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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SC. Verordnung eindeutig.

HMK 5: R13.1 = SC.

R13.1 – Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

ICD-11-Äquivalent: MD93 – Dysphagie annäherung

Auf Ebene des ICD-11-Oberbegriffs gemappt; kein 1:1-Aequivalent für diesen Spezialcode.

Auch gesucht unter: Dysphagie Logopädie, Schluckstörung Logopädie, R13.1 Logopädie, FEES Logopädie, Schlucktherapie

Spezifischer Code für schwere Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle. FEES = Goldstandard. Mundhygiene. Stille Aspiration beachten.

Codewahl & Abgrenzung – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

R13.9 = allgemeine Dysphagie; R13.1 = nur bei Tracheostoma mit Absaugpflicht/geblockter Kanüle; R13.0 = wenn Beaufsichtigung bei der Nahrungsaufnahme nötig ist.

Logopädische Beschreibung – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

R13.1 ist der spezifische ICD-10-GM-Code für Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle, also für schwere, klinisch relevante Schluckstörungen mit Atemwegssicherung. Fuer allgemeine, nicht näher bezeichnete Dysphagie ist R13.9 zu verwenden.

Typische Störungsbilder – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Dysphagie SC definitionsgemäß

Schluckstörung jeder Ätiologie.

Einfach erklärt:

Dysphagie bedeutet Schluckstörung, Essen und Trinken sind erschwert. Die Ursache muss ärztlich abgeklärt werden. Logopädie hilft mit Schlucktraining und Ernährungsanpassung.

Logopädische Relevanz – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Häufigkeit sehr hoch
Patient*innengruppe Alle Altersgruppen, Schwerpunkt geriatrisch und neurologisch.
Bedeutung Häufigster Symptomcode auf Schluck-Verordnungen.

Zugeordnete Diagnosegruppen – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Quelle: HMK 5: SC Störungen des Schluckaktes. R13.x sind Beispieldiagnosen.

Leitsymptomatik:

SCa oder SCb

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung jeder Ursache.

Begründung:

Dysphagie.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Heilmittel, Höchstmengen und Vordruck je Diagnosegruppe – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

SC Primär Offiziell (HMK)
Heilmittel Schlucktherapie
Einzeltherapie 30, 45 oder 60 Min.
Höchstmenge je Verordnung 10
Langfristiger / besonderer Bedarf 12-Wochen-Regel bei langfristigem/besonderem Bedarf (verordnete Frequenz maßgeblich)
Verordner Arzt
Vordruck Muster 13

Verordnung & Praxistipps – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Typische Erstverordnung – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCa oder SCb
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2-3x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.
Hausbesuch Häufig bei geriatrischen Patienten
Dringlicher Behandlungsbedarf Ja
Therapiebericht Ja

Häufige Verordnungsfehler – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

  • R13 als alleinige Diagnose, Grunderkrankung mitcodieren für langfristigen Heilmittelbedarf
  • Zu wenig Einheiten bei schwerer Dysphagie
  • FEES nicht veranlasst

Tipps für Ärzt*innen – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

  • FEES veranlassen! SC mit dringlichem Behandlungsbedarf. Grunderkrankung codieren für extrabudgetäre Verordnung. Mundhygiene empfehlen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

  • Schluckprobleme sind behandelbar. Logopädie zeigt sichere Schlucktechniken und passt die Ernährung an. Gute Mundpflege ist genauso wichtig.

Extrabudgetärer Status – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Diese Diagnose ist als besonderer Verordnungsbedarf anerkannt (ab vollendetem 70. Lebensjahr, sofern durch eine Schluckstörung verursacht). In diesem Rahmen belastet die Verordnung das Budget der ärztlichen Praxis nicht.

SC BVB

Bedingung: ab vollendetem 70. Lebensjahr, sofern durch eine Schluckstörung verursacht

Nach Ablauf:

Grunderkrankung prüfen für langfristigen Heilmittelbedarf.

Quelle: KBV-Diagnoseliste, Stand 01.01.2026 (Anlage 2 HeilM-RL / Anhang 1 Rahmenvorgaben § 106b Abs. 2 SGB V)

Therapieverlauf – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Therapiebeginn: Sofort

Setting: Stationär oder ambulant

Frequenz: Akut: täglich. Ambulant: 1-3x/Woche.

Besonderheiten: FEES ist der Goldstandard, ermöglicht direkte Beobachtung des Schluckakts. Stille Aspiration (ohne Husten) ist häufig und nur mit FEES/VFSS nachweisbar. Mundhygiene ist so wichtig wie die Schlucktherapie selbst.

Therapieinhalte – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

  • Klinische Schluckdiagnostik
  • FEES (Goldstandard der apparativen Schluckdiagnostik)
  • Kostanpassung (Konsistenz, Temperatur, Portionsgröße)
  • Schlucktechniken (supraglottisches Schlucken, Mendelsohn-Manöver, Kopfhaltungsmanöver)
  • Restituierende Übungen (Schluckmuskulatur stärken: Shaker, Masako, EMST)
  • Kompensatorische Strategien
  • Mundhygiene (reduziert Aspirationspneumonie-Risiko)

Diagnostik – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Erstdiagnostik – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Test Zweck Zeitpunkt
Klinische Schluckdiagnostik (Screenings: GUSS, Daniels, WST) Ersteinschätzung Aspirationsrisiko Sofort
FEES (Fiberendoskopische Evaluation des Schluckens) Goldstandard: direkte Beobachtung. Penetration/Aspiration, Residuen, Sensibilität. Möglichst früh
VFSS (Videofluoroskopie/Breischluck) Ergänzend bei V.a. ösophageale Ursache oder zur Verlaufsdiagnostik Bei Bedarf

Verlaufsdiagnostik – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Test Zweck Zeitpunkt
FEES-Kontrolle Therapieeffekt, Kostaufbau Alle 4-8 Wochen

Red Flags – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Verschlucken mit Husten/Fieber Sofort Arzt, Aspirationspneumonie?

Antibiotika + FEES + Kostanpassung.

Gewichtsverlust >5% in 3 Monaten Ernährungsberatung + FEES

Mangelernährung durch Dysphagie.

Plötzliche Dysphagie ohne Vorerkrankung Sofort Neurologie/HNO

Schlaganfall? Tumor? Ösophageale Ursache?

Prognose – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Abhängig von Grunderkrankung. Akute Dysphagien (z.B. nach Schlaganfall) haben gutes Erholungspotenzial. Chronische/progressive Dysphagien: Kompensation und Erhalt.

Einflussfaktoren – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

  • Grunderkrankung
  • Therapieintensität
  • Mundhygiene
  • Ernährungsstatus

Prognose im Einzelfall.

Verwandte Codes – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Gleiche Diagnosegruppe – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Weitere Codes der Diagnosegruppe SC – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Häufige Fragen – R13.1 Dysphagie bei absaugpflichtigem Tracheostoma mit (teilweise) geblockter Trachealkanüle

Was ist FEES?

Eine Kamerauntersuchung des Schluckens: Ein dünner Schlauch mit Kamera wird durch die Nase eingeführt. Die Logopädin kann so direkt sehen, ob Nahrung in die Luftröhre gelangt. Schmerzarm und ambulant möglich.

Warum ist Mundhygiene bei Schluckstörungen so wichtig?

Die Bakterien, die eine Aspirationspneumonie verursachen, kommen aus dem Mund. Gute Mundpflege senkt das Risiko einer Lungenentzündung deutlich, auch wenn gelegentlich etwas in die Luftröhre gelangt.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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