Logopädie Praxis Kosmos
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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SC. Verordnung eindeutig.

HMK 5: R13.1 = SC.

R13.1 – Dysphagie

ICD-11-Äquivalent: MD93

Auch gesucht unter: Dysphagie Logopädie, Schluckstörung Logopädie, R13.1 Logopädie, FEES Logopädie, Schlucktherapie

FEES = Goldstandard. Mundhygiene! Grunderkrankung codieren für LHM. Stille Aspiration beachten.

Logopädische Beschreibung – R13.1 Dysphagie

R13.1 ist der übergeordnete Symptomcode für Dysphagie. R13-Codes sind Symptomcodes für Dysphagie, wenn die Ursache (noch) nicht bekannt ist oder als Zusatzcode zur Grunderkrankung verwendet werden. In der logopädischen Praxis stehen diese Codes häufig auf Verordnungen. Für die Logopädie gilt: Dysphagie behandeln unabhängig von der Ursache. Die Ursachenabklärung ist ärztliche Aufgabe. Dysphagie betrifft ca. 5% der Gesamtbevölkerung, bei >65-Jährigen 15-20%, in Pflegeheimen bis 60%. Ursachen: neurologisch (Schlaganfall, Parkinson, MS, ALS), strukturell (Tumor, OP, Zenker), altersbedingt (Presbyphagie → Sarkopenie der Schluckmuskulatur).

Typische Störungsbilder – R13.1 Dysphagie

Dysphagie SC definitionsgemäß

Schluckstörung jeder Ätiologie.

Einfach erklärt:

Dysphagie bedeutet Schluckstörung – Essen und Trinken sind erschwert. Die Ursache muss ärztlich abgeklärt werden. Logopädie hilft mit Schlucktraining und Ernährungsanpassung.

Logopädische Relevanz – R13.1 Dysphagie

Häufigkeit sehr hoch
Patient*innengruppe Alle Altersgruppen, Schwerpunkt geriatrisch und neurologisch.
Bedeutung Häufigster Symptomcode auf Schluck-Verordnungen.

Zugeordnete Diagnosegruppen – R13.1 Dysphagie

Quelle: HMK 5: SC Störungen des Schluckaktes. R13.x sind Beispieldiagnosen.

Leitsymptomatik:

SCa oder SCb

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung jeder Ursache.

Begründung:

Dysphagie.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Verordnung & Praxistipps – R13.1 Dysphagie

Typische Erstverordnung – R13.1 Dysphagie

Diagnosegruppe SC
Leitsymptomatik SCa oder SCb
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2-3x wöchentlich
Therapiedauer 45 Min.

Häufige Verordnungsfehler – R13.1 Dysphagie

  • R13 als alleinige Diagnose – Grunderkrankung mitcodieren für langfristigen Heilmittelbedarf
  • Zu wenig Einheiten bei schwerer Dysphagie
  • FEES nicht veranlasst

Tipps für Ärzt*innen – R13.1 Dysphagie

  • FEES veranlassen! SC mit dringlichem Behandlungsbedarf. Grunderkrankung codieren für extrabudgetäre Verordnung. Mundhygiene empfehlen.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – R13.1 Dysphagie

  • Schluckprobleme sind behandelbar. Logopädie zeigt sichere Schlucktechniken und passt die Ernährung an. Gute Mundpflege ist genauso wichtig.

Extrabudgetärer Status – R13.1 Dysphagie

SC langfristiger_heilmittelbedarf

Bei chronischer Dysphagie oft langfristiger Heilmittelbedarf.

Therapieverlauf – R13.1 Dysphagie

Therapiebeginn: Sofort

Setting: Stationär oder ambulant

Therapieinhalte – R13.1 Dysphagie

  • Klinische Schluckdiagnostik
  • FEES (Goldstandard der apparativen Schluckdiagnostik)
  • Kostanpassung (Konsistenz, Temperatur, Portionsgröße)
  • Schlucktechniken (supraglottisches Schlucken, Mendelsohn-Manöver, Kopfhaltungsmanöver)
  • Restituierende Übungen (Schluckmuskulatur stärken: Shaker, Masako, EMST)
  • Kompensatorische Strategien
  • Mundhygiene (reduziert Aspirationspneumonie-Risiko)

Diagnostik – R13.1 Dysphagie

Erstdiagnostik – R13.1 Dysphagie

Test Zweck Zeitpunkt
Klinische Schluckdiagnostik (Screenings: GUSS, Daniels, WST) Ersteinschätzung Aspirationsrisiko Sofort
FEES (Fiberendoskopische Evaluation des Schluckens) Goldstandard: direkte Beobachtung. Penetration/Aspiration, Residuen, Sensibilität. Möglichst früh
VFSS (Videofluoroskopie/Breischluck) Ergänzend bei V.a. ösophageale Ursache oder zur Verlaufsdiagnostik Bei Bedarf

Verlaufsdiagnostik – R13.1 Dysphagie

Test Zweck Zeitpunkt
FEES-Kontrolle Therapieeffekt, Kostaufbau Alle 4-8 Wochen

Red Flags – R13.1 Dysphagie

Verschlucken mit Husten/Fieber Sofort Arzt – Aspirationspneumonie?

Antibiotika + FEES + Kostanpassung.

Gewichtsverlust >5% in 3 Monaten Ernährungsberatung + FEES

Mangelernährung durch Dysphagie.

Plötzliche Dysphagie ohne Vorerkrankung Sofort Neurologie/HNO

Schlaganfall? Tumor? Ösophageale Ursache?

Prognose – R13.1 Dysphagie

Abhängig von Grunderkrankung. Akute Dysphagien (z.B. nach Schlaganfall) haben gutes Erholungspotenzial. Chronische/progressive Dysphagien: Kompensation und Erhalt.

Einflussfaktoren – R13.1 Dysphagie

  • Grunderkrankung
  • Therapieintensität
  • Mundhygiene
  • Ernährungsstatus

Verwandte Codes – R13.1 Dysphagie

Gleiche Diagnosegruppe – R13.1 Dysphagie

Häufige Fragen – R13.1 Dysphagie

Was ist FEES?

Eine Kamerauntersuchung des Schluckens: Ein dünner Schlauch mit Kamera wird durch die Nase eingeführt. Die Logopädin kann so direkt sehen, ob Nahrung in die Luftröhre gelangt. Schmerzarm und ambulant möglich.

Warum ist Mundhygiene bei Schluckstörungen so wichtig?

Die Bakterien, die eine Aspirationspneumonie verursachen, kommen aus dem Mund. Gute Mundpflege senkt das Risiko einer Lungenentzündung deutlich – auch wenn gelegentlich etwas in die Luftröhre gelangt.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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