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Bedingt verordnungsfähig

Nicht offiziell im Heilmittelkatalog gelistet. Verordnung möglich über Diagnosegruppe ST1 – Begründung erforderlich.

HMK 1.1: J38.1 Beispieldiagnose für ST1. Hinweis: Nur Beispieldiagnose im HMK-Text, nicht in der offiziellen Diagnoseliste.

J38.1 – Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

ICD-11-Äquivalent: CA0H.1 – Polyp der Stimmlippe oder des Kehlkopfes exakt

Auch gesucht unter: Stimmlippenpolyp Logopädie, J38.1 Logopädie, Stimmpolyp Therapie

Stimmhygiene! Nicht flüstern. Logopädie vor + nach OP.

Logopädische Beschreibung – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Stimmlippenpolypen sind gutartige Gewebewucherungen auf den Stimmlippen, meist einseitig. Ursache: stimmliche Fehlbelastung/Überlastung. Symptom: chronische Heiserkeit. Therapie: 1) Logopädie (Stimmhygiene, funktionelle Stimmtherapie), bei kleinen Polypen kann Logopädie allein ausreichen. 2) Phonochirurgie (mikrolaryngoskopische Abtragung) bei größeren Polypen, danach Stimmtherapie zur Rezidivprophylaxe. Logopädie VOR und NACH OP sinnvoll.

Typische Störungsbilder – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Organische Stimmstörung ST1 definitionsgemäß

Heiserkeit durch Polyp.

Einfach erklärt:

Ein Stimmlippenpolyp ist eine gutartige Verdickung auf dem Stimmband, die durch falsche Stimmbelastung entsteht. Logopädie kann bei kleinen Polypen helfen und nach einer OP verhindern, dass er wiederkommt.

Logopädische Relevanz – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Häufigkeit hoch
Patient*innengruppe Erwachsene, Stimmberufe.
Bedeutung Sehr häufige Stimmdiagnose.

Zugeordnete Diagnosegruppen – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

ST1 – Organisch bedingte Störung der Stimme Primär Abgeleitet & verifiziert

Quelle: HMK 1.1: Organische Störungen der Stimme. J38.x sind Beispieldiagnosen. (Beispieldiagnose, nicht Diagnoseliste)

Leitsymptomatik:

ST1

Wann verordnen:

Bei Heiserkeit durch Polyp.

Begründung:

Organische Stimmstörung.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

ST1 Primär Abgeleitet & verifiziert
Heilmittel Stimmtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Typische Erstverordnung – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Diagnosegruppe ST1
Leitsymptomatik ST1
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Nicht nötig
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

  • OP ohne vorherige/nachfolgende Logopädie → Rezidivrisiko hoch

Tipps für Ärzt*innen – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

  • ST1 vor UND nach OP verordnen. Rezidivprophylaxe wichtig.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

  • Räuspern vermeiden, lieber husten oder schlucken. Nicht flüstern (belastet die Stimme mehr als normales Sprechen). Rauchen aufhören.

Extrabudgetärer Status – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Diese Diagnose steht nicht auf der KBV-Diagnoseliste für langfristigen Heilmittelbedarf oder besonderen Verordnungsbedarf. Logopädie ist regulär verordnungsfähig, sofern die Voraussetzungen des Heilmittelkatalogs erfüllt sind.

ST1 Reguläres Budget

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Therapiebeginn: Ab Diagnose (konservativ) oder 2-3 Wochen post-OP

Setting: Ambulant

Frequenz: 1x/Woche

Besonderheiten: Prä-OP Logopädie: Stimmhygiene vermitteln, damit nach OP kein Rezidiv entsteht. Post-OP: 1 Woche Stimmruhe (kein Flüstern!), dann langsamer Stimmaufbau.

Therapieinhalte – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

  • Stimmhygiene: Risikofaktoren reduzieren (Räuspern, Schreien, Rauchen)
  • Funktionelle Stimmtherapie: Atemtechnik, Stimmsitz, Resonanz
  • Stimmbelastungstraining für Stimmberufe
  • Post-OP: Stimmruhe (ca. 1 Woche), dann Stimmaufbau
  • Rezidivprophylaxe: Dauerhaft stimmschonende Techniken

Diagnostik – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Erstdiagnostik – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Test Zweck Zeitpunkt
Stimmdiagnostik (RBH, Stimmfeldmessung, MPT) Schweregrad Erstbefund

Verlaufsdiagnostik – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Test Zweck Zeitpunkt
Stimmkontrolle + Laryngoskopie Polypenrückbildung? Rezidiv? Alle 4-6 Wochen

Red Flags – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Einseitige Heiserkeit >3 Wochen ohne Besserung HNO-Laryngoskopie

Malignom ausschließen!

Prognose – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Sehr gut nach OP + Logopädie. Rezidive möglich ohne Verhaltensänderung.

Einflussfaktoren – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

  • Stimmhygiene
  • Rauchen
  • Stimmbelastung Beruf

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Gleiche Diagnosegruppe – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Weitere Codes der Diagnosegruppe ST1 – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Häufige Fragen – J38.1 Polyp der Stimmlippen und des Kehlkopfes

Muss ein Polyp operiert werden?

Nicht immer. Kleine Polypen können sich mit Logopädie (Stimmhygiene) zurückbilden. Größere werden mikrochirurgisch entfernt, danach ist Logopädie wichtig, damit der Polyp nicht wiederkommt.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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