diagnosegruppe – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Akutereignis-Code

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP5 – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Häufige Fragen – I69.4 Folgen eines Schlaganfalls, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

Was ist der Unterschied zwischen I64 und I69.4?

I64 ist der Code für das akute Ereignis, I69.4 für die Langzeitfolgen. In der ambulanten Logopädie sollte nach der Akutphase auf I69.4 umgestellt werden.

Lohnt sich Logopädie auch noch nach Jahren?

Ja. Studien zeigen, dass auch Jahre nach dem Schlaganfall Fortschritte möglich sind, besonders bei intensiven Therapiephasen. Und: Logopädie hilft auch beim Umgang mit der Aphasie im Alltag.

Was ist langfristiger Heilmittelbedarf?

Bei bestimmten Diagnosen (z.B. Aphasie nach Schlaganfall) kann der Arzt langfristigen Heilmittelbedarf genehmigen. Das bedeutet: Sie bekommen dauerhaft Logopädie, und die Verordnung belastet nicht das Arztbudget.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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