Logopädische Beschreibung – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Das SHT verursacht je nach Schwere und Lokalisation: Dysarthrie, Dysphagie (häufig in Akutphase, Trachealkanüle), kognitive Kommunikationsstörung (häufigste logopädische Folge nach mittelschwerem/schwerem SHT: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen beeinträchtigen Kommunikation), seltener Aphasie. Bei Kindern: erworbene Sprach-/Sprechstörung mit Regression. Die kognitive Kommunikationsstörung wird oft übersehen, weil die Sprache formal intakt erscheint.
Typische Störungsbilder – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Pragmatik.
Verwaschenes Sprechen.
Aspirationsgefahr, oft Trachealkanüle.
Bei linkshemisphärischer Kontusion.
Nach einem Schädel-Hirn-Trauma können Sprechen, Schlucken und die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sein. Auch wenn die Sprache wieder gut klingt, können Konzentration und Gedächtnis die Kommunikation im Alltag erschweren. Logopädie hilft in allen Phasen.
Logopädische Relevanz – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
| Häufigkeit | hoch |
|---|---|
| Patient*innengruppe | Junge Erwachsene (Unfälle), ältere (Stürze), Kinder. |
| Bedeutung | Häufigste Ursache für erworbene Hirnschädigung bei jungen Erwachsenen. |
Zugeordnete Diagnosegruppen – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
SP5b oder SP5c
Bei kommunikativen Defiziten.
Kognitive Kommunikationsstörung/Aphasie.
SP6a
Bei Dysarthrie.
Dysarthrie.
SCb
Bei Schluckstörung/Trachealkanüle.
Dysphagie.
HMK ST1: Stimmstörung nach SHT.
Verordnung & Praxistipps – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Typische Erstverordnung – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
| Diagnosegruppe | SP5 |
|---|---|
| Leitsymptomatik | SP5c |
| Behandlungseinheiten | 10 |
| Frequenz | 2-3x wöchentlich |
| Therapiedauer | 45-60 Min. |
Häufige Verordnungsfehler – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
- Kognitive Kommunikationsstörung nicht erkannt
- Nur SC verordnet, SP5 vergessen
Tipps für Ärzt*innen – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
- SP5 auch verordnen wenn Sprache 'normal' klingt, kognitive Kommunikation prüfen. Langfristiger Heilmittelbedarf.
Tipps für Patient*innen & Angehörige – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
- Nach SHT kann die Kommunikation schwierig sein, auch wenn die Sprache wieder gut klingt. Konzentration und Gedächtnis sind oft betroffen.
Extrabudgetärer Status – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Therapieverlauf – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Therapiebeginn: Intensivstation
Setting: Intensiv → Reha (Phase B-D) → ambulant
Therapieinhalte – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
- Akut: Trachealkanülen-Management, Dysphagie, Kommunikationsanbahnung
- Reha: Kognitive Kommunikationstherapie, Dysarthrie, Schlucktherapie
- Ambulant: Alltagstransfer, Teilhabe, Berufliche Reintegration
- Bei Kindern: Sprachentwicklung begleiten
Diagnostik – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Erstdiagnostik – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| FEES, Dysarthrie-Diagnostik, kognitive Kommunikationsdiagnostik | Alle Bereiche prüfen | Akut und Reha |
Verlaufsdiagnostik – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
| Test | Zweck | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Regelmäßig | Erholung dokumentieren | Alle 4-8 Wochen |
Red Flags – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Nachblutung/Hydrozephalus?
Prognose – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Erholung über Monate bis Jahre. Jüngere erholen sich besser. Kognitive Kommunikationsstörung kann langfristig die größte Einschränkung sein.
Einflussfaktoren – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
- Schweregrad (GCS)
- Alter
- Begleitverletzungen
- Therapieintensität
Verwandte Codes – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Gleiche Diagnosegruppe – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Häufige Fragen – S06.3 Umschriebene Hirnverletzung
Was ist eine kognitive Kommunikationsstörung?
Die Sprache selbst ist OK, aber Konzentration, Gedächtnis und Denkfähigkeit sind beeinträchtigt. Das erschwert Gespräche im Alltag, z.B. dem roten Faden folgen, sich erinnern oder angemessen reagieren.