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Verordnungsfähig

Offiziell im Heilmittelkatalog. Diagnosegruppe: SP5. Verordnung eindeutig.

S06.3 nicht direkt auf LHB/BVB, aber T90.5 (Folgen) ist LHB. Akut über S06.3 regulär verordnungsfähig.

S06.2 – Diffuse Hirnverletzung

ICD-11-Äquivalent: NA07.3Z – Diffuse traumatische Hirnverletzung, nicht näher bezeichnet annäherung

Auch gesucht unter: SHT Logopädie, Schädel-Hirn-Trauma Logopädie, S06.3 Logopädie, Hirnverletzung Sprache, SHT Kommunikationsstörung

Diffuse axonale Schädigung. Kognitive Kommunikationsstörung nicht übersehen. Verhaltensauffälligkeiten beachten.

Grauzone-Code

Dieser Code ist nicht im Heilmittelkatalog gelistet und kann bei der Verordnung zu Problemen führen. Details und Alternativen ansehen

Logopädische Beschreibung – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Das SHT verursacht je nach Schwere und Lokalisation: Dysarthrie, Dysphagie (häufig in Akutphase, Trachealkanüle), kognitive Kommunikationsstörung (häufigste logopädische Folge nach mittelschwerem/schwerem SHT: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen beeinträchtigen Kommunikation), seltener Aphasie. Bei Kindern: erworbene Sprach-/Sprechstörung mit Regression. Die kognitive Kommunikationsstörung wird oft übersehen, weil die Sprache formal intakt erscheint.

Typische Störungsbilder – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Kognitive Kommunikationsstörung SP5 häufigste logopädische Folge

Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Pragmatik.

Dysarthrie SP6 bei mittelschwerem/schwerem SHT

Verwaschenes Sprechen.

Dysphagie SC häufig in Akutphase

Aspirationsgefahr, oft Trachealkanüle.

Aphasie SP5 selten, nur bei fokaler Schädigung

Bei linkshemisphärischer Kontusion.

Einfach erklärt:

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma können Sprechen, Schlucken und die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sein. Auch wenn die Sprache wieder gut klingt, können Konzentration und Gedächtnis die Kommunikation im Alltag erschweren. Logopädie hilft in allen Phasen.

Logopädische Relevanz – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Häufigkeit hoch
Patient*innengruppe Junge Erwachsene (Unfälle), ältere (Stürze), Kinder.
Bedeutung Häufigste Ursache für erworbene Hirnschädigung bei jungen Erwachsenen.

Zugeordnete Diagnosegruppen – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Quelle: HMK SP5: Aphasie nach SHT.

Leitsymptomatik:

SP5b oder SP5c

Wann verordnen:

Bei kommunikativen Defiziten.

Begründung:

Kognitive Kommunikationsstörung/Aphasie.

Quelle: HMK SP6: Dysarthrie nach SHT.

Leitsymptomatik:

SP6a

Wann verordnen:

Bei Dysarthrie.

Begründung:

Dysarthrie.

Quelle: HMK SC: Dysphagie nach SHT.

Leitsymptomatik:

SCb

Wann verordnen:

Bei Schluckstörung/Trachealkanüle.

Begründung:

Dysphagie.

Quelle: HMK ST1: Stimmstörung nach SHT.

Begründung:

HMK ST1: Stimmstörung nach SHT.

Evidenz-Klassifizierung:
Offiziell (HMK) Abgeleitet & verifiziert Praxisempfehlung Nicht offiziell Nicht geprüft

Grün = Direkt im offiziellen Heilmittelkatalog (G-BA). Blau = Aus offiziellen Quellen ableitbar. Orange = Klinisch sinnvolle Ergänzung.

Verordnung & Praxistipps – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Typische Erstverordnung – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Diagnosegruppe SP5
Leitsymptomatik SP5c
Behandlungseinheiten 10
Frequenz 2-3x wöchentlich
Therapiedauer 45-60 Min.

Häufige Verordnungsfehler – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

  • Kognitive Kommunikationsstörung nicht erkannt
  • Nur SC verordnet, SP5 vergessen

Tipps für Ärzt*innen – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

  • SP5 auch verordnen wenn Sprache 'normal' klingt, kognitive Kommunikation prüfen. Langfristiger Heilmittelbedarf.

Tipps für Patient*innen & Angehörige – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

  • Nach SHT kann die Kommunikation schwierig sein, auch wenn die Sprache wieder gut klingt. Konzentration und Gedächtnis sind oft betroffen.

Extrabudgetärer Status – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

SP5
SP6
SC
ST1

Therapieverlauf – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Therapiebeginn: Intensivstation

Setting: Intensiv → Reha (Phase B-D) → ambulant

Therapieinhalte – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

  • Akut: Trachealkanülen-Management, Dysphagie, Kommunikationsanbahnung
  • Reha: Kognitive Kommunikationstherapie, Dysarthrie, Schlucktherapie
  • Ambulant: Alltagstransfer, Teilhabe, Berufliche Reintegration
  • Bei Kindern: Sprachentwicklung begleiten

Diagnostik – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Erstdiagnostik – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Test Zweck Zeitpunkt
FEES, Dysarthrie-Diagnostik, kognitive Kommunikationsdiagnostik Alle Bereiche prüfen Akut und Reha

Verlaufsdiagnostik – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Test Zweck Zeitpunkt
Regelmäßig Erholung dokumentieren Alle 4-8 Wochen

Red Flags – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Erneute Verschlechterung Sofort Neurologie

Nachblutung/Hydrozephalus?

Prognose – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Erholung über Monate bis Jahre. Jüngere erholen sich besser. Kognitive Kommunikationsstörung kann langfristig die größte Einschränkung sein.

Einflussfaktoren – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

  • Schweregrad (GCS)
  • Alter
  • Begleitverletzungen
  • Therapieintensität

Verwandte Codes – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Gleiche Diagnosegruppe – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Häufige Fragen – S06.2 Diffuse Hirnverletzung

Was ist eine kognitive Kommunikationsstörung?

Die Sprache selbst ist OK, aber Konzentration, Gedächtnis und Denkfähigkeit sind beeinträchtigt. Das erschwert Gespräche im Alltag, z.B. dem roten Faden folgen, sich erinnern oder angemessen reagieren.

Quellen & weiterführende Links

Gepflegt und geprüft von Logopädie-Expert*innen von Logopädie Kosmos

Unser Fachteam: Logopäd*innen (Staatsexamen, B.Sc.), Patholinguist*innen (B.Sc., M.Sc.) und Akademische Sprachtherapeut*innen (B.Sc., M.A.) – mit langjähriger Erfahrung in Praxis, Klinik und Lehre. Alle Inhalte basieren auf der aktuellen Heilmittel-Richtlinie des G-BA sowie AWMF-Leitlinien und werden regelmäßig aktualisiert.

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