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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP1. Verordnung eindeutig.

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10: Q03.9 als LHB.

Q03.9 – Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

ICD-11-Äquivalent: LA04.Z – Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet annäherung

ICD-11 bietet hier nur eine unspezifische Restkategorie; nächstliegende Entsprechung, genauere Abbildung ggf. über Postkoordination.

Auch gesucht unter: Q03.9 Logopädie, Hydrozephalus Sprachentwicklung, Hydrozephalus Logopädie, Wasserkopf Sprache

Cocktail-Party-Syndrom beachten. Shunt-Dysfunktion als Notfall erkennen. Unspezifischer Code, am häufigsten verwendet.

Logopädische Beschreibung – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Der angeborene Hydrozephalus (Q03.9) entsteht durch eine Störung der Liquorzirkulation, die zu einem erhöhten Hirndruck und Erweiterung der Hirnventrikel führt. Nach Shunt-Anlage hängt die Sprachentwicklung vom Ausmaß der Hirnschädigung ab. Logopädisch können auftreten: Sprachentwicklungsverzögerung (expressiv > rezeptiv), bei manchen Kindern ein 'Cocktail-Party-Syndrom' (oberflächlich flüssige Sprache mit geringem Inhalt), orofaziale Auffälligkeiten und selten Dysphagie. Unspezifischer Code, am häufigsten verwendet.

Typische Störungsbilder – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Sprachentwicklungsverzögerung SP1 häufig

Expressiv oft stärker betroffen als rezeptiv.

Cocktail-Party-Syndrom SP1 bei manchen

Oberflächlich flüssige Sprache mit wenig Inhalt und Zusammenhang.

Einfach erklärt:

Beim Hydrozephalus ('Wasserkopf') sammelt sich zu viel Gehirnflüssigkeit im Kopf. Nach der Operation (Shunt) kann die Sprachentwicklung verzögert sein. Manche Kinder sprechen zwar flüssig, aber der Inhalt ist oberflächlich. Logopädie fördert die Sprachentwicklung und achtet auf den Sprachinhalt.

Logopädische Relevanz – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Häufigkeit mittel
Patient*innengruppe Kinder nach Shunt-Anlage.
Bedeutung Nicht selten (ca. 1:1000). Viele Kinder brauchen Logopädie.

Zugeordnete Diagnosegruppen – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10

Leitsymptomatik:

SP1b

Wann verordnen:

Bei Sprachverzögerung oder pragmatischen Auffälligkeiten.

Begründung:

Sprachentwicklung bei Hydrozephalus.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10: Mit SC/SP1/SP5/SP6 als LHB.

Leitsymptomatik:

SCa

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung.

Begründung:

Dysphagie bei schwerer Hirndrucksymptomatik.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10

Begründung:

KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)-10

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

SP1 Primär Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SC Offiziell (HMK)
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP5 Offiziell (HMK)
Heilmittel Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13
SP6 Offiziell (HMK)
Heilmittel Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Gruppentherapie 45 oder 90 Min.
Höchstmenge je Verordnung 20
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Typische Erstverordnung – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Diagnosegruppe SP1
Leitsymptomatik SP1b
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 1-2x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Ggf.
Dringlicher Behandlungsbedarf Nein
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

  • Kind spricht 'gut', Cocktail-Party-Syndrom wird übersehen

Tipps für Ärzt*innen – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

  • Auch bei scheinbar guter Sprache auf Inhalt und Pragmatik achten. SP1 verordnen bei Verzögerung.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

  • Auch wenn Ihr Kind viel spricht, kann der Inhalt oberflächlich sein. Logopädie hilft, bedeutungsvoller zu kommunizieren.

Extrabudgetärer Status – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Diese Diagnose ist als langfristiger Heilmittelbedarf anerkannt (Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie). Logopädie kann dauerhaft verordnet werden, ohne das Budget der ärztlichen Praxis zu belasten.

SC LHB
SP1 LHB
SP5 LHB
SP6 LHB
Nach Ablauf:

Langfristiger Heilmittelbedarf bei Bedarf.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Therapiebeginn: Nach Shunt-Anlage, bei Sprachverzögerung

Setting: Ambulant

Frequenz: 1-2x pro Woche

Besonderheiten: Beim Cocktail-Party-Syndrom: Sprachinhalt und Relevanz trainieren, nicht nur Sprachform.

Therapieinhalte – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

  • Sprachentwicklungsförderung
  • Pragmatisch-kommunikative Therapie bei Cocktail-Party-Syndrom
  • Wortschatz und Erzählfähigkeit
  • Elternberatung

Diagnostik – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Erstdiagnostik – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Test Zweck Zeitpunkt
Sprachdiagnostik (SETK, PDSS) + Pragmatikprofil Sprachstand und pragmatische Fähigkeiten Erstbefund

Verlaufsdiagnostik – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Test Zweck Zeitpunkt
Sprachkontrolle Fortschritt Alle 10-20 Sitzungen

Red Flags – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Plötzliche Sprachverschlechterung, Kopfschmerzen, Erbrechen Sofort in die Klinik

Kann auf Shunt-Dysfunktion hindeuten. Neurochirurgische Notfallvorstellung.

Prognose – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Variabel. Viele Kinder erreichen mit Shunt und Logopädie eine funktionale Lautsprache. Bei schwerer Hirnschädigung bleiben Einschränkungen.

Einflussfaktoren – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

  • Ursache des Hydrozephalus
  • Zeitpunkt der Shunt-Anlage
  • Begleitende Hirnschädigung
  • Kognitive Fähigkeiten

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Gleiche Diagnosegruppe – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Häufig zusammen mit Hydrozephalus

Weitere Codes der Diagnosegruppe SP1 – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Häufige Fragen – Q03.9 Angeborener Hydrozephalus, nicht näher bezeichnet

Was ist das Cocktail-Party-Syndrom?

Manche Kinder mit Hydrozephalus sprechen flüssig und viel, aber der Inhalt ist oberflächlich und wenig zusammenhängend. Das wirkt zunächst wie gute Sprache, ist aber eine spezifische Störung, die logopädisch behandelt werden kann.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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